Fußball-Expertin Nia Künzer

Powerfrau des Fußballs

Nia Künzer ist eine ehemalige deutsche Fußballerin mit großen Erfolgen. Unvergessen: ihr Golden Goal im WM-Finale 2003. In SWR1 Leute verrät sie unter anderem, was an Frauenfußball so faszinierend und anders ist.

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Von Autor/in Katja Heijnen

Frauenfußball vs Männerfußball

7-fache deutsche Meisterin, 3-fache UEFA-CUP-Siegerin und Weltmeisterin: Ex-Fußballerin Nia Künzer. Das Wesen des Frauenfußball bezeichnet sie als "leidenschaftlich, ehrlich, sportlich" und das, was ihn so authentisch macht: Es geht um weniger Geld und weniger Kommerz.

»Ich hoffe, dass der Frauenfußball nicht nur dem nacheifert, was der Männerfußball jetzt ist. Es gibt Bereiche, in denen er nämlich einfach kein gutes Vorbild ist.«

Fußball: So fing alles an

"Sie soll bitte wiederkommen." Das waren die Worte des Trainers, als er Nia Künzer mit fünf Jahre zum ersten Mal Fußball spielen sah – in einem Jungsteam, denn Mädchenteams waren damals kaum zu finden. Selbst als sie schon beim SG Praunheim Bundesliga spielte und die Jungs vier Klassen drunter waren, musste sie sich noch mit den Jungs eine Kabine teilen – und die hatten immer Vorrang.

Fußball für Mädchen: damals ein No-Go

Doch es gab noch dunklere Zeiten: Von 1955 bis 1970 hatte der DFB den Frauenfußball unter Strafandrohung verboten. Wer sich als Mädchen für Fußball interessierte, galt als "lesbisch" oder "gestört".

Nia bedeutet "Ich will!"

Nia Künzer wurde 1980 in Botswana geboren, wo ihre Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten. Ihr Vorname Nia heißt übersetzt in Swahili "Ich will!" – das passt wunderbar zu der willensstarken Frau, die sich nie hat entmutigen lassen. Ihre Liebe gilt neben dem Fußball ihren beiden Kindern und ihrem Ehemann. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich für die Welthungerhilfe. Für die ARD kommentiert sie die FIFA Frauen-WM.

Rheinland-Pfalz

Journalistin Martina Keller Als sie mit Fußball anfing, spielten Frauen noch um ein Kaffeeservice

Schon als Kind ist sie verrückt nach Fußballspielen. Damals gab es noch gar keinen Frauen- oder Mädchenfußball. Sie kickt überall – Schulflur, Hof, Park, Straße. Ihre Grätschen hauen auch die Jungs um. Heute – mit knapp über 60 – steht sie immer noch regelmäßig auf dem Platz für Union 03 Altona.  

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Katja Heijnen
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