Fußball

Diant Ramaj schon voll dabei: Im Heidenheimer Tor kehrt vorerst Ruhe ein

Im DFB-Pokal zieht der 1. FC Heidenheim beim Bahlinger SC locker in die nächste Runde ein. Torwart Diant Ramaj feiert ein gelungenes Debüt - und ein persönliches Erfolgserlebnis.

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Von Autor/in Patrick Stricker

Etwas ungewohnt, davon kann sich beim 1. FC Heidenheim niemand so richtig freisprechen, war der Anblick dann doch. Kurz vor Beginn der Erstrundenpartie im DFB-Pokal beim Bahlinger SC betrat Kevin Müller den Rasen des Kaiserstuhlstadions. Mit kontrolliertem Gesichtsausdruck lief der Torwart Richtung Reservebank - um dort schlussendlich Platz zu nehmen.

Wohlgemerkt: Für die vollen 90 Minuten, in denen der Bundesligist Heidenheim am vergangenen Samstag (16.08.2025) ohne große Mühe gegen den achtbar aufspielenden Regionalligisten Bahlingen verdient mit 5:0 gewann.

Ramaj statt Müller im Tor des 1. FC Heidenheim

Keine Frage: Im Laufe der zehn Jahre, die Müller mittlerweile für den Club von der Ostalb aktiv ist, hat er den Platz zwischen den Pfosten nicht zum ersten Mal freigegeben. In der vergangenen Saison war dies sogar in der Conference League der Fall, wenn im Europacup wahlweise Kunstrasen oder Belastungssteuerung angesagt war. Seit dem Pokalkick aber ist die Lage eine andere - Müller hat seinen Stammplatz an Neuzugang Diant Ramaj verloren.

Natürlich sei die Situation für "Mü", wie der 34-Jährige beim FCH genannt wird, "nicht einfach", sagte Trainer Frank Schmidt nach dem Einzug in die zweite Pokalrunde: "Aber wir haben jetzt alles dazu gesagt. Es geht nicht um Diant, es geht nicht um Mü, es geht nicht um mich allein - es geht um den 1. FC Heidenheim. Wir stehen vor einer schweren Saison und brauchen alle Energie."

Unruhe während der Vorbereitung des FCH

Schmidts Ansage ist der Schlussstrich unter den Torhüter-Zwist der vergangenen Wochen, der ungewöhnlich viel Unruhe in die Sommervorbereitung des Bundesligisten gespült hatte. Erst kurz vor dem Pokalspiel vermeldete der Verein eine Aussprache zwischen den Beteiligten sowie ein Ende der Querelen. Entscheidend ist ohnehin bekanntlich das, was auf dem Platz passiert - und dort sorgte Ramaj am Samstag zumindest fürs Erste für ein paar Fakten.

Mal abgesehen von einem kleinen Wackler während der zweiten Halbzeit, als sich der 23-Jährige bei einem von Teamkollege Sirlord Conteh zurückgespielten Ball verschätzte und die Situation erst im Nachfassen entschärfte (51. Minute), strahlte er gleich in seinem ersten Pflichtspieleinsatz für Heidenheim Präsenz aus: beispielsweise bei hohen Bällen des Gegners oder durch lange Schläge in der eigenen Spieleröffnung.

Schmidt: Ramaj wird "diesen Status zementieren"

Seinen großen Auftritt hatte Ramaj dann nach knapp einer Stunde, als er den Foulelfmeter von Bahlingens Holger Bux abwehrte - der erste gehaltene Strafstoß seiner Profikarriere. Wäre der Viertligist in diesem Moment zum 1:2-Anschlusstreffer gekommen, das Match hätte durchaus in eine andere Richtung kippen können (58.).

Es sind Momente wie dieser, die Coach Schmidt und seinem Staff inklusive Torwarttrainer Bernd Weng in ihrer Entscheidung pro Ramaj und damit auch contra Müller bekräftigen dürften. Schmidt hatte erst kürzlich noch einmal betont: Neuzugang Ramaj ist die neue Nummer eins. "Ich bin davon überzeugt, dass er diesen Status zementieren und mit Leistung untermalen wird", so der Cheftrainer.

Ramaj schon einmal beim FCH aktiv

Helfen könnte Ramaj dabei auch, dass er den 1. FC Heidenheim und dessen Umfeld bereits aus jüngeren Jahren kennt. Zwischen 2018 und 2021 klopfte der damalige Nachwuchsspieler aus der U19 heraus am Heidenheimer Profikader, arbeitete im Training intensiv mit Müller zusammen.

Die Situation jetzt, sagt Ramaj, versuchten beide "professionell durchzuziehen - das klappt bis jetzt ganz gut". Der ungewohnte Anblick von Kevin Müller auf der Ersatzbank gehört nun einmal dazu.

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