20.000 Euro mehr für Diesel

Tanken wird teurer - das trifft nicht nur Verbraucher, sondern auch Speditionen

Wegen des Iran-Kriegs steigen die Dieselpreise. Das trifft Verbraucher an der Tankstelle, aber auch die großen Logistiker und Speditionen. Wie gehen sie damit um?

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Von Autor/in Thorsten Weik

Die Spritpreise steigen - und machen Verbrauchern Sorgen, die ihr Auto betanken wollen und teilweise mehr als zwei Euro pro Liter Diesel oder Benzin bezahlen. Gleichzeitig treffen sie auch eine Branche: die Speditionen.

Etwa die von Matthias Diez. Er ist Geschäftsführer der Spedition Diez aus Dettingen unter Teck (Kreis Esslingen), die sich auf Spezialtransporte spezialisiert hat - wie etwa für den Anlagen- oder Maschinenbau. Rund 80 Lkw gehören zu seinem Fuhrpark.

Ein großer Sattelzug tankt rund 600 Liter Diesel und kommt damit 2.000 Kilometer weit. Wöchentlich kauft Diez deshalb 30.000 Liter Diesel für die eigene Betriebstankstelle ein - das ist ein ganzer Tankzug.

20.000 Euro mehr im Monat für Diesel

Zu letzter Woche haben wir einen Preisunterschied von rund 17 Prozent. Wenn ich das kalkuliere, dann sind das im Monat rund 20.000 Euro, die on top draufkommen.

Der Spritpreis ist für die Spedition relevant, er macht gut 30 Prozent der gesamten Transportkosten aus. Diez muss die zusätzlichen Kosten allerdings nur vorstrecken - bis er sie im Folgemonat an seine Kunden quasi weitergeben kann.

"Wir haben aus der Historie gelernt und haben dementsprechend bei 90 Prozent unserer Kunden eine Dieselabsicherung", sagt er. Das heißt: Die höheren Spritkosten kann er an die Kunden weitergeben. Und damit kommen die gestiegenen Kosten zum Schluss vermutlich bei den Endverbrauchern der Produkte an.

Sprit kostet mehr als zwei Euro pro Liter

Autofahrer müssen die gestiegenen Preise selbst zahlen: Innerhalb einer Woche ist der Dieselpreis in Baden-Württemberg durchschnittlich um fast 30 Cent gestiegen, auf jetzt rund zwei Euro pro Liter.

Der ADAC Württemberg geht davon aus, dass die Preise für Diesel und Benzin erstmal auf hohem Niveau bleiben werden. Am Donnerstag lagen die Preise laut SWR-Datenanalyse für einen Liter Super-Benzin in Deutschland im Mittel bei 1,99 Euro. Beim Diesel waren es 2,03 Euro.

Günstiger tanken: Tipps für Verbraucher

Verbrauchern rät der ADAC, Preise zu vergleichen. "Es gilt generell, dass man immer die günstigste Tankstelle in der Nahe anfahren sollte. In der dynamischen Situation jetzt ist das entscheidend", sagt Julian Häußler, Sprecher vom ADAC Württemberg.

Teilweise gebe es in derselben Region oder Ortschaft einen Preisunterschied von 20 Cent. Wer abends zwischen 19 und 20 Uhr tankt, tankt oft am günstigsten und kann im Vergleich zum Höchstpreis im Tagesverlauf oft über zehn Cent pro Liter sparen.

Tankstellen verdienen nicht am Rohölmarkt

Der Uniti Bundesverband Energie Mittelstand verweist darauf, dass sich die Preise an den Tankstellen nach den Wiedereinkaufspreisen richten. Zu rund 60 Prozent seien sie außerdem durch Steuern und Abgaben an den Staat beeinflusst - wie etwa über die Energiesteuer, CO2-Besteuerung oder die Mehrwertsteuer.

Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig

Spritpreise am 17. April 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,12€, E10 2,06€ und Diesel 2,19€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.

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Thorsten Weik
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Theresa Rauffmann

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