Wer Frank Schmidt in diesen Tagen trifft, staunt über die gesunde Gesichtsfarbe des Heidenheimer Trainers. Die kräftige Bräune ist nicht nur Resultat der südtiroler Sonne, sondern auch der Erholung in den Wochen davor: "Die Akkus sind wieder aufgeladen", sagt Schmidt lächelnd in der Idylle Natz-Schabs, einem kleinen Dorf über Brixen, im Gespräch mit SWR Sport. Die Aufregung und nervliche Anspannung des monatelangen Abstiegskampfes in der Bundesliga und der dramatischen Relegation gegen Elversberg sind verarbeitet und abgehakt.
Einziger Neuer bislang: Bayern-Leihgabe Ibrahimovic
Nach der Saison ist aber immer auch vor der Saison, und so arbeiten die Brenztäler bereits für die neue Runde, bereiteten sich seit Mitte Juli zum dritten Mal in Serie auf der perfekt gepflegten Sportanlage von Natz auf künftige Herausforderungen vor. Erstaunlich für die Beobachter vor Ort: Neue Gesichter im FCH-Team sucht man (fast) vergebens. Einzig die junge Leihgabe Arijon Ibrahimovic (19), ein flexibel einsetzbarer Offensivspieler vom FC Bayern München, ergänzt bislang den Kader. Dabei könnten die Heidenheimer nach der sportlich sehr durchwachsenen Saison und den Abgängen der vormaligen Bayern-Leihgaben Paul Wanner (zurück nach München) und Frans Krätzig (nach Salzburg) die eine oder andere Verstärkung oder KaderErgänzung durchaus gut gebrauchen.
Allein: Heidenheim ist bislang noch nicht fündig geworden. "Der Transfermarkt ist überhitzt, das ist zumindest meine Wahrnehmung", sagt Frank Schmidt. "Es ist ja nicht so, dass wir noch keine Gespräche geführt haben. Bisher habe ich das noch nicht so erlebt, dass sich der eine oder andere Spieler gegen uns entscheidet, bei dem man denkt, eigentlich ist das doch der nächste Schritt". Aber, sagt Schmidt eher gelassen: "Wir nehmen das sportlich".
Fußball | 1. FC Heidenheim Der Brasilianer Leo Scienza: Mit Jesus im Herzen zum Traumziel-Bundesliga
Mit seinem Siegtreffer in Elversberg rettete Leo Scienza den 1. FC Heidenheim in der Bundesliga-Relegation. Der 26-jährige Brasilianer ist aber nicht nur auf dem Rasen ein außergewöhnlicher Mensch. SWR Sport hat ihn im Trainingslager des FCH getroffen.
Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben
Vielmehr freut sich Frank Schmidt, dass das FCH-Team in seinem Kern mit allen Stammspielern fast komplett zusammengeblieben ist. Mit Ausnahme eben der erwähnten Talente Wanner und Krätzig. Das sorgt für Ruhe und Geschlossenheit: "Ich bin noch entspannt und konzentriere mich auf die Arbeit mit der Mannschaft", sagt der Heidenheimer Trainer im SWR-Interview. "Das habe ich immer so gemacht". Bislang jedenfalls ist der Coach hochzufrieden mit der Vorstellung seiner Jungs: "Da gab es noch kein einziges Murren", so Schmidt über die Rückmeldungen im Trainingscamp, das auch durch den 2:0-Testspielsieg über Wacker Innsbruck wichtige Erkenntnisse brachte. Unter anderem die, dass Stürmer und Edelreservist Stefan Schimmer mit seinen zwei Treffern das Toreschießen längst noch nicht verlernt hat.
Frank Schmidt: "Halten Augen und Ohren offen"
Klar sei aber auch, "dass wir weiterhin Augen und Ohren offenhalten". Schließlich, so Cheftrainer Schmidt, könnte es bis zum Ende der Transfer-Frist am 1. September, um 18 Uhr, auch sein, "dass noch der eine oder andere Spieler aus unterschiedlichen Gründen geht. Dann müssen wir sowieso handeln". Patrick Mainka sieht die beinahe unveränderte Mannschaft durchaus auch als Vorteil: "Wenige Neue, das heißt erstmal auch, wenig zu integrieren", beschreibt der alte und neue Kapitän die personelle Situation in der bisherigen Vorbereitung "Wir haben einen Kern, der weiß, wie wir spielen wollen. Letztes Jahr war das anders, da mussten wir viele Neuzugänge heranführen und ihnen zeigen was es heißt, für den FCH zu spielen. Jetzt haben wir eine andere Grundlage."
Der 1. FC Heidenheim (noch) fast ohne Neuzugänge: "Irgendwo Fluch und Segen zugleich", sagt Kapitän Mainka, der gemeinsam mit seinem Trainer Frank Schmidt als Saisonziel erneut nur einen Begriff kennt: Klassenerhalt.