Start- und Landebahn wird saniert

Wie leergefegt: Warum am EuroAirport bei Basel derzeit kaum Flugzeuge starten

Kurz vor Beginn der Sommerferien saniert der EuroAirport Basel-Mulhouse seine Start- und Landebahn. Wegen der Bauarbeiten ist der Flugverkehr fünf Wochen lang stark eingeschränkt.

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Von Autor/in Nikolaus Rhein

Leere Check-In-Schalter und kaum noch Flugzeuge auf dem Rollfeld - der EuroAirport Basel-Mulhouse wirkt aktuell wie ausgestorben. Es sind Bilder, die an die Corona-Pandemie-Zeiten erinnern. Der Grund: Wenige Wochen vor Beginn der großen Urlaubszeit wird die Start- und Landebahn am drittgrößten Schweizer Flughafen saniert.

Flugverkehr fünf Wochen lang stark eingeschränkt

Über einen Zeitraum von fünf Wochen wird die Jahrzehnte alte Piste erneuert – und deshalb der Flugverkehr stark eingeschränkt. Weil die Piste mit schwerem Gerät aufgerissen und der Beton erneuert wird, ist kein Platz mehr für Flugzeuge. Starten und Landen ist nur noch auf der deutlich kleineren Nebenlandebahn möglich - was nur für kleinere Flugzeuge in Frage kommt. Deshalb werden auch nur noch die beiden Fluggesellschaften EasyJet und GP Aviation fliegen. Im Vergleich zum Normalbetrieb sind in den kommenden Wochen nur zehn Prozent der Passagierflüge im Einsatz.

Normalerweise ist Bauen etwas Tolles, weil es Fortschritt und Entwicklung bedeutet. Aber ich habe schon lieber Flugzeuge als Baumaschinen auf der Piste.

Leerer Flughafen sorgt für Verwirrung bei Passagieren

Für die Passagiere ist der ausgestorbene Flughafen ein ungewohntes Bild. "Aufgefallen ist es mir wirklich beim Parken. Da war alles frei, und das ist schon speziell", sagt Marco Altoé, der nach Barcelona fliegt. Auch Melanie Magosch war vor ihrem Flug nach Prag etwas verwirrt: "Bin ich jetzt richtig? Ist hier der Betrieb? Oder ist hier jetzt komplett Stillstand? Gehen die Flüge? Das waren die ersten Gedanken, schon etwas irritierend."

Die Landebahn am EuroAirport
Mit schwerem Gerät wird die Start- und Landebahn am EuroAirport auf einer Länge von 1500 Metern saniert. Euroairport

Niryna Champagne arbeitet in einem Café am EuroAirport. Auch für sie ist der ausbleibende Trubel ungewohnt: "Normalerweise haben wir morgens hunderte Kunden, jetzt hatte ich gerade mal ein Dutzend."

Nachtarbeiten hätten zu lange gedauert

Die Start- und Landebahn wird auf einer Länge von 1.500 Metern erneuert. Kosten: 40 Millionen Euro. Andere Flughäfen setzen bei solchen Sanierungen eher auf Bauarbeiten in der Nacht. Beim EuroAirport hätten die Arbeiten allerdings bis zu 400 Nächte gedauert. "Wir haben es bevorzugt, die Einschränkung kurz und mit einer Totalsperrung der Piste durchzuziehen", sagt Flughafen-Direktor Market.

EuroAirport rechnet mit einer Million weniger Passagieren

Der EuroAirport rechnet während der Bauarbeiten mit knapp einer Million weniger Passagieren. Die Tickets für die verbliebenen Flüge kosten zudem mehr als normalerweise. Weniger und teurere Flüge - das spürt auch die Tourismusstadt Basel. Dort rechnet man mit weniger Übernachtungen. Immerhin: Es sei nicht die am stärksten nachgefragte Jahreszeit, weshalb die Einbußen eher gering seien, meint Letizia Elia, Direktorin Basel Tourismus:

Wir profitieren davon, dass die Schweiz sehr kompakt ist, dass die Leute aus dem Ausland verstärkt mit dem Zug anreisen und dass Zürich sehr nah ist. Und die Menschen trotzdem nach Basel kommen können.

Bis zum 20. Mai bleibt der Flugverkehr eingeschränkt, dann sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein - und die frisch sanierte Hauptpiste ist für die nächsten 30 Jahre startklar.

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Nikolaus Rhein
Nikolaus Rhein ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Freiburg.

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