Erst einmal haben Marlon Ritter und Naatan Skyttä gemeinsam in der Startelf des 1. FC Kaiserslautern gestanden. Und das ausgerechnet beim 1:2 bei der SV Elversberg, als die Pfälzer die bislang vielleicht schwächste Saisonleistung zeigten.
In den vergangenen beiden Spielen gaben sich die Offensivakteure dann die Klinke in die Hand. Beim 3:1 gegen Darmstadt kam Skyttä in der 75. Minute für Ritter, beim 3:0 in Fürth ersetzte Ritter in der Schlussphase den finnischen Neuzugang.
Skyttä glänzt in Fürth
Überzeugt hat in beiden Partien vor allem Skyttä, der mit seinem Jokertor gegen die Lilien die Wende einläutete und in Fürth mit dem 1:0 für den Dosenöffner für die fast über die gesamte Spielzeit in Überzahl agierenden Roten Teufel sorgte.
Dabei zeigte der 23-Jährige ein gutes Näschen, als er nach einem langen Ball von Semih Sahin und einem Doppelpass zwischen Paul Joly und Faride Alidou mit einem tiefen Lauf ins völlig leere Tor einschieben konnte.
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FCK-Trainer Lieberknecht trifft Bauchentscheidung
Dass Ritter und Skyttä zuletzt nicht mehr gemeinsam auf dem Platz gestanden haben und der FCK prompt zweimal gewann, mag mancher als Indiz werten, dass Torsten Lieberknecht in der Startelf nur einen der beiden sieht. Doch der FCK-Trainer hat bereits gezeigt, dass der Konkurrenzkampf offen wie nie ist. Auf den drei Offensivpositionen kamen bereits neun Profis zum Einsatz.
So sei die Wahl auf Skyttä beim Spiel in Fürth auch eine "Bauchentscheidung" gewesen, wie der 52-Jährige nach dem Abpfiff sagte. Für Ritter jedenfalls ist der Platz auf der Bank nichts, woran er sich gewöhnen möchte, wie er im Sportschau-Interview sagte.
Ritter und Skyttä ähneln sich - und unterscheiden sich
Aktuell wirkt es, als habe Skyttä die Nase etwas vorne, doch es ist ebenfalls bekannt, wie sehr Lieberknecht Ritters Qualitäten schätzt. Der Kapitän könnte aber auch deshalb auf weniger Spielzeit kommen, weil in der Mittelfeldzentrale die Neuzugänge Sahin und Fabian Kunze bislang gesetzt sind. Eine Position, auf der Ritter in der Schlussphase der vergangenen Saison auch zum Einsatz gekommen war.
Fest steht: Sollten Ritter und Skyttä gemeinsam auf dem Feld stehen, werden sie sich arrangieren, weil ihr Spiel ähnlich angelegt ist. Beide bevorzugen eher Aktionen über das Zentrum, beides sind Spieler, die mit ihren Bällen das Risiko suchen und "besondere Momente" kreieren können.
Ausgeschlossen ist so ein Duo jedoch keineswegs. Denn so sehr sich der Stil ähneln mag, so sehr unterscheiden sich die beiden Akteure vom Auftreten her. Skyttä ist der eher leichtfüßige Künstler, während Ritter auch durch gute Zweikampfwerte glänzt und in fast schon berüchtigter Weise als Emotional Leader vorangeht.
FCK: Der Konkurrenzkampf als gutes Zeichen
Ritters Bankplatz in Fürth ist für den FCK letztlich sogar ein gutes Zeichen. Ist es doch ohne Zweifel ein Ausdruck der gestiegenen Qualität des Kaders bei den Roten Teufeln. Trainer Lieberknecht jedenfalls wird froh sein, wenn er Kicker von der Güte eines Marlon Ritters oder Naatan Skyttä von der Bank bringen kann. Das funktioniert, wie das Spiel gegen Darmstadt eindrucksvoll gezeigt hat.
Es bleibt spannend, mit welcher Offensivformation Lieberknecht ins nächste Spiel startet. Nur mit Ritter? Nur mit Skyttä? Oder doch mit beiden? Die Auflösung gibt es dann am Freitag, wenn um 18:30 Uhr das Heimspiel gegen Preußen Münster angepfiffen wird (Liveticker und Audiostream auf sportschau.de).