Interview mit SWR Sport

FCK-Coach Lieberknecht: "Die Jungs können stolz sein"

Der Sieg gegen Fürth sorgt in Kaiserslautern für Erleichterung. FCK-Coach Torsten Lieberknecht spricht im Interview mit SWR Sport auch über eine Nachricht an Norman Bassette.

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Stand

SWR Sport: Torsten Lieberknecht, nach dem 1:0-Heimsieg gegen Greuther Fürth haben Sie eine Nacht drüber schlafen können. Wie ist Ihr Wohlbefinden, mit dem Wissen, dass diese drei Punkte eingefahren sind?

Torsten Lieberknecht: (grinst) Das meinen Sie, dass ich eine Nacht drüber geschlafen habe. Nach einem Spiel – ob Sieg oder Niederlage – fällt es mir schwer, überhaupt einzuschlafen. Deswegen bin ich dann immer gespannt, was so im Fernsehen läuft. In der Nacht lief echt nicht viel Gutes. Ansonsten bin ich froh. Ich habe auf dem 'Betze' Gesichter gesehen, die fröhlicher waren als nach dem Darmstadt-Spiel.

SWR Sport: Das ist wahrscheinlich ein Kontrastprogramm zur Aussprache zwischen Trainerteam und Mannschaft in der vergangenen Woche. Wie haben Sie die Mannschaft vorgefunden?

Lieberknecht: Es gab die Möglichkeit, dass man Dinge anspricht, die uns alle bewegt haben. Aber zwischen Trainerteam und Mannschaft muss es keine Aussprache geben, weil wir uns sehr eng verbunden fühlen. Für viele war das Spiel gegen Fürth wahrscheinlich das einfachste Spiel – für uns aber mit Sicherheit das schwerste Spiel. Es war ein klassisches Zweitliga-Spiel, wie es oft vorkommt, auf Messers Schneide. Nicht brillant, aber ein Arbeitssieg. Dann sieht man hier Jungs, die erleichtert sind. Sie können stolz sein, dass sie das Spiel gezogen haben. Das habe ich ihnen auch gesagt.

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Stadion SWR1

SWR Sport: Stürmer Norman Bassette war anzumerken, dass er unbedingt sein erstes Tor machen will – was aber nicht geklappt hat. Muss man ihn bei Seite nehmen und ihm sagen: 'Kopf hoch'?

Lieberknecht: Da ich nicht geschlafen habe und nicht wusste, was ich machen soll, habe ich ihm eine WhatsApp geschrieben. Etwas später als sonst, aber er hat mir noch geantwortet. Da habe ich gemerkt: Auch er ist es noch am Verarbeiten. Mir war es wichtig, dass er gleich die Rückmeldung bekommt. Das, was er bisher macht, ist noch nicht von Erfolg gekrönt, was Tore angeht. Aber er ist bereit, für die Mannschaft zu spielen, zu ackern, in die Tiefe zu gehen. Und wenn er so weitermacht, kommt er seinem Tor immer näher. Das habe ich ihm mitgeteilt. Ich glaube, darüber war er happy.

SWR Sport: Den Sieg gegen Fürth haben Sie FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen gewidmet. Haben Sie darauf eigentlich eine Antwort von ihm erhalten?

Lieberknecht: Nein, habe ich nicht. Aber wir waren trotzdem in Kontakt. Ich bin sehr froh, dass wir diesen engen Kontakt haben. Fußball ist nicht immer alles.

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Marius Müller