Leistungstest an Grundschulen in BW

Ergebnisse von "Kompass 4" besser - Kritik bleibt

Nach viel Kritik im vergangenen Jahr sind die Ergebnisse der Leistungstests "Kompass 4" an den Grundschulen in Baden-Württemberg dieses Mal besser. Kritiker halten den Test weiter für überflüssig.

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Von Autor/in Maren Haring

Die Viertklässler in Baden-Württemberg haben beim diesjährigen Leistungstest "Kompass 4" deutlich besser abgeschnitten als beim ersten Durchgang vor einem Jahr. Das Kultusministerium hat die Ergebnisse am Montag veröffentlicht. Kritisiert wird unter anderem, dass im Test deutlich weniger Kinder das Niveau für ein Gymnasium erreichen, als jährlich dorthin wechseln.

Im Rahmen der wieder eingeführten verbindlichen Grundschulempfehlung werden die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler in Mathe und Deutsch abgefragt. Bei der Einführung von "Kompass 4" im Jahr 2024 hatten viele Schülerinnen und Schüler vor allem im Mathetest schlecht abgeschnitten. Nur sechs Prozent der Viertklässler erreichte das für das Gymnasium erforderliche Niveau. Es folgte ein Aufschrei, der Test wurde überarbeitet.

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Die Ergebnisse vom zweiten Durchlauf im vergangenen November sehen jedoch besser aus: Gut ein Viertel der 100.000 Schülerinnen und Schüler erreichten in Mathe das Niveau für das Gymnasium, im Fach Deutsch mehr Schülerinnen und Schüler das Niveau für die Realschule.

Ministerium: Lehrkräfte zufriedener mit überarbeitetem Leistungstest

Die Rückmeldungen aus den Schulen haben laut dem Ministerium ergeben, dass die Lehrkräfte die Aufgaben als machbar und die Zeit dafür als ausreichend empfanden. "Kompass 4" erweise sich als geeignetes Instrument für eine unabhängige Rückmeldung zum jeweiligen Leistungsstand eines Kindes, so Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne).

"Kompass 4" erweist sich als geeignetes Instrument für eine unabhängige Rückmeldung zum jeweiligen Leistungsstand eines Kindes.

Dass die Überarbeitung des Leistungstests funktioniert hat, dem stimmen sowohl Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wie auch des Verbands Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) zu. Die Kinder und auch die Eltern seien weniger nervös gewesen.

Kritik bleibt: viel Druck für die Kinder, wenig Erkenntnis

Doch für die GEW löst sich die grundsätzliche Kritik am Leistungstest "Kompass 4" damit nicht auf. Die Gewerkschaft hält den Test für überflüssig, er sei höchstens als Hilfe bei Zweifelsfällen notwendig. Ansonsten setze er Kinder unter Druck, die erhoffte Beratungsfunktion erfülle der Test laut der GEW nicht.

Diskrepanz zwischen Testergebnissen und erwarteten Grundschulempfehlungen

Auch von der SPD-Fraktion im Landtag kommt Kritik. Die Sinnhaftigkeit von "Kompass 4" bleibe mehr als zweifelhaft, so die schulpolitische Sprecherin Katrin Steinhülb-Joos. Vor allem, da auch bei den diesjährigen Testergebnissen nur ein Viertel der Kinder das Gymnasialniveau erreiche, während im vergangenen Jahr deutlich mehr Kinder die Empfehlung fürs Gymnasium erhalten haben. Das sei auch in diesem Schuljahr zu erwarten.

Die Sinnhaftigkeit von "Kompass 4" bleibt daher mehr als zweifelhaft.

Ein Sprecher des Kultusministeriums erklärte, dass neben dem Willen der Eltern weiterhin die Einschätzung der Lehrkräfte entscheidend sei. Erst die Lehrerkonferenzen im Februar kommenden Jahres bringen demnach Klarheit darüber, wie viele Kinder auf ein Gymnasium wechseln.

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