International agierendes rechtsextremes Netzwerk

Durchsuchungen gegen "Blood & Honour"-Ableger in BW: NS-Gegenstände und Armbrust beschlagnahmt

In BW gab es eine Razzia gegen Mitglieder einer rechtsextremistischen Vereinigung. Sie sollen die verbotene Organisation "Blood & Honour" unter neuem Namen weitergeführt haben.

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Stand

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitteilten, haben Mittwochvormittag Einsatzkräfte Wohnungen und Arbeitsplätze von neun Personen durchsucht. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder der verbotenen rechtsextremen Vereinigung "Blood & Honour" zu sein.

Ableger der rechtsextremen Organisation "Blood & Honour"

Die Beschuldigten im Alter von 35 bis 53 Jahren sollen die Vereinigung seit mindestens 2022 unter dem Deckmantel "Brothers of Honour - Chapter Süddeutschland" fortgeführt haben. Unter anderem sollen sie seitdem eine Reihe von rechtsextremistischen Konzerten im Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Ortenaukreis veranstaltet haben. Wegen des Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot droht ihnen mindestens eine Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Razzien in fünf Landkreisen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurden insgesamt 18 Wohnungen und Arbeitsstätten in den Landkreisen Karlsruhe, Sigmaringen, Waldshut sowie im Ortenau- und im Schwarzwald-Baar-Kreis durchsucht. An den Ermittlungen waren neben dem Staatsschutz- und Antiterrorismuszentrums des Landeskriminalamts und des Staatsschutzes Baden-Württemberg auch die Polizei Freiburg, Konstanz, Offenburg und Ravensburg sowie das Landesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

Festnahmen gab es keine. Allerdings wurden zahlreiche Gegenstände beschlagnahmt, so die Generalstaatsanwaltschaft. Unter anderem wurden Kleidungsstücke mit Bezug zur rechtsextremen Vereinigung "Blood & Honour", diverse NS-Gegenstände, ein NS-Dolch und eine Vielzahl sogenannter Rechtsrock-CDs, rund 50 elektronische Geräte, darunter etwa 30 Mobiltelefone, mehrere Messer, Schreckschusswaffen, Schlagringe und sogenannte Totschläger, eine Armbrust mit Zielfernrohr sowie ein nicht geladenes Luftdruckgewehr sichergestellt.

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BW-Innenminister: Null Toleranz gegenüber Rechtsextremisten

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, man habe Null Toleranz gegenüber Rechtsextremisten: "Gegen verbotene Vereinigungen und ihre perfiden Machenschaften gehen wir mit geballten Kräften und allen Mitteln des Rechtsstaats konsequent vor." Mit dem am 1. Januar 2025 beim Landeskriminalamt eingerichteten Staatsschutz- und Antiterrorismuszentrum Baden-Württemberg sei die Schlagkraft noch einmal erhöht worden.

"Blood & Honour" ist seit 2000 verboten

"Blood & Honour" ist laut Generalstaatsanwaltschaft ein international agierendes Netzwerk von zum Teil auch gewaltbereiten Rechtsextremisten. Die Organisation wurde 1987 in Großbritannien gegründet. Ziele seien unter anderem die weltweite Koordinierung rechtsextremer Musik und Propaganda sowie die internationale Vernetzung der rechtsextremistischen Szene. Der Name ist eine Übersetzung des Mottos "Blut und Ehre" der Hitler-Jugend.

In Deutschland war die Organisation mit mehr als 200 Anhängern eine der größten in Europa. Sie wurde im Jahr 2000 vom Bundesinnenministerium verboten, da sie sich gegen die verfassungsgemäße Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung richtete.

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