Bundesliga

"Lernen statt grämen" - Lichtblick Führich und was der VfB noch aus dem Union-Spiel mitnimmt

Der VfB Stuttgart verpasst gegen Union Berlin den dritten Sieg in 2026, ist mit der Ausbeute der vergangenen Partien aber sehr zufrieden. Chris Führich bewies erneut seine Topform.

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Von Autor/in Johannes Holbein

Es war ein ungewöhnlicher Treffer, der Chris Führich gegen den 1. FC Union Berlin gelungen ist. Normalerweise ist die Paradedisziplin des Offensivspielers, den Ball nach einem kurzen Dribbling oder Haken ins lange Eck zu zirkeln. Diesmal drehte er die Kugel in der 59. Minute aus 17 Metern platziert ins linke untere und damit ins sogenannte kurze Eck. "Der Co-Trainer und Deniz (Undav, Anm. d. Red.) haben gesagt: 'Auch mal die kurze Ecke nehmen, weil sich alle auf die lange Ecke einstellen.' Das hat gut geklappt", sagte Führich nach dem 1:1 (0:0) gegen Union und grinste dabei.

VfB freut sich über die bisherige Ausbeute

Auch wenn Führichs Führungstreffer dem VfB nicht zum Sieg reichte, war der 28-Jährige nicht nur während des Spiels, sondern auch danach gut aufgelegt. "Sieben Punkte aus drei Spielen ist eine Top-Ausbeute, da nehmen wir das Positive mit." Er war einer der Lichtblicke des Stuttgarter Spiels, das anders als beim 4:1 gegen Leverkusen und 3:2 gegen Frankfurt weniger dynamisch, sondern phasenweise passiv und zäh wirkte. "Es war das erwartete Spiel. Frankfurt und Leverkusen sind Mannschaften, die selber spielen wollen. Union möchte nicht spielen", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.

Führich hatte bisher keine leichte Saison

Spielen wollte definitiv Chris Führich. Er war es, der die Angriffe des VfB gegen robuste Unioner immer wieder mit Dribblings, Steilpässen und anderen kreativen Einfällen belebte - und seine Leistung mit seinem dritten Saisontor krönte. Das ist insofern bemerkenswert, weil er an den ersten 15 Spieltagen dieser Saison Schwierigkeiten hatte, konstant auf gutem Niveau zu spielen. Seine eigentlich gefürchteten Haken und schnellen Richtungswechsel ließen kaum eine gegnerische Defensive zittern und in der Stuttgarter Startelf suchte man seinen Namen öfter vergeblich.

Stillers vergebene Chance ist ein Schlüsselmoment

Aber im Jahr 2026 wirkt Führich wie ausgewechselt und Hoeneß baut deshalb auf ihn. In den bisherigen drei Spielen, in denen Führich jedesmal von Anfang an spielte, hat der VfB sieben Punkte geholt. "Das hätten wir vorher unterschrieben", sagte Hoeneß. Auch wenn er zumindest insofern mit dem Punkt gegen Union haderte, da Angelo Stiller in der 80. Minute nach einem Vertikalpass von Undav allein vor dem Tor auftauchte, den Ball aber drüber jagte. Es wäre das 2:0 und damit wohl die Entscheidung gewesen. Drei Minuten später glich der Ex-Stuttgarter Woo-Yeong Jeong mit einem satten Linksschuss aus (83.) und weitere fünf Minuten danach hatte er sogar die große Gelegenheit, das 2:1 für Union zu erzielen. Diesmal tauchte VfB-Keeper Alexander Nübel ab und parierte den Schuss aufs linke Eck. "Am Ende hält Alex überragend, deshalb denke ich, dass der Punkt okay ist", sagte Führich.

Stuttgart

Bundesliga Führichs Führung reicht VfB gegen Union nicht zum Sieg

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Führich will mit dem VfB das Maximale erreichen

Hoeneß sprach davon, dass diese Partie für ihn und das gesamte Team ein "Reminder", eine Erinnerung daran sei, wie schwer es ist, in der Bundesliga zu gewinnen. Die körperlich sehr starken Berliner seien keine Laufkundschaft, was sie auch gegen andere Teams wie den FC Bayern München bewiesen hätten. "Ich habe nicht gesehen, dass wir nicht wollten. Wir blicken auf eine Woche zurück mit zwei intensiven Spielen, das muss man einordnen."

Für Führich war es ein erneuter Beleg seiner Topform. Dass er das Potenzial hat, ein Kandidat für die WM zu sein, steht außer Frage. Ob er allerdings seine Außenseiterchancen auf den hart umkämpften und sehr gut besetzen Offensivpositionen tatsächlich nutzt, hängt damit zusammen, ob er weiterhin in dieser Form aufspielen wird. Darüber spricht er nicht, sondern nur, was er mit dem VfB vor hat. "Wir wollen das Maximale herausholen aus dieser Saison. Ich glaube, dass wir das Potenzial dafür haben, dieses Jahr erfolgreich zu sein", sagte er.

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Johannes Holbein