"Nervig ist eine ganz gute Beschreibung", sagte ein sicht- und hörbar frustrierter Sebastian Hoeneß nach der 1:5-Niederlage zum Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern München. "Du machst das Tor und hast das Gefühl, 'okay, jetzt bist du gänzlich im Spiel' und sieben Minuten später hast du das Gefühl, 'das Spiel ist weg'." Darum ist der Trainer des VfB Stuttgart auch "hin und hergerissen". Hoeneß lobte "den Mut, den meine Mannschaft hier auch heute wieder an den Tag gelegt hat".
Der Plan des VfB Stuttgart geht nicht auf
Die Schwaben hatten sich für das Eröffnungsspiel der 64. Bundesliga-Saison einen Plan zurechtgelegt, der mehr als 50 Minuten sogar aufzugehen schien. Am Ende sah Hoeneß aber das alte Bild wie vor drei Monaten im DFB-Pokal-Finale: Stuttgart verliert - 0:3 in Berlin, zum Liga-Auftakt in München 1:5. "Gegen die Bayern darfst du keine Fehler machen, das haben wir heute wieder schmerzlich erfahren", konstatierte Hoeneß. "Am Ende müssen wir uns auch eingestehen, dass wir den einen oder anderen zu viel gemacht haben, der vermeidbar gewesen wäre."
SWR Sport | Am 20. September ausnahmsweise ab 21.55 Uhr SWR Sport mit Fabian Bredlow nach Stuttgart gegen Dortmund
Zwischen Druck, Konkurrenz und großen Träumen: Fabian Bredlow spricht über seinen Kampf um die Nummer eins - und was ihn antreibt.
Kapitän Deniz Undav empfand das 1:3 sogar als "Genickbruch" und rühmte die "brutale Qualität" der Bayern. Die Stuttgarter traten lange leidenschaftlich auf und verteidigten intensiv. Es war aber schließlich mal wieder zu wenig. "Das Ergebnis ist am Ende deprimierend", räumte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ein. "Es war direkt eine Standortbestimmung. Wir wissen jetzt, wo wir stehen."
Lob für Stuttgarts Keeper Fabian Bredlow
Ein Lob trotz der fünf Gegentore verdiente sich Torwart Fabian Bredlow. "Er hat uns mehrfach im Spiel gehalten. Es war eine rundum tadellose Leistung", sagte Wohlgemuth über den Ersatzmann des verletzten Dennis Seimen. Aber auch tadellose Leistungen sind gegen diese meisterlichen Bayern zu wenig. "Das tut auf jeden Fall weh", sagte Bredlow. "Ich kann mir von meiner guten Leistung jetzt nicht viel kaufen, weil wir keine Punkte mitnehmen. Ich glaube, wir haben heute viel Lehrgeld bezahlt."
"Das muss man auch anerkennen und akzeptieren und für sich auch richtig einordnen", sagte Chefcoach Hoeneß. "Allerdings haben wir den Anspruch, gerade in den guten Phasen die eine oder andere Situation besser zu spielen. Das war auch schon im Pokalfinale ein Thema, dass wir aus den Balleroberungen bessere Aktionen starten, klarere Aktionen haben und besser umgehen mit dem Ball." Hoeneß habe aus der Auftakt-Niederlage "wichtige Erkenntnisse" für das Spiel am kommenden Freitag (4.9., 20:30 Uhr) gegen den 1. FC Köln gezogen: "Damit können wir jetzt arbeiten."