Debatte über geschütztes Tier

AfD-Fraktion will Goldschakal ins Jagdrecht aufnehmen

Die AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag will den Goldschakal ins Jagdrecht aufnehmen. Das Umweltministerium hält dies aktuell für nicht notwendig.

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Von Autor/in Nicole Freyler

Die AfD-Fraktion im Landtag fordert, dass der Goldschakal in Baden-Württemberg gejagt werden darf. Das grün geführte Umweltministerium sieht dafür derzeit keinen Anlass.

Nach Ansicht der AfD-Fraktion könnte mit dem Jagdrecht ein Risiko für heimische Wildtiere vermieden werden. "Das Ministerium liefert Zahlen zu reproduktiven Goldschakalen, die aufrütteln müssen - von einem territorialen Rüden im Jahr 2020 ist man in kürzester Zeit auf 33 offiziell nachgewiesene Welpen und Elterntiere gekommen", kommentiert der AfD-Landtagsabgeordnete Udo Stein die Antwort auf eine kleine Anfrage. Das Umweltministerium verkenne die Brisanz der Zahlen.

Umweltministerium: Goldschakal auf natürlichem Weg eingewandert

Aus dem Ministerium heißt es, der Goldschakal, der etwas größer ist als ein Fuchs, sei keine invasive Art, sondern auf natürlichem Wege eingewandert. Das Ministerium teilte mit, man könne keine seriöse Zahl an Tieren angeben.

Seit 2021 wurden durch ein Monitoring 19 Welpen in Baden-Württemberg registriert. Bislang sei in Baden-Württemberg ein Nutztier gerissen worden. Der Goldschakal ist durch das Bundesnaturschutzgesetz und nach den Richtlinien der Europäischen Union streng geschützt.

Monitoring und Vorkommen in Baden-Württemberg

Das hundeartige Tier wird in Baden-Württemberg laut dem Umweltministerium überwacht, um Konflikte frühzeitig zu erkennen. Aktuell würden weitere Untersuchungen geprüft. Seit 2018 wurden die Tiere schwerpunktmäßig im Schwarzwald-Baar-Kreis, in den Landkreisen Tuttlingen und Rastatt sowie im Bodenseeraum nachgewiesen. Goldschakale können grundsätzlich kleinere Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Geflügel reißen. Hauptbeute sind aber laut Umweltministerium kleinere Tiere oder Insekten.

Landesbauernverband: Keine großen Probleme bekannt

Große Probleme sind auch beim Landesbauernverband in Stuttgart derzeit nicht bekannt. Auf Sylt hatte ein Goldschakal 2025 zahlreiche Schafe einer Herde gerissen.

In Bayern wurde der Goldschakal im Frühjahr ins Jagdrecht aufgenommen. Ebenso in Niedersachsen, dort genießt das Tier aber eine ganzjährige Schonzeit. Nur in extremen Ausnahmefällen kann eine Genehmigung zum Abschuss erteilt werden. In den meisten Bundesländern darf er nicht gejagt werden. Goldschakale halten sich gerne in dicht bewachsenen Gebieten auf und sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Außerdem gelten sie als scheu. Begegnungen mit Menschen sind daher eher selten.

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