Die Durststrecke des VfB Friedrichshafen im DVV-Pokal hält an: In einem engen Finale verloren die Volleyballer vom Bodensee mit 2:3-Sätzen gegen die SVG Lüneburg - und verpassten damit den 18. Pokalsieg der Vereinsgeschichte.
Lüneburg holt sich den ersten Satz
Im Finalklassiker des vergangenen Jahrzehnts - nach 2015, 2019 und 2022 war es bereits das vierte Pokalfinale zwischen Friedrichshafen und Lüneburg - hatte der VfB bislang stets die Oberhand behalten. Doch vor den Augen der mehr als 12.000 Zuschauer in der Mannheimer SAP Arena konnte sich zunächst keines der beiden Teams absetzen.
Nach zehn Minuten geriet Friedrichshafen, in der Volleyball-Bundesliga hinter Lüneburg auf Rang vier, erstmals mit drei Punkten in Rückstand. In der Endphase des ersten Satzes kam der VfB zwar noch einmal zum 23:23-Ausgleich. Doch wenig später mussten die Häfler den ersten Durchgang knapp an Lüneburg abgeben (25:27).
Friedrichshafen kann sich auf seinen Block verlassen
Es blieb auch in der Folge ein hart umkämpftes Spiel, in dem sich Friedrichshafen in die Partie hinein biss. Doch auch in Satz Zwei erspielte sich die SVG Lüneburg den ersten leichten Vorteil. Beim Stand von 16:17 aus Sicht des VfB demonstrierte der Häfler-Mittelblock um Gustavo Maciel zwei Mal nacheinander seine Stärke und drehte die Partie - 18:17.
Anschließend sorgte Vojin Ćaćić per Ass für das Break, bevor der 2,05 Meter große Maciel per gnadenlosem Angriffsschlag die Führung auf 20:17 ausbaute. Das Spiel kippte nun in Richtung des Rekordpokalsiegers. Gegen eine starke SVG mussten die Häfler trotzdem um jeden Punkt kämpfen - und hatten kurz darauf drei Satzbälle: Wieder zeigte der VfB seine Qualität im Block und glich so zum 1:1 nach Sätzen aus (25:21).
Nach 1:2 - Häfler erzwingen Entscheidungssatz
Auch im dritten Satz schenkten sich die beiden Finalisten nichts, bewegten sich weiterhin auf Augenhöhe. Beim Stand von 12:15 nahm VfB-Trainer Adam Swaczyna die Auszeit. Doch das änderte nichts daran, dass die Häfler weiterhin der Musik hinterherliefen. Ein Angriffsschlag des Diagonalangreifers Parker Van Buren flog deutlich über die Seitenauslinie - 13:18 aus Sicht des VfB, der kurz darauf den dritten Satz an die Lüneburger abgeben musste (16:25), bei denen nun deutlich mehr zusammenlief als beim VfB.
Doch Friedrichshafen schüttelte sich nur kurz, erspielte sich im vierten Durchgang eine frühe Drei-Punkte-Führung und konnte diesen Vorsprung anschließend verteidigen. Daran änderte auch einer der längsten Ballwechsel der Partie beim Stand von 17:12 nichts, den Swaczynas Team verlor. Nachdem der VfB seinen ersten Satzball noch ungenutzt ließ, sicherte sich Friedrichshafen wenig später den vierten Satz (25:21) - und erzwang so den Entscheidungssatz.
Nach schlechtem Start in Tie-Brerak: VfB verpasst Pokalsieg
Wer hat im Tie-Break die besseren Nerven? Die Antwort hieß zunächst: Lüneburg, das sich sofort zwei Breaks holte und mit 2:0 in Führung ging. Swaczyna reagierte prompt mit einer Auszeit, doch Lüneburgs Cole Young blockte den anschließenden Angriffsschalg des VfB - 0:3 aus Häfler-Sicht. Die Niedersachsen hielten nun alle Trümpfe in der Hand, Friedrichshafen dagegen stand mit dem Rücken zur Wand.
Der VfB gab sich nicht auf, aber Lüneburg spielte nun wie entfesselt, inklusive eines überragenden Hebers von Außenangreifer Daniel Gruvaeus zum 7:2 aus SVG-Sicht. Friedrichshafen, das im letzten Satz kein eigenes Break zustande brachte, hatte nichts mehr entgegenzusetzen, sodass die letzten Minuten zum Schaulaufen der Lüneburger gerieten. Nach einer spektakulären Rettungsaktion verwandelten die Niedersachsen gleich den ersten von insgesamt sechs Satzbällen (15:8).
Durch die 2:3-Niederlage verpasste der VfB Friedrichshafen den 18. Pokalsieg, während die SVG Lüneburg den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte bejubelte.
Louis Kunstmann: "Haben den Start im fünften Satz verpasst"
"Wir haben im fünften Satz den Start verpasst. Woran das liegt, weiß ich nicht", sagte VfB-Spieler Louis Kunstmann unmittelbar nach der Partie. "Es war ein sehr gutes Spiel. Generell hat Lüneburg heute ein bisschen besser angenommen und abgewehrt." Zwar sei die "super geile Atmosphäre in der Halle cool gewesen", freute sich Kunstmann über die Rekordkulisse in Mannheim. "Aber jetzt hier zu stehen und verloren zu haben, ist natürlich sehr ärgerlich."