Die Gefühle bei den Winzerinnen und Winzern in Baden-Württemberg sind gemischt. Einerseits verspricht die Ernte einen qualitativ ordentlichen Jahrgang 2025, weil das Wetter es gut gemeint hat. Es gab fast nirgendwo Schäden zum Beispiel durch Hagel, außerdem haben sich Sonne und Regen immer wieder abgewechselt. Andererseits verdienen die Winzergenossenschaften und Weingüter immer weniger Geld, weil weniger Wein getrunken wird und gleichzeitig die Produktionskosten steigen.
"Die wirtschaftliche Situation ist prekär"
"Die Winzergenossenschaften in Baden-Württemberg stehen massiv unter Druck", sagt Ulrich Theileis, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. Die wirtschaftliche Situation sei prekär: hohe Kosten, ein immer größeres Angebot aus dem Ausland und dazu ein rückläufiger Weinkonsum. Vor allem die jüngere Generation würde immer weniger Wein trinken. Hinzu kämen US-Zölle von 15 Prozent auf Wein. Aus Baden-Württemberg werde zwar nicht viel in die USA geliefert. Andere würden aber wegen der Zölle statt in die USA zum Beispiel nach Deutschland importieren.
Verband fordert mehr Werbung für Wein aus Baden-Württemberg
Der Genossenschaftsverband geht davon aus, dass künftig 25 Prozent weniger Wein hergestellt werden muss. Nur so könne die Branche überleben. Die Landespolitik müsse diesen Prozess aber begleiten. Es sei wichtig, dass es Förderprogramme gebe, wenn Reben zurückgebaut werden. Wenn ein Winzer eine Fläche stilllege, müsse er eine Prämie bekommen. Außerdem müssten sich noch mehr Genossenschaften zusammenschließen. Und: der Verband fordert eine landesweite Kampagne, um für den Wein aus Baden-Württemberg zu werben.
Gute Qualitäten bei der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg
Die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg (Ortenaukreis) freut sich über gute Qualitäten. 80 Prozent der Lese sind abgeschlossen. Lediglich Trauben der Sorte Spätburgunder sind noch nicht geerntet. Zu der Genossenschaft gehören 300 Winzerfamilien, die 200 Hektar Reben bewirtschaften.