Biologisches Alter beeinflussen

Tipps vom Altersforscher: Die sieben Jungbrunnen-Faktoren

Lange leben – wollen wir alle, aber bitte fit. Auch geistig. Das gesunde Altern ist das Spezialgebiet von Altersforscher Prof. Sven Voelpel. Im SWR1 Interview gibt er Tipps.

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Stand

Fit im Alter: Sieben Jungbrunnen-Faktoren sind entscheidend

SWR1: Alte Menschen sind sehr unterschiedlich. Der eine läuft mit 85 Jahren noch einen Marathon, der andere sitzt nur im Sessel. Ist das Schicksal oder kann man das beeinflussen?

Sven Voelpel: Tatsächlich kann man es beeinflussen. Zu 70 Prozent liegt es in unserer Hand, wie wir altern. Also sind nur 30 Prozent durch die Gene bestimmt. Die Basis sind Bewegung, gesunde Ernährung, guter Schlaf, soziale Kontakte. Insgesamt sind es sieben Jungbrunnen-Faktoren.

Unser Gehirn ist wie ein Muskel. Wer es trainiert, der bleibt stark. Es gibt auch bestimmte Vitalstoffe, die das unterstützen, wie B-Komplex und Omega 3. Da ist jedoch wichtig, dass man immer auf Qualität setzt und nicht auf die Menge.

SWR1: Das heißt, Training des Gehirns ist die eine Sache, und was man von außen zuführt an Ernährung die andere?

Voelpel: Das Motto ist: "Wer rastet, der rostet" Denn die Kette reißt ja bekanntlich immer am schwächsten Glied. Also ist es wichtig, die sieben Jungbrunnen-Faktoren in Einklang zu halten. [...]

Die sieben Jungbrunnen-Faktoren sind:

  1. Einstellung
  2. Ernährung
  3. Bewegung
  4. Soziale Interaktion
  5. Atmung
  6. Schlaf
  7. Entspannung

Das Gehirn muss im Alter fit gehalten werden

SWR1: Was heißt es, das Gehirn wie einen Muskel zu trainieren?

Voelpel: Das Gehirn wird zum Beispiel besser durchblutet, wenn ich mich bewege. Das heißt, durch Bewegung und Durchblutung des Gehirns werden neue Synapsen gegründet oder gebildet.

Aber Bewegung alleine reicht auch nicht. Wenn man zusätzlich noch Klavier spielt, oder Matheaufgaben rechnet, dann werden die Synapsen dort gebildet, wo sie gebraucht werden.

Tipps für Training des Gehirns, damit es im Alter fit bleibt

SWR1: Das heißt, zum Beispiel jeden Morgen Rätsel machen und dann 20 Minuten Klavier spielen?

Voelpel: Rätsel machen ist gut. Und Bewegung. Diese Bewegung im Alltag mit dem Lernen zusammen ist das, was es wirklich ausmacht.

Wie fit ist mein Gehirn? Kostenloser Alterstest im Internet

SWR1: Betrüger suchen gerne alte Menschen als Opfer und sind damit erfolgreich, zum Beispiel mit dem Enkeltrick. Hat die Anfälligkeit Opfer von solchen Betrugsmaschen zu werden, auch etwas mit dem abbauenden, gealterten Gehirn zu tun?

Voelpel: Mit dem Alter wird das kritische Denken tatsächlich manchmal langsamer. Gleichzeitig werden Emotionen, wie Vertrauen, stärker.

Genau das nutzen natürlich Betrüger aus. Und darum ist es wichtig, geistig beweglich zu bleiben, zu lernen.

SWR1: Was muss auf den Speiseplan, um das Altern hinauszuzögern?

Voelpel: Auf den Speiseplan gehört Gemüse, aber auch viele Kräuter. Viele schaffen es aber nicht, sich qualitativ hochwertig zu ernähren. Da kann man dann mit Nahrungsergänzungsmitteln nachhelfen.

Da gibt es zum Beispiel OPC aus Traubenkernen, Kiefernrindenextrakte, Wurzelextrakte aus der traditionellen Chinesischen Medizin. Das trägt alles dazu bei, dass die Zellen vor Stress geschützt werden.

SWR1: Zu Ihren Empfehlungen gehört auch, jeden Morgen eine ausgepresste Zitrone mit Wasser zu trinken. Was bewirkt das?

Voelpel: Die Zitrone sorgt dafür, dass wir insgesamt fitter sind. Denn: Durch die Zitrone können sich Viren und Bakterien schlechter in unserem Körper halten. Dadurch sorgt die Zitrone dafür, dass wir insgesamt gesünder sind.

Gehirnjogging: Wie man das Gehirn trainieren kann, um lange geistig fit zu bleiben

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Hanns Lohmann
SWR1 RP Moderator Hanns Lohmann
Interview mit
Sven Voelpel, Alterforscher
Onlinefassung
SWR1