Verzichten liegt im Trend

Fastenzeit gestartet - so reagiert der Handel auf weniger Konsum

Nach dem Motto "Dry January" oder "Veganuary" hatten im Januar viele auf Fleisch und Alkohol verzichtet. Jetzt startet die Fastenzeit. Wie der Handel das spürt.

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Von Autor/in Christoph Mautes

Ein Verzichtstrend jagt den anderen. Seit Jahresbeginn gab es nur zwei Wochen zwischen Dry January und Veganuary bis hin zur Fastenzeit. Eine Entwicklung, die sich in den Geschäften bemerkbar macht - insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel.

Verzicht auf Alkohol und Co. zeigt sich in Statistiken

Für den Januar zeigen die Statistiken der vergangenen Jahre, dass viel weniger Fleisch, Alkohol und auch Süßigkeiten verkauft werden. Und zwar nicht nur im Vergleich zum vorangegangenen Dezember, sondern auch auf das Gesamtjahr gesehen.

Im Januar werden zum Beispiel ein Drittel weniger Süßigkeiten verkauft als im Jahresdurchschnitt. Viele Menschen haben dann auch noch Vorräte aus der Weihnachtszeit. Aber die Forschung sagt ganz klar:  Die Menschen verzichten ganz bewusst schon im Januar auf Alkohol und Süßes. Das spürt der Handel, aber natürlich auch den Effekt der Fastenzeit.

Ersatzprodukte fangen Umsatzverluste teils auf

Bei Süßigkeiten funktioniert ein Kompensieren der fehlenden Umsätze kaum - es handelt sich um ein Saisongeschäft. Bei Alkohol und Fleisch werden in Verzichtsphasen aber durchaus Ersatzprodukte gekauft, die dann wieder Umsätze in die Kasse des Handels bringen.

Ein Winzer aus der Pfalz hat sich beispielsweise komplett auf alkoholfreie Weine spezialisiert. Der Januar und die Fastenzeit sind beinahe ein zweites Weihnachtsgeschäft für ihn. Auch der Handel habe Ersatzprodukte längst als Geschäftsmodell entdeckt, so Carsten Kortum, Professor für Lebensmittelhandel an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Den Begriff "Dry January" habe es vor ein paar Jahren noch nicht gegeben. Jetzt würden aber Kampagnen gefahren und der Handel mache gezielt entsprechende Angebote.

Verzicht ist längst ein Geschäftsmodell

Ersatzprodukte sind mittlerweile das ganze Jahr über gefragt - nicht nur im Januar und in der Fastenzeit. Und der Umsatz mit ihnen wächst kontinuierlich weiter. Trotzdem sieht man gerade in Verzichts-Zeiten, dass auch diejenigen Menschen eher zu alternativen Produkten greifen, die sonst Fleisch und alkoholhaltigen Wein kaufen.

Insgesamt zeigt sich übrigens laut Umfragen: Je jünger die Menschen sind, desto eher ernähren sie sich vegetarisch oder vegan. Bei Alkohol sieht das ganz ähnlich aus. Und allein das zeigt: Der Markt mit diesen Produkten dürfte auch ohne Fastenzeit und Dry January noch deutlich wachsen.

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Autor/in
Christoph Mautes
Onlinefassung
Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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