Urs Fischer steht mit dem 1. FSV Mainz 05 vor einer Herkulesaufgabe, die er aber mit einer breiten Brust und viel Erfahrung angeht. "Es ist Abstiegskampf. Wenn du sechs Punkte zurück liegst, dann musst du die natürlich erstmal aufholen", sagte der neue Trainer der Rheinhessen auf seiner Vorstellungs-Pressekonferenz am Montag (08.12.).
"Einfache Situationen gibt es im Fußball nicht"
"Mainz 05 kennt diese Situationen. Wir müssen wach bleiben, wir müssen unsere Aufgaben erledigen", blicke Fischer voraus. "Einfache Situationen gibt es im Fußball aus meiner Sicht nicht. Du musst sie annehmen, wie sie sind."
Urs Fischer fordert die Tugenden des 1. FSV Mainz 05
Der 59-Jährige machte deutlich, was er von seinen Spielern beim Kampf um den Klassenerhalt erwartet. "Es gilt für uns, die Basics abzurufen", forderte Fischer. "Wir wollen wieder die Dinge zeigen, wofür der Mainzer Fußball bekannt ist. Unermüdlich sein, eklig in den Zweikämpfen, kompakt verteidigen."
"Dann kann ich auch eklig sein"
Fischer sieht sich auf seiner Mission selbst als eine Art Gegenentwurf zu Vorgänger Bo Henriksen. "Ein Vulkan bin ich nicht, ich werde nicht wie Bo sein. Das bin ich nicht, dann müsste ich was spielen. Und es ist wichtig, dass man als Trainer authentisch bleibt", sagte der Schweizer: "Ich bin bodenständig, authentisch, ein bisschen pragmatisch. Wenn ich was einfordere, mache ich das auch konsequent. Dann kann ich auch eklig sein."
Christian Heidel: "Brauchen Kontrast und andere Ansprache"
Sportvorstand Christian Heidel hob diesbezüglich nochmals hervor, dass das Bundesliga-Schlusslicht einen gänzlich anderen Trainerstil gesucht habe. "Bo ist ein sehr besonderer Typ, sehr extrovertiert", sagte der 62-Jährige: "Hätten wir einen ähnlichen Typen nach Mainz geholt, wäre das nicht gut gewesen. Wir brauchen einen Kontrast und eine andere Ansprache. Jeder der so ähnlich ist wie Bo, hätte es schwer gehabt, ihm in diesem Sinne das Wasser zu reichen."
Fußball | Meinung Der größtmögliche Break: Urs Fischer wird neuer Mainz-Trainer
Beim FSV Mainz 05 steht nach dem Trainerwechsel von Bo Henriksen zu Urs Fischer ein Kulturwandel an. Es ist eine Chance für die 05er, sagt SWR-Redakteur Michi Glang.
Fischer kündigte an, im Vergleich zu seinem Vorgänger erstmal nicht alles auf den Kopf stellen zu wollen. Änderungen könnten in der aktuellen Lage nur "sehr behutsam" vorgenommen werden, ein Systemwechsel hin zur Viererkette sei entsprechend erstmal kein Thema. Er wolle die Mannschaft "nicht überladen mit Informationen. Es geht darum, kleine Schritte zu gehen und erstmal Kleinigkeiten einzubringen", erklärte der 05-Coach: "Es ist wichtig, dass die Jungs etwas haben, woran sie sich festhalten können." Er wolle vor allem "die einfachen Dinge", die sogenannten "Basics" auf den Platz bekommen.
Dabei sollen ihm die Routiniers im Kader helfen, so Fischer weiter: "Es ist klar, dass die erfahrenen Spieler vorangehen müssen. Aber auch in dieser Situation können junge und hungrige Spieler ihren Stempel aufdrücken."
Urs Fischer soll den 1. FSV Mainz 05 retten
Mainz 05 ist nach 13 Spieltagen abgeschlagen Tabellenletzter der Bundesliga. Am Mittwoch (03.12.) hatte sich der Verein von Coach Henriksen getrennt. Beim Heimspiel am Freitagabend (05.12.) gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) hatte U23-Trainer Benjamin Hoffmann die Mannschaft für ein Spiel gecoacht, konnte die nächste Niederlage aber auch nicht verhindern.
Nun soll es also Fischer, dessen Vertrag bis 2028 läuft, richten. Und ist dabei optimistisch: "Es sind noch 21 Spiele und viele Punkte zu verteilen."