Christian Günter könnte in Schruns fast schon seinen Zweit-Wohnsitz anmelden, so häufig wie er dort mit dem SC Freiburg im Trainingslager war. "Es ist tatsächlich schon das 15. Mal", sagte er im Interview mit SWR Sport. "Man kommt auch ins Alter", scherzte der 32-Jährige.
Christian Günter will den SC-Freiburg-Rekord
430 Mal stand er für den SC Freiburg auf dem Platz. Wenn Chefcoach Julian Schuster ihn noch elf weitere Male aufstellt, zieht Günter mit Freiburgs Rekordspieler Andreas Zeyer gleich. Einen Rekord, den der Ur-Freiburger gerne noch abräumen will: "Natürlich ist das ein Ziel, das ich habe, weil der SC von Kindheitstagen mein Verein war. Und da in die Geschichte mit einzugehen, ist ein absoluter Traum. Dafür werde ich im Training alles geben."
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Das Alter gibt ihm anscheinend auch die nötige Gelassenheit, wenn er womöglich etwas länger auf seinen Rekord warten muss. Denn zum Ende der vergangenen Saison hatte ihm Jordy Makengo als Linksverteidiger etwas den Rang abgelaufen. Dass Günter nicht mehr unumstrittener Stammspieler ist, motiviert den Kapitän: "Jeder will auf dem Platz stehen. In der Mannschaft gibt es Konkurrenz, daher ist das völlig normal. Damals hatte sich der Trainer halt für den Jordi entschieden. Jetzt geht die Vorbereitung los, wir werden uns gegenseitig pushen und dann trifft der Trainer wieder eine Entscheidung."
Christian Günter kämpft um seinen Stammplatz beim SC Freiburg
Er sehe wenig Frust-Potenzial, sollte diese erneut gegen ihn ausfallen: "Beide geben einfach Gas im Training. Schlussendlich geht es darum, dass wir uns gegenseitig hochziehen. Und wenn es bei dem einen gut läuft, pusht das den Anderen, noch mehr zu geben. Und so geht es nicht nur bei uns. Wir haben viele Positionen auf denen wir Jungs haben, die in einem engen Kampf um die Plätze sind. Da muss jeder selbst die richtigen Schlüsse ziehen und auch dann hart zu arbeiten, wenn die Entscheidung vielleicht mal gegen einen fällt. Wenn wir das alles so umsetzen, werden wir eine erfolgreiche Saison spielen."
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Auch ohne Stammplatz spielt Günter eine wichtige Rolle im Team und ist auch da ganz Käpt'n. Denn er bemüht sich um seine Mitspieler, meldet sich, bietet Hilfe an und gibt den Neuen damit schon vor Dienstantritt ein gutes Gefühl: "Die Jungs kommen in ein neues Umfeld und dann tut es vielleicht auch mal gut, wenn man schon jemanden innerhalb der Mannschaft hat, dem man fragen kann - was die Stadt angeht, 'ne Wohnung und so. Das habe ich bisher immer gemacht, um den Jungs die maximale Hilfe anzubieten."
SC Freiburg will mehr als nur den Klassenerhalt
Und das Saisonziel? Da muss Christian Günter lächeln. "Jedes Jahr dieselbe Frage." Doch die Antwort ist diesmal überraschend: "Wir sind in drei Wettbewerben vertreten und wollen so lange wie möglich dabeibleiben."
Also erstmals mehr als der in Freiburg sonst übliche Klassenerhalt? Günter lacht erneut: "Wir wollen uns die Klasse verdienen. Das klingt viel angenehmer." Doch dann wir er doch nochmal ernst: "Die letzten Jahre gab es viele Beispiele: das Jahr davor international, vielleicht sogar Champions League, und im Jahr danach haben die Vereine in die andere Richtung schauen müssen. Denn mit der Dreifach-Belastung ist das schon etwas anderes. Und vom Reden kommt man keine Plätze nach vorn. Das muss man auf dem Platz schaffen."