Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg warnt vor falschen Geldanlage-Tipps über Messenger- und SMS-Dienste. Betrüger schreiben dabei auf WhatsApp, Telegram oder per SMS Menschen ungefragt an und laden sie in eine Onlinegruppe ein, die lukrative Anlagemöglichkeiten verspricht. In den Gruppen agierten die Täter als angebliche "Finanzexperten" oder "Investitions-Coaches", so das LKA. Die Kriminellen würden hier meist gefälschte Profile und falsche Identitäten nutzen. Dabei scheuen sie laut der Polizei nicht davor zurück, Namen bekannter Persönlichkeiten zu verwenden, um Seriosität vorzugaukeln.
Falsche Vertrauenswürdigkeit durch Auszahlung von kleinen Beträgen
Andere Gruppenmitglieder, bei denen es sich ebenfalls um Betrüger handelt, loben die "Expertise" und posten angebliche Erfolgsgeschichten mit frei erfundenen hohen Gewinnen. Die Opfer würden dadurch dazu verleitet, über täuschend echt aussehende, aber dennoch gefälschte Trading-Plattformen oder -Apps zu investieren, so das LKA.
Anfänglich werden auf diesen Plattformen kleine Gewinne gemeldet, die in manchen Fällen sogar ausgezahlt werden. Dadurch täuschen die Betrüger Vertrauenswürdigkeit vor und verführen ihre Opfer, größere Summen einzuzahlen. Sobald dies erfolgt sei, komme der Betrug aber zum Vorschein, sagt das LKA. Die Täter forderten weitere Zahlungen für angebliche Steuern oder Gebühren, die Voraussetzung für eine Auszahlung seien oder die Konten seien schlicht nicht mehr aufrufbar. Das investierte Geld sei in den meisten Fällen verloren.
Die Täter agieren international und verursachen alleine in Baden-Württemberg Schäden im Millionenbereich.
Das LKA gibt deshalb Tipps wie man sich vor dieser Betrugsmasche schützen kann.
Tipps: So erkennt man falsche Geldanlagen
- Misstrauen gegenüber allen Finanzangeboten, die unerwartet über soziale Medien oder Messenger-Dienste angeboten werden. Seriöse Finanzdienstleister kontaktieren Kunden nicht auf diese Weise.
- Vorsicht bei Angeboten, die mit hohen Gewinnen bei geringem Risiko locken. Solche Versprechen sind fast immer ein Zeichen für einen Betrugsversucht.
- Das Unternehmen und die Plattform recherchieren, bevor man Geld investiert. Man sollte überprüfen, ob der Anbieter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert ist. Ein Blick auf der BaFin-Website kann vor Betrug schützen.
- Keine sensiblen Daten oder Geld an unbekannte Personen oder Plattformen weitergeben.
- Wenn man bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, sollte man bei der örtlichen Polizeidienststelle Anzeige erstatten.