Drei Bundesliga-Spieltage in Folge blieb die TSG Hoffenheim zuletzt ohne Sieg. Höchste Zeit also, diese Negativserie zu beenden. Und welch bessere Gelegenheit gäbe es da diese Saison, als ein Auswärtsspiel? Auf St. Pauli stellten die Kraichgauer erneut ihre Stärke im Revier des Gegners unter Beweis und sicherten sich den Dreier. Alle zehn Punkte des nun Tabellenachten wurden in der Ferne eingefahren. Wie geht das?
TSG-Trainer Ilzer über Auswärtsstärke: "Kann es nicht erklären"
"Da brauchen wir jetzt keine Zaubereien und keine Geister heraufbeschwören. Das kann ich nicht erklären. Aber die Leistungen waren auch Zuhause nicht schlecht", wusste TSG-Trainer Christian Ilzer das zu erklären. Nach der Heimniederlage gegen Köln (0:1) am sechsten Spieltag, hätten er und seine Mannschaft jedoch "Ergebnisdruck" verspürt.
Die mehr als 29.000 Fans am Millerntor würden das vermutlich bestätigen, denn sie sahen zwar ein kampfbetontes Spiel mit viel Leidenschaft, aber zunächst nur wenigen Torchancen. Auswärts-Torgarant Fisnik Asllani traf zwar in der achten Minute, stand jedoch im Abseits. Und die größte Chance vergab wenig später Tim Lemperle, dessen Direktabnahme in der 19. Minute aus rund elf Metern an den rechten Pfosten klatschte.
"Es war ein schwieriges Spiel in der ersten Halbzeit. Aber auch gegen einen sehr aggressiven Gegner haben wir Lösungen gefunden. Vor der Pause wurde es sehr brenzlig für uns, da haben wir Oli Baumann gebraucht." Beim starken Abschluss von Martijn Kaars in der 41. Minute rettete der Nationaltorwart die Kraichgauer vor dem Rückstand zur Pause, ehe Robin Hranac in höchster Not auch den Nachschuss Nachschuss von Mathias Pereira Lage blockte.
Touré mit Bundesliga-Torpremiere, Kramaric mit Rekord
"Es ist nicht ganz leicht, hier zu spielen, sie haben uns das Leben schwer gemacht", sagte TSG-Mittelfeldmann Grischa Prömel. "Aber wir haben uns reingebissen, hatten vielleicht auch in den entscheidenden Momenten das Glück, das man braucht, um hier zu bestehen." Zweimal konnte St-Pauli-Keeper Vasilj noch glänzend parieren (48. und 52.), dann traf Bazoumana Touré mit der Pike zu seinem ersten Bundesligator.
Andrej Kramaric, der den Treffer vorbereitet hatte, erzielte nur fünf Minuten später das 2:0. Nach feiner Lemperle-Hereingabe drückte er den Ball über die Linie und knackte damit auch einen besonderen Rekord: Nach Harry Kane und Julian Brandt kürte der Kroate sich zum dritten Spieler, der gegen alle aktuellen Bundesligisten getroffen hat.
"Ich freue mich einfach hier zu sein. In fast zehn Jahren habe ich viele schöne Momente erlebt", sagte der Stürmer.
Grischa Prömel vollendet mit erstem Saisontor
Beinahe ins Schwärmen kam auch Ilzer beim Anblick dieser zweiten Hälfte seiner Mannschaft: "Nach der Pause haben wir extrem stark losgelegt. Mit zwei wunderschönen Toren hat die Mannschaft das Spiel in die richtige Richtung geführt und schließlich noch ein drittes Tor nachgelegt." Das 3:0 in der 79. Minute kam von Grischa Prömel, mit seinem ersten Saisontor besiegelte er den Hoffenheim-Erfolg.
Fußball | Bundesliga Hoffenheim freut sich auf Auswärtszauber statt Heimspielfrust
Von wegen Heimstärke. Die TSG Hoffenheim war in der laufenden Saison nur auswärts top. Beim FC St. Pauli wollen die Kraichgauer diese Serie fortsetzen.
"Wir waren von Sekunde eins an bereit. Wir wussten, es wird ein heißes Spiel. Und es ist ein heißes Stadion. Nicht viele Mannschaften würden hier Punkte holen. Wenn wir jetzt noch wüssten, wie man Zuhause gewinnt, dann wären wir schon um einiges weiter", schmunzelte Kramaric im Anschluss an die Partie. Denn obwohl die TSG in der Tabelle nun ins mittlere Tabellendrittel auf Platz acht vorrückt, fehlt eine Sache doch noch sehr deutlich: Der erste Heimsieg.
Bricht die TSG kommende Woche gegen Heidenheim den Heimsieg-Fluch?
Gegen den Tabellenvorletzten aus Heidenheim, der kommenden Samstag in Sinsheim gastiert, stehen die Chancen dafür gar nicht mal so schlecht. So oder so, geht es für die Kraichgauer danach wieder nach Hamburg. In der zweiten Runde des DFB-Pokals trifft Hoffenheim erneut auf St. Pauli und darf am Millerntor mit breiter Brust aufschlagen - denn gespielt wird aus TSG-Sicht schließlich wieder auswärts.