Oft fängt mit so einer harmlosen Freundschaftsanfrage oder einem zunächst unverfänglichen Chat im Internet alles an und endet manchmal in einer teuren Liebesfalle.
Das ist die Masche von sogenannten "Lovescammer" – also Liebesbetrüger. Sie erschleichen sich zuerst das Vertrauen, dann das Herz und am Ende auch noch das Geld ihrer Opfer.
Wo Lovescammer auf der Suche sind
In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Ist der erste Kontakt erst einmal hergestellt, werden die potenzielle Opfer schnell mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeiten überhäuft. Dahinter steckt oftmals einzig und allein das Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Lovescammer: Wann Sie hellhörig werden sollten
Die virtuellen Partner geben z.B. vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen.
Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen. Die Geschichten dazu sind natürlich total erfunden und am Ende ist das Geld weg.
Wo Lovescammer unterwegs sind
Als Lovescammer sind nicht nur Männer, sondern auch Frauen aktiv. Die Täter sind nicht auf bestimmte Opferprofile fokussiert: Jeder, der sich in sozialen Netzwerken bewegt und an neuen Kontakten interessiert ist, kann grundsätzlich betroffen sein, die sich für neue Kontakte interessieren.
Prüfen: Echter Mensch oder nur ein Betrüger?
Wer solche Nachrichten oder Kennenlernangebote erhält, sollte erst einmal in einer Suchmaschine den Namen plus das Wort "Scammer" eingeben.
Wenn Sie zusätzlich noch ein Foto haben, geben Sie auch das in die Bildersuche einer Suchmaschine ein. Mit der umgekehrten Bildersuche z.B. von Google können Sie herausfinden, wo bestimmte Bilder herkommen und zusätzliche Informationen zu den erhaltenen Bildern herausfinden.
Lovescammer: Nutzen Sie die Bildersuche!
Dazu bei Google die Bildersuche öffnen. Die ist bei den meisten rechts oben auf dem Bildschirm. Dann lädt man das erhaltene Bild vom eigenen Rechner in die Suche rein bzw. lädt es hoch. Man bekommt dann eine Trefferliste und eine Vermutung, um welches Bild es sich handeln könnte. Oftmals sind es geklaute Fotos von weniger bekannten amerikanische Schauspieler oder Schauspielerinnen.
Woran Sie Lovescammer erkennen
Typisch, für sogenannte Lovescammer sind diese Kriterien:
1. Lebensstil: Eine ungewöhnliche Lebensgeschichte: Diese werden häufig genutzt, um sich interessant zu machen.
2. Aussehen: Männliche Liebesbetrüger glänzen oft in Uniform, während Frauen mit hochwertigen und etwas freizügigen Bildern locken.
3. Auslandsbezug: Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien z.B. aus beruflichen Gründen.
4. Sprache: Oft kommunizieren sie in gutem Englisch. Immer öfter aber auch auf Deutsch.
5. Inhalt der Nachrichten: Die E-Mails enthalten schon nach dem ersten Kontakt eine Fülle an Liebesschwüren und Liebesbekundungen. Hellhörig sollte Sie auch werden, wenn ein gesteigertes Interesse am Lebenslauf, Hobbies und Aktivitäten offenkundig wird.
6. Finanzielles Interesse: Bitten um Geld, weil gerade ein Notfall eingetreten ist.
Wichtig: Spätestens wenn die neue Bekanntschaft um Geld bittet, sollten Sie den Kontakt abrechen und zur Polizei gehen!
Richtiges Verhalten bei Liebesbetrügern
Es gibt fünf Grundregeln, wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie einen Lovescammer entlarven:
- Blockieren – unterbrechen Sie sofort jeden Kontakt!
- Ignorieren – gehen Sie auf keine Forderungen ein.
- Sichern – speichern Sie alle Mails, Fotos und Chat-Texte ab.
- Melden Sie das Profil beim Seitenbetreiber.
- Zur Polizei gehen!
Warum Sie zur Polizei gehen sollten
Erstatten Sie unbedingt Anzeige gegen den Lovescammer bei der Polizei! Jede Polizeidienststelle nimmt ihre Anzeige entgegen. Auch wenn die Aussicht darauf, Geld oder Wertsachen zurückzubekommen gering ist, helfen Sie mit jedem Hinweis dabei, Täterinnen und Täter zu verfolgen und andere zu schützen!
Im Studio: Wolfgang Sinn, Seniorensicherheitsberater