Zum Glück ist der Dry January vorbei! Aber was kommt jetzt?

Unter dem Motto "Dry January" haben viele seit Jahresbeginn auf Alkohol verzichtet. Warum braucht es so einen "hippen" Namen und vor allem, was kommt jetzt?, fragt Gerhard Leitner in seiner Kolumne. Feedback? Gerne! kolumne@swr.de

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Stand

Von Autor/in Gerhard Leitner

Die Deutschen trinken immer weniger Alkohol. Der Absatz von Bier in Deutschland sinkt – im vergangenen Jahr um 6%. Und auch bei anderen alkoholischen Getränken wird ein Rückgang verzeichnet.

Und ich weiß auch, wer schuld daran ist: zum Beispiel meine Kollegen. Stehen im Flur und tuscheln verschwörerisch. Das war vergangene Woche, da war noch Januar. Und zwar nicht irgendein Januar, sondern der Dry January - damit ist gemeint, den ganzen Monat auf alkoholische Getränke verzichten. Die verwegene Idee kommt ursprünglich aus Großbritannien und hat sich in den vergangenen Jahren in Frankreich, Deutschland und der Schweiz verbreitet.

Aber zurück zu den Kollegen: Ja - ob man sich wirklich dran gehalten hat und dass sich das gut angefühlt hat, oder dass man das schon seit Jahren so macht und so weiter. Ungeachtet dessen, dass damit ein immaterielles Kulturgut mit den Füßen getreten wird. Nämlich das handwerkliche Bierbrauen - von der Unesco als solches eingestuft - aber das nur am Rande.

Ich selber kam gar nicht auf die Boykott-Idee, aber da war's, wie gesagt, schon Ende Januar und drei Tage vor Ablauf wollte ich auch nicht mehr einsteigen - von guten Vorsätzen mit Ablaufdatum halte ich ohnehin nicht so viel. Und auch der Name: Dry January - Hauptsache hip. Da muss man ja schon bei der Aussprache nüchtern sein, sonst wird da schnell ein Dray Dschennuay draus. Ok, zugegeben - trockener Januar, das klingt wenig sexy - eher nach Klimawandel. 

Und jetzt haben wir Anfang Februar. Wird das dann jetzt nach dem Dry January der Wet February - angesichts von Fasching , Fastnacht und Karneval in wenigen Tagen? Aber halt: am Aschermittwoch beginnt ja die Christian Fastenzeit - also doch wieder Dry im Sinne von weniger Süßkram, Dry Gin oder Dry Aged. Aber nicht übertreiben! Im März müssen wir wieder fit sein, denn kommt der Election-March in Baden-Württemberg - "The Länd" - und in Rheinland-Pfalz, gefolgt von Surprise-April und dann wahrscheinlich wieder Hot May bis Hot Oktober. Noch einmal zum Dry January: Laut Deutschem Wetterdienst war der Januar - ganz nüchtern betrachtet - tatsächlich sehr trocken, aber dafür besonders sonnig. Also, es geht auch ohne.