Homogenität, so erklärt es der Duden, ist so etwas Ähnliches wie Ausgeglichenheit, Einheitlichkeit, Gleichheit. Heterogenität, im Gegenteil dazu, kennzeichne sich durch eine Uneinheitlichkeit im Aufbau. So weit, so gut. Aber was hat das mit Fußball zu tun?
Das 0:2 gegen den HSV wirkte nach
Frank Schmidt nutzte die Begriffe homogen und heterogen, um einen Einblick ins Seelenleben des 1. FC Heidenheim zu geben. Genauer gesagt: in den Umgang seiner Profis mit der aktuellen Lage des abstiegsbedrohten Tabellenletzten der Bundesliga.
Fußball-Bundesliga Nach Niederlage gegen HSV: Heidenheim im freien Fall
Die Lage von Schlusslicht 1. FC Heidenheim im Abstiegskampf wird aussichtsloser. Die Schwaben verloren gegen den HSV und verlängerten ihre Negativserie auf acht Spiele ohne Sieg.
Oft, so der Trainer, präsentiere sich seine Mannschaft im Laufe einer Trainingswoche geschlossen – homogen eben. Diesmal, im Anschluss an die 0:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV, aber nicht: "Heterogen war's diese Woche", sagte Schmidt, "weil nicht alle gleich umgehen können mit dieser Situation". Das ist verständlich, das ist menschlich.
Heidenheim am Sonntag beim FC Augsburg
Auf der einen Seite jene, die mit der mageren Ausbeute des FCH von nur zwei Punkten aus den ersten sechs Spielen des Jahres 2026 hadern. Auf der anderen Seite gebe es aber auch "welche, die lassen sich davon nicht beeindrucken, krempeln die Ärmel hoch und machen weiter", verriet Schmidt. Auf genau diese Spieler werde es ankommen, wenn die Heidenheimer am Sonntag (15.02.2026, ab 15:30 Uhr im sportschau.de-Livecenter) beim Tabellendreizehnten FC Augsburg zum nächsten Kellerduell antreten.
Dabei könnte es passieren, dass Winter-Neuzugang Leonidas Stergiou (Adduktoren), Mittelfeldspieler Niklas Dorsch (krank) und Offensivspieler Mathias Honsak (Oberschenkelprobleme) nicht mitmischen werden – hinter dem Einsatz des Trios stehe noch ein Fragezeichen. Vielmehr als mit personellen Möglichkeiten beschäftigt sich Schmidt in diesen Tagen allerdings mit dem Vermitteln der richtigen Einstellung.
FCH-Trainer Schmidt: "Nicht nur hoffen, auch dran glauben"
"Die Situation Stand heute ist keine gute, das wissen wir", betonte der 52-Jährige angesichts von sechs Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegs- und den Relegationsplatz, hinzu kommt die im Tabellenkeller mit Abstand schlechteste Tordifferenz. Schmidt habe Verständnis dafür, dass nach dem punktemäßig schwachen Start in die Rückrunde Zweifel da sein könnten.
Meinung Der 1. FC Heidenheim sollte wieder weniger hoffen und mehr glauben
Nach der Niederlage gegen den HSV sollte sich der 1. FC Heidenheim daran erinnern, welche Einstellung im Abstiegskampf der vergangenen Saison geholfen hat. Ein Kommentar von SWR-Sportredakteur Patrick Stricker.
"Die haben wir auch immer mal wieder", gestand der Trainer: "Trotzdem arbeiten wir daran, dass die Mannschaft an sich glaubt." Und genau das müsse man seinem Team beim FCA auch anmerken: "Dass wir nicht nur hoffen, sondern auch dran glauben."
Augsburg zuletzt mit Ausrufezeichen
Augsburg habe nach den Siegen gegen St. Pauli und allen voran beim FC Bayern München (je 2:1) "ein ganz anderes Selbstverständnis". Es werde um zweite Duelle gehen, um Intensität, aber nicht um schönen Fußball. Was Schmidt genau fordert? Eine "brutale Einstellung", punkten zu wollen. Wenn dies gelingt, kann in Heidenheim aus heterogen auch ganz schnell wieder homogen werden.