Fußball | DFB-Pokal

Pflichtsieg im Südwest-Duell - Heidenheim schlägt mutigen Bahlinger SC

Der 1. FC Heidenheim hat den Sprung in die zweite Runde des DFB-Pokals geschafft. Die Heidenheimer gewannen das Südwest-Duell gegen den Regionalligisten Bahlinger SC.

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Stand

Von Autor/in Pirmin Styrnol

Mit einem 5:0 (2:0)-Sieg erfüllte der 1. FC Heidenheim gegen Regionalligist Bahlinger SC die Erwartungen. Bereits in der 9. Spielminute brachte Leo Scienza den FCH in Führung. Mathias Honsak nutzte einen individuellen Fehler zum 2:0 (34.). In der zweiten Hälfte vergab Holger Bux per Strafstoß die Chance zum Bahlinger Anschlusstreffer (58.), ehe Scienza mit seinem zweiten Treffer auf der Gegenseite das 3:0 erzielte (61.). Mikkel Kaufmann und Sirlord Conteh stellten den 5:0-Endstand her (77./83.).

"Wir wollen das Unmögliche möglich machen", hatte Bahlingen-Trainer Stefan Reisinger vor der Partie noch eine Kampfansage nach Heidenheim geschickt. Sein Gegenüber Frank Schmidt, der bereits beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams in der Oberligasaison 2007/08 an der Seitenlinie gestanden hatte, zeigte sich hingegen betont siegessicher: "Wir sind vorbereitet", so der 51-Jährige. Tatsächlich zeigte der Bahlinger SC in den Anfangsminuten durchaus Mut zum Vorwärtsgang. Dennoch war es der 1. FC Heidenheim, der nach vier Minuten für den ersten Aufreger sorgen konnte.

Petzolds Fingerspitzen verhindern Heidenheimer Traumtor

Nach einer Balleroberung am eigenen Strafraum zog Leo Scienza kurzerhand von der Mittellinie ab und versuchte den weit vor dem Tor stehenden Bahlinger Torwart Luca Petzold zu überraschen. Der 23-Jährige lenkte den Ball jedoch im letzten Moment mit den Fingerspitzen an die Latte und verhinderte so das frühe Heidenheimer Traumtor.

Der Bahlinger SC ließ sich davon jedoch nicht verunsichern und hätte nur zwei Minuten später seinerseits in Führung gehen können. Doch auch As Ibrahima Diakité scheiterte mit seinem Drehschuss an der Querlatte. Den darauffolgenden Nachschuss von Laurin Tost blockte Tim Siersleben per Grätsche ab (6. Spielminute). So ging es Schlag auf Schlag, Zeit zum Durchatmen gönnten beide Teams den rund 4.000 Zuschauer im Kaiserstuhlstadion nicht. Auch in den folgenden Minuten zeigten sich beide Mannschaften risikofreudig.

Scienza belohnt Heidenheim

Nach neun Minuten belohnte sich der 1. FC Heidenheim dann doch für seinen Offensivdrang. Eine kurz ausgeführte Ecke landete am Strafraumeck beim bis dahin sehr auffälligen Scienza, der aus halblinker Position abzog und die Kugel aus 20 Metern im langen Eck versenkte - 1:0 für den Bundesligisten. Doch auch jetzt ließ Bahlingen nicht locker, suchte immer wieder den Weg in Richtung Heidenheimer Tor und hätte nach 20 Minuten einen Strafstoß erhalten können. Heidenheim-Keeper Diant Ramaj hatte Diakité im Eins-gegen-Eins zu Fall gebracht, Schiedsrichter Lukas Benen entschied jedoch auf weiterspielen. Eine zumindest diskussionswürdige Entscheidung, die Bahlingen-Coach Reisinger so sehr auf die Palme brachte, dass er vom Unparteiischen mit Rot vom Feld verwiesen wurde.

In der Folge erspielte sich Heidenheim immer mehr Sicherheit und kontrollierte weitgehend das Geschehen, ohne die Bahlinger Defensive wirklich zu fordern. So resultierte das 0:2 aus Sicht der Gastgeber aus einem individuellen Fehler. Mathias Honsak erlief einen schlechten Rückpass von Holger Bux, umkurvte den Bahlinger Torhüter und schob danach ohne Probleme ein (34.). Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. "Das war wichtig, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen", analysierte FCH-Trainer Frank Schmidt nach dem Spiel am SWR-Mikrofon.

Bahlingen erhält Strafstoß, Heidenheim trifft

Die Bahlinger Hausherren starteten auch in die zweite Hälfte mit viel Selbstbewusstsein. Nach einer Flanke von rechts landete der Ball auf Höhe des Elfmeterpunkts bei Bux, der von Niklas Dorsch unsanft per Tritt an den Knöchel gestoppt wurde. Diesmal ertönte die Pfeife des Schiedsrichters - Strafstoß für Bahlingen. Der Gefoulte selbst versuchte sein Glück, doch Heidenheim-Torwart Ramaj war in seinem ersten Pflichtspiel für den FCH auf dem Posten und fischte den Ball aus dem vom Schützen aus unteren linken Eck (58.). "Da hatte ich das Glück auf meiner Seite", freute sich der Keeper nach dem Spiel am SWR-Mikrofon.

Im direkten Gegenzug hätte Sirlord Conteh auf 3:0 für Heidenheim erhöhen können, doch Petzold parierte glänzend. Nur wenige Minuten später machte es Scienza beim nächsten Heidenheimer Angriff besser. Mit einem wuchtigen Schuss aus rund 18 Metern ließ der Brasilianer dem Bahlinger Keeper diesmal keine Abwehrmöglichkeit mehr und traf ins linke obere Toreck (61.) - die Vorentscheidung.

Bahlinger Defensive fällt auseinander

Danach entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen von 28 Grad ein lauer Sommerkick. Die Bahlinger Hoffnungen schwanden, bei Heidenheim hingegen fiel merklich der Druck ab. So kam der FCH durch Mikkel Kaufmann noch zum 4:0. Der 24-Jährige blockte einen Abschlag vom bis dahin starken Bahlinger Torwart Petzold mit dem Fuß ins Tor (77.). Fünf Minuten später erhöhte Conteh sogar noch auf 5:0 (83.) und stellte damit den Endstand her. "Am Ende war es ein sehr gutes Spiel für uns", fand Ramaj. Ein Ergebnis, das deutlicher ausfiel, als das Spielgeschehen zunächst hergegeben hatte. "Im Endeffekt war's trotzdem ein Highlight", befand Bahlingen-Spielmacher Hasan Pepic trotz aller Enttäuschung.

Der 1. FC Heidenheim zieht damit letztlich ungefährdet in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Der Bahlinger SC darf sich am Ende aber dennoch für eine couragierte Leistung gegen einen Bundesligisten gratulieren lassen.