Die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beginnt an diesem Donnerstag (11. Juni). Die deutsche Mannschaft hat ihr erstes Spiel am 14. Juni gegen Curaçao. Doch durch den Zeitunterschied zwischen den Gastgeberländern und Deutschland beginnen die Spiele nach mitteleuropäischer Zeit teilweise erst spät am Abend oder sogar in der Nacht.
- Sind Autokorsos erlaubt?
- Was planen Städte und Gemeinden?
- Welche Regeln gelten für Autos beim WM feiern?
Für Feierlichkeiten wie Public Viewings und Autokorsos sind das besondere Bedingungen, auf die sich Städte und Behörden vorbereitet haben. Während der Fußball-WM gilt außerdem eine befristete Verordnung über Lärmschutz. Mit der Regelung werden Public Viewings auch nach 22 Uhr möglich.
Autokorsos: verboten und trotzdem verbreitet
Autokorsos sind streng genommen laut § 30 der Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt - der Paragraph verbietet nämlich unnötigen Lärm und unnützes Hin- und Herfahren bei der Benutzung von Fahrzeugen. Nichtsdestotrotz beschäftigt das Phänomen Behörden und Städte.
So bereiten sich Städte und Gemeinden auf die WM vor
Laut Innenministerium treffen die Polizeipräsidien ihre polizeiliche Maßnahmen in Bezug auf die Fußball-WM zusammen mit Städten und Gemeinden. Die Einsatzplanung und die Abstimmungen mit den kommunalen Sicherheits- und Ordnungsbehörden erfolge unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und des WM-Verlaufs. Außerdem unterstützt das Ministerium nach eigenen Angaben die Polizeipräsidien mit sogenannten Orientierungs- und Handlungshilfen. Dazu gehören Empfehlungen für den Umgang mit möglichen Autokorsos.
Städte stehen im engen Austausch mit der Polizei
Die Polizei bewerte mögliche Autokorsos anhand der örtlichen Gegebenheiten und der jeweiligen Sicherheitslage. Laut dem Innenministerium würden hier auch die besonderen Gegebenheiten der Nachtzeit berücksichtigt.
Auf einen Autokorso müsse situativ reagiert werden, so die Stadt Stuttgart. Aufgrund der Erfahrungswerte werde wie bei allen öffentlichkeitswirksamen Turnieren Absperrmaterial bereitgestellt, um bei Bedarf schnelle Sperrungen oder Maßnahmen zur Verkehrslenkung zu ermöglichen. Bei Spielen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit von Fanreaktionen aufweisen, sei üblicherweise die Verkehrspolizei verstärkt unterwegs. Polizeiliche Maßnahmen könnten von der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten, wie unnötigem Lärm, bis hin zu strafrechtlichen Schritten bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer reichen.
Auch die Stadt Mannheim stehe in engem Austausch mit der Landespolizei. Es hätten bereits Besprechungen stattgefunden, in denen unter anderem nach einer Bewertung der Spielpaarungen ein abgestuftes Verkehrskonzept abgestimmt wurde. Auch während der WM werde der enge Kontakt zur Landespolizei bestehen bleiben, um stets aktuell und an die Lage angepasst Maßnahmen ergreifen zu können.
Polizei appelliert an Rücksicht der Fans
Das Polizeipräsidium Reutlingen appelliert an Fußballfans, ihre Freude über sportliche Erfolge verantwortungs- und rücksichtsvoll auszudrücken. Feierlichkeiten sollen weder die öffentliche Sicherheit noch die Nachtruhe beeinträchtigen, heißt es in einer Mitteilung. Entsprechende Verstöße würden konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht werden.
Außerdem betont das Präsidium: Autokorsos auf öffentlichen Straßen seien nicht zulässig. Gefährliches Verhalten wie etwa das Sitzen auf Fahrzeugdächern, Hinauslehnen des Körpers aus Fenstern oder das Schwenken von Fahnen mit langen Stangen sei zu vermeiden. Dass Alkohol am Steuer nicht erlaubt ist, sei klar. Laut dem Präsidium sei der Fahrer auch verantwortlich für das Verhalten seiner eventuell alkoholisierten Mitfahrer.
Das ist erlaubt
Ausgelassenes Feiern und dem auch durch das Aussehen des Autos Ausdruck zu verleihen, sei erlaubt: Laut dem ADAC ist von kleinen Fähnchen an den Seitenscheiben über Aufkleber am Auto bis zum Lackieren des Wagens in Nationalfarben alles zugelassen. Wichtig sei nur, dass die Sicht des Fahrers nicht eingeschränkt und keine Verkehrsteilnehmer gefährdet seien.