Ein Leben ohne Diskriminierung
Janis McDavid redet viel lieber über Chancen und Lösungen als über Risiken und Probleme. Dass er weder Arme noch Beine hat, nennt er "eine Laune der Natur".
Ich hatte nicht den Gedanken, dass ich sozusagen zu behindert wäre für meinen Traumjob [Motorradpolizist].
Eine Zeitlang haderte Janis McDavid dann doch mit seiner Situation ("ein jahrelanger Kampf gegen mich selbst"), bis er sie mit 18 akzeptierte. Heute arbeitet er als Autor und Speaker, hat eine Ausbildung zum Mentalcoach gemacht und hält Motivationsvorträge.
Grenzen verschieben und nie aufgeben
McDavid kennt keine Grenzen bzw. will sie nicht akzeptieren und entwickelt sich ständig weiter z. B. beim Schwimmen. Obwohl er als Kind traumatische Erlebnisse im Wasser hatte, startete er mit über 30 einen neuen Versuch und es gelingt: Vor gut einem Jahr hat er schwimmen gelernt. Inzwischen ist ein richtiger Leistungssport daraus geworden und er tritt bei Wettkämpfen an – wenn er so weitermacht vielleicht auch bei den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
Janis McDavid: Vordenker für Inklusion
McDavid hat schon den Kilimandscharo bestiegen und fährt Autorennen. Unvorstellbar eigentlich, nicht für ihn. Oft geht viel mehr als wir denken. Diese Haltung will McDavid auch in seinem neuesten Buch vermitteln: "All Inclusive. Wie wir Job und Alltag barrierefrei machen". Er will mit Vorurteilen aufräumen, die er und andere Menschen mit Einschränkungen erleben. Ihm geht es um eine Arbeitswelt, in der alle Menschen arbeiten können und nicht diskriminiert werden.
Ich erwarte, dass Unternehmen die besten Leute einstellen und sich nicht daran aufhängen, ob jemand behindert ist, welches Geschlecht sie oder er hat, welche sexuelle Orientierung oder Hautfarbe.