Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz könnte während der am Samstag (5. Juni) beginnenden Tour de France mit starken Leistungen die Kapitänsrolle bei Red Bull-Bora-hansgrohe übernehmen. "Ja, genau", antwortete der etatmäßige Anführer Primoz Roglic auf die Frage, ob nach den ersten zehn Etappen der bessere der beiden Profis um die Gesamtwertung fahren werde.
Lipowitz zurückhaltend bei seinen Tour-de-France-Ambitionen
"Wir müssen erstmal abwarten", sagte Lipowitz wenig später nach der Team-Vorstellung und spielte die Aussagen seines Teamkollegen herunter: "Primoz hat schon in der Vergangenheit gezeigt, wie stark er ist." Roglic zu unterstützen sei "der Hauptplan, an dem halten wir fest".
Nichtsdestotrotz traut der 35-jährige Roglic dem aufstrebenden Laichinger sogar den Sprung aufs Podium zu. "Er hat ein sehr hohes Level gezeigt, er war sehr stark bei der Dauphiné", sagte der Slowene mit Verweis auf Lipowitz' dritten Gesamtrang bei der Tour-Generalprobe im Juni: "Warum sollte er es nicht auch hier bei der Tour de France tun?"
Die übrigen Südwest-Starter bei der Tour de France
Niklas Märkl
Niklas Märkl kommt aus einer Radsportdynastie. Schon sein Opa brachte Höchstleistung auf dem Rad, Vater Andreas Märkl ist seit März 2025 sogar Präsident des rheinland-pfälzischen Radsportverbands - auch Bruder, Schwester und Onkel sind im Radsport aktiv. Kein Wunder also, dass Niklas Märkl großen Rückhalt für seine Profikarriere genießt. "Die Kinder haben das so miterlebt. Das wollten wir einfach unterstützen", erinnert sich Mutter Annette Märkl. "Man hat auch gemerkt, dass sie alle sehr ehrgeizig drangehen. Da möchte man halt auch das Beste für sie." Der 26-Jährige vom niederländischen Team Picnic PostNL strahlt, während er über die kommenden Wochen spricht: "Die Tour hat einfach nochmal einen ganz anderen Charakter, ganz anderen Charme, einen besonderen Mythos, der die Tour von den anderen Rennen abhebt", sagt er.
Rennrad | Tour de France Wenn ein Traum wahr wird: Niklas Märkl startet bei der Tour de France
Der Pfälzer Niklas Märkl aus Queidersbach startet am kommenden Samstag bei der Tour de France. Für den 26-Jährigen geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.
Emanuel Buchmann
Emanuel Buchmann ist der Tour-de-France-Veteran unter den deutschen Startern. Der 32-Jährige aus Ravensburg ist 2025 zum achten Mal dabei - erstmals für sein neues Team Cofidis. "In der Gesamtwertung ist schon etwas Richtung Top 10 möglich", sagt er. Die Liste der Deutschen unter den besten zehn der Tour seit 2010 ist kurz: Buchmann. Schluss.
Marius Mayrhofer
Marius Mayrhofer ist einer von zwei deutschen Tour-de-France-Debütanten und startet mit einer Wildcard. Der 24-Jährige aus Tübingen fährt für das Tudor Pro Cycling Team aus der Schweiz und fuhr bereits zweimal bei der Giro d'Italia mit - 2023 fuhr er in der Gesamtwertung auf Platz 74, ein Jahr später musste er das Rennen jedoch vorzeitig beenden. In diesem Jahr konnte Mayrhofer ein paar kleinere Erfolge feiern: Beim Rad-Klassiker Paris-Roubaix fuhr er im April auf Platz 18 und gewann am 1. Juni die letzte Etappe des Boucles de la Mayenne im Nordwesten Frankreichs.
Pascal Ackermann
Einst galt er als große deutsche Sprint-Hoffnung, kämpfte zuletzt aber mit vielen Verletzungen. Mitte Mai konnte Pascal Ackermann wieder jubeln. Der 31-Jährige aus Kandel (Kreis Germersheim) gewann die Premiere des französischen Eintagesrennens Classique Dünkirchen nach 193,5 Kilometern in Lens im Sprint vor dem dreimaligen Tour-Etappengewinner Biniam Girmay (Eritrea) und dem Italiener Alberto Dainese.
Max Walscheid verpasst die Tour de France 2025
Bereits dreimal konnte sich Max Walscheid den Traum einer Tour-de-France-Teilnahme erfüllen. Nach zwei Jahren ohne Tour war ein Start 2025 fest eingeplant. Ende Juni, kurz vor der deutschen Radsport-Meisterschaft in der Pfalz, musste der 32-Jährige seine Teilnahme absagen. Der Sprintspezialist vom australischen World-Tour-Team Jayco AlUla wird nach einer Verletzung nicht rechtzeitig zum Tour-Start am 5. Juli fit.