Es war das altbekannte Muster: Der 1. FSV Mainz 05 spielte gut, ging in Führung und plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, war "Blei in den Schuhen". Nicht tatsächlich, aber im metaphorischen Sinn. "Wir haben schon gegen Union Berlin (2:2) gesehen, dass es dann noch zu einem Unentschieden führen kann", sagte der Mainzer Verteidiger Danny da Costa gegenüber SWR Sport mit etwas Abstand zur 1:2-Niederlage beim 1. FC Köln am Samstag (17.01.). "Und haben nun die komplette Quittung bekommen, dass wir mit null Punkten rausgehen.
Mainz 05 auf der Suche nach neuen Lösungen für ein altes Problem
Da Costa war am Tag nach dem Bundesliga-Kellerduell auf der Suche nach Erklärungen. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein ziemlich gutes Spiel gemacht, haben wenig zugelassen, waren griffig, haben viele Situationen schon im Keim erstickt. Wir haben selber noch die Chance auf das 2:0 gehabt und dann in der zweiten Halbzeit wieder ein Stück weit den Faden verloren."
Ein Problem, das Mainz 05 seit Wochen begleitet. Warum? "Schwierig zu sagen", so da Costa. "Aber ich glaube, es ist ein Stück weit so ein bisschen das Ergebnis der gesamten bisherigen Saison - einfach das Selbstvertrauen, dass das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten dann vielleicht irgendwann mal im Spiel einen kleinen Knacks bekommt. Und das ist dann eben auf dem Level enorm gefährlich."
Mainz 05 mit sehr viel Pech
Die Konsequenzen waren in Köln niederschmetternd: "Dann ist so eine Druckphase entstanden, in der die Tore für den FC fallen", blickte da Costa zurück. Zwei Treffer für den Klub aus der Domstadt - beide Mal war Ragnar Ache mit dem Kopf zur Stelle. Beim zweiten Mal jedoch mit etwas Glück - aus Kölner Sicht. Oder mit sehr, sehr viel Pech - aus Sicht seines direkten Gegenspielers da Costa: "Aus meiner Perspektive sieht es aus, als würde der Ball fast ins Tor gehen. Ich versuche das halt irgendwie zu verhindern und köpfe ihn mit meinem Hinterkopf an Pfosten. Mein erster Impuls war: 'gut geklärt'. Und das nächste, was ich dann höre, ist die Tor-Melodie." Denn vom Pfosten aus klatsche der Ball ins Gesicht von Ache und von dort aus in Tor. "Das ist natürlich brutal ist", sagte da Costa, "extrem unglücklich".
Mainz ist nur deswegen nicht Tabellenletzter, weil der FC St. Pauli in 17 Spielen noch weniger Tore geschossen hat, als Mainz 05 in 18. Das kann sich im Nachspiel des Kiezklubs gegen gegen RB Leipzig (Dienstag, 27.1., 20:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) noch ändern.
Mainzer Schwankungen im Abstiegskampf keine Kraft-Frage
Dass Mainz 05 in der Englischen Woche mit mehreren verletzten und kranken Spielern zu kämpfen hatte und es deswegen etwas an Energie fehlte, will da Costa nicht als Ausrede zählen lassen. "Das glaube ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Köln hatte auch eine Englische Woche. Ich hatte auch das Gefühl gehabt, dass wir doch noch den einen oder anderen frischen Spieler bringen konnten. Also eine Kraft-Frage würde ich an der Stelle erstmal ausschließen."
Allerdings muss Mainz 05 schnell eine Lösung finden. Denn kommende Woche bekommt es die Mainzer mit dem VfL Wolfsburg zu tun (Samstag, 15:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de). "Das ist uns bewusst. Wir versuchen ohnehin schon daran zu arbeiten, aber man macht da eben nicht von heute auf morgen Riesensprünge." Dennoch ist da Costa weiterhin guter Dinge: "Grundsätzlich glaube ich an die Qualität im Kader."