Flutlichtduell zwischen zwei Traditionsvereinen. Zum Auftakt des 23. Spieltags in der 3. Liga empfängt der SV Waldhof Mannheim am Freitagabend (19 Uhr) den SSV Ulm 1846 Fußball. 33-mal spielten die beiden Teams bisher gegeneinander. In der 3. Liga ist es aber erst das vierte Duell zwischen den beiden Klubs. Das Hinspiel in dieser Saison konnten die Mannheimer in Ulm mit 2:1 für sich entscheiden.
Nach zwei hohen Niederlagen zu Beginn des Jahres drohte die Stimmung beim SV Waldhof zuletzt zu kippen. Erst gab es eine 2:5-Pleite gegen den SC Verl, und auch gegen den Aufstiegsaspiranten Hansa Rostock mussten sich die Buwe mit 0:4 geschlagen geben. Mit dem 3:1 im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln gelang dem Team von Trainer Luc Holtz am letzten Spieltag der erste Sieg im Jahr 2026.
Waldhof: Kompletter Fehlstart verhindert
"Nach den zwei Niederlagen haben wir viel hinterfragt. Gegen Köln haben wir dann mit und gegen den Ball Anpassungen vorgenommen. Es gehört aber manchmal in einem Spiel auch Glück dazu", erklärt Waldhof-Trainer Luc Holtz. "Gegen Köln haben wir sehr früh das 1:0 gemacht und gegen Rostock sehr früh die Gelb-Rote Karte bekommen", so Holtz. Für die Moral und das Selbstvertrauen tue der letzte Sieg enorm gut, auch weil mit Ulm wiederum eine Mannschaft mit viel Selbstvertrauen nach Mannheim komme.
Der 56-jährige Holtz ist seit Sommer 2025 Cheftrainer in Mannheim und spielt mit dem Waldhof bisher eine solide Saison. Mit 32 Punkten steht Mannheim nach 22 Spieltagen auf Platz neun. Die Aufstiegsplätze sind damit acht Punkte und die Abstiegsplätze zehn Punkte entfernt. "Das Ziel war es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Gerade wenn man bedenkt, dass die Mannschaft die letzten zwei Jahre dem Abstieg nur um Haaresbreite entgangen ist", so Holtz, der zuvor 15 Jahre lang Trainer der Nationalmannschaft von Luxemburg war. "Das erste Ziel ist ein sicherer Mittelfeldplatz. Wenn dann noch was nach oben geht, werden wir es probieren".
Gegen Ulm erwartet Holtz eine schwere Aufgabe ein. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass ein Gegner nach Mannheim kommt, der unbedingt die drei Punkte holen will. Jedes Spiel wird in der 3. Liga auf Augenhöhe gespielt", erklärt Holtz.
Waldhofs Mittelfeldstratege Arianit Ferati ist schon voller Vorfreude auf das Baden-Württemberg-Duell am Freitagabend. "Wir wollen hier zuhause den Dreier holen. Das ist unser Anspruch vor unseren Fans. Wir sind schwierig ins Jahr 2026 gestartet, konnten aber jetzt den Trend wieder in eine positive Richtung kippen und darauf wollen wir aufbauen", so der 28-Jährige.
Ulm: Comeback im Abstiegskampf
Im rund 230 Kilometer entfernten Ulm geht es darum, den Absturz in die Viertklassigkeit zu verhindern. Nach dem Zweitligaabstieg in der vergangenen Saison ging die sportliche Krise auch in der 3. Liga weiter. Bereits nach dem sechsten Spieltag wurde Cheftrainer Robert Lechleiter entlassen, und auch sein Nachfolger Moritz Glasbrenner musste nach nur knapp zwei Monaten bei den Spatzen wieder gehen. Außerdem sorgte ein Brandbrief der beiden Ulmer Kapitäne Johannes Reichert und Christian Ortag für zusätzliche Unruhe.
Mitte November übernahm Pavel Dotchev den Trainerposten bei den Spatzen. Unter dem Rekordtrainer der 3. Liga ging es zuletzt deutlich bergauf. Nachdem die Ulmer trotz guter Leistung im ersten Pflichtspiel 2026 noch eine 0:1-Niederlage gegen Wiesbaden hinnehmen mussten, folgten gegen Erzgebirge Aue (3:0) und gegen das Spitzenteam MSV Duisburg (1:0) zwei Siege in Folge. Damit hat Ulm nur noch einen Punkt Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.
Trotz der beiden Siege steht Ulm unter Druck
"Die zwei Siege waren enorm wichtig. Trotz zwei Siegen stehen wir aber noch nicht über dem Strich. Das ist alles noch ein sehr schmaler Grat“, warnt Dotchev. „Wir dürfen jetzt nicht denken, jetzt läuft alles. Im Gegenteil, es ist noch ein sehr langer Weg", erklärt der erfahrene Coach vor dem Duell mit Waldhof Mannheim.
Ein Grund für die jüngsten Erfolge ist auch das neue Ulmer Innenverteidiger-Duo mit Luca Bazzoli und Marcel Seegert. Bazzoli kam in diesem Winter von Essen zu den Spatzen. "Die Fans haben sofort gemerkt, dass er ein Leistungsträger ist. Er ist ein richtig guter Spieler für uns. Auch das Zusammenspiel mit Marcel Seegert ist sehr vielversprechend", so Dotchev über den Neuzugang. Der 25-jährige Bazzoli, der auch mal zwei Jahre beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, erwartet gegen Waldhof ein kampfbetontes Spiel. "Wir treffen dort auf eine Mannschaft, die auch gerade gut drauf ist. Es wird keine leichte Aufgabe, aber wir haben das Selbstvertrauen, dort auch drei Punkte zu holen".
Mit Marcel Seegert steht bei den Ulmern seit Sommer 2025 ein Ex-Mannheimer unter Vertrag, der insgesamt 315 Spiele für den Waldhof absolvierte. Coach Dotchev wird sich deswegen vielleicht noch den ein oder anderen Tipp von Marcel Seegert einholen. "Ich werde sicherlich mit Marcel noch über das Spiel sprechen. Vielleicht kann er mir noch Informationen geben, die ich noch nicht weiß", so Dotchev.
Bisher 8.000 Karten verkauft
Außerdem warnt der 60-Jährige vor der Stimmung beim Waldhof. "Zuhause ist Mannheim immer stark mit ihren Fans im Rücken und ihrem engen Stadion. Zudem sei Mannheim eine sehr dynamische Mannschaft mit vielen Positionswechseln. Laut Waldhof Mannheim sind bisher 8.000 Karten für das Baden-Württemberg-Duell verkauft. Auf Ulmer Seite werden rund 1.200 SSV-Fans die Mannschaft nach Mannheim begleiten.