Es war das erwartet intensive Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga. Das erste Viertel war kampfbetont und ausgeglichen. Dank eines starken Marcus Carr zieht Würzburg mit 58:44 davon. Die Gladiators kommen in der zweiten Halbzeit vor allem in der Defensive besser ins Spiel, können den Weggang ihres Point Guards Eli Brooks aber nicht ausgleichen. Würzburg erobert mit einem 102:83-Sieg den zweiten Tabellenplatz von Trier.
Die Baskets aus Würzburg hatten zuletzt mit drei Siegen in Serie in der Liga richtig angezogen. Für die Trierer war es da erste Spiel ohne ihren Star Point Guard Eli Brooks, der sich vor zwölf Tagen vom spanischen Erstligisten Manresa aus seinem Vertrag rauskaufen ließ. Da bislang noch kein Nachfolger verpflichtet wurde, übernahm Clayton Guillozet die Position des Spielmachers.
Eli Brooks fehlt den Gladiators Trier zunächst nicht
Die große Frage: Wie würde sich das Fehlen von Eli Brooks bei den Gladiators bemerkbar machen? Zunächst gar nicht. Die Trierer kamen gut ins Spiel zogen mit 10:2 davon. Der Plan der Bayern, die Gäste von der Mosel ins Halbfeld-Basketball zu zwingen, er ging in den ersten fünf Minuten nicht auf.
Dann drehte Damion Mintz auf Würzburger Seite mit zwei Dreiern auf und leitete die Aufholjagd seines Teams ein. Zur Freude der Fans in der ausverkauften Tectake-Arena war es im weiteren Verlauf des ersten Viertels das erwartet intensive Spiel zweier Spitzenteams. Das Ergebnis nach dem ersten Viertel spiegelt das ausgeglichene Offensiv-Spektakel mit 27:28 gut wieder.
Würzburger Marcus Carr macht den Unterschied
Würzburg startete besser ins zweite Viertel und zog mit neun Punkten davon. Trier stellte auf Zonen-Verteidigung um, um den Offensivdrang der Würzburger einzudämmen. Coach Jacques Schneider forderte beim ersten Timeout Stolz und Intensität von seinen Gladiators. Letzteres wurde sofort umgesetzt. Die weiterhin hochintensive Partie auch ablesbar an den 20 Fouls nach gerade mal 14 Spielminuten.
Auf Seiten der Baskets machte dann Marcus Carr mit seiner Treffsicherheit und seiner Spielfreude immer mehr den Unterschied und brachte sein Team mit 14 Treffern in Front. Trier fand dagegen kein adäquates Mittel und ließ 22 Turnover zu. Der Halbzeitstand 58:44.
Trier verteidigt besser in der zweiten Hälfte
Trier ließ in einer Halbzeit 58 Punkte zu - man musste kein Prophet sein, um sich den Inhalt der Halbzeitansprache von Triers Coach Jacques Schneider vorzustellen. Ohne mehr Zugriff in der Verteidigung würden die Punkte als spätes Weihnachtsgeschenk in Unterfranken bleiben.
Die Gladiators traten in der zweiten Hälfte deutlich bissiger auf. Der Würzburger Offensiv-Motor geriet ins Stocken, weil die Trierer immer weniger zuließen. Trier hatte die Möglichkeit, sich ran zuspielen, ließ aber die gewohnte Kaltschnäuzigkeit unterm Korb vermissen. Die Baskets konnten Trier nach dem dritten Viertel mit 14 Punkten auf Distanz halten.
Trierer Schluss-Offensive bleibt aus
Im bisherigen Saisonverlauf hatten die Gladiators immer wieder bewiesen, dass sie im letzten Viertel noch mal richtig aufdrehen können. Doch die 100 mitgereisten Fans warteten vergeblich auf die Schluss-Offensive ihrer Mannschaft. Sechs Minuten vor dem Ende wurde der Trierer Center Maik Zirbes auch noch nach einem disqualifizierenden Foul vom Platz gestellt.
Wir haben nicht ins Spiel gefunden.
Symptomatisch für das zerfahrene Schlussviertel. Auf Würzburger Seite hatte Brae Ivey einen Lauf, bringt sein Team drei Minuten vor Schluss mit 26 Punkten in Front. Am Ende feiert Würzburg einen 102:83 Sieg und tauscht damit den Tabellenplatz mit Trier. Der Trierer Publikumsliebling Marten Linßen fasst es zusammen: "Wir haben nicht ins Spiel gefunden."