"Die Süße ist da, die Säure passt. Da muss man relativ wenig korrigieren", sagt Kellermeister Andreas Löffler in Staufen nach der ersten Kostprobe. Bei bestem Wetter hat am Montag in den südbadischen Weinreben die Lese für den Federweißen begonnen. Die sonnigen, warmen Tage haben dafür gesorgt, dass die Trauben zuckersüß sind. Winzerinnen und Winzer im Weingut Löffler bei Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) waren schon seit den frühen Morgenstunden fleißig am Traubenpflücken.
Bei den Löfflers packt die ganze Familie an. Unterstützt wird sie von einer speziell dafür vorgesehenen Maschine: einem Vollernter. "Um die 3.000 Liter Federweißer soll die erste Lese ergeben", berichtet Kellermeister Andreas Löffler. Auch die Badische Weinkönigin war für den Start der Weinlese vor Ort und pflückte die ersten Trauben der Sorte "Solaris". Rebsorten wie diese, sind früh reif und läuten somit den Beginn der Weinlesesaison ein.
Der Neue Süße gärt noch in der Flasche
Federweißer entsteht, wenn der Saft aus frühreifen Trauben mit Hefe versetzt und bereits während der Gärung abgefüllt wird. In der Flasche gärt er weiter - und bleibt den ganzen Herbst über ein besonderes und vor allem prickelnd-spritzig-süßes Getränk. Der Alkohol-Gehalt des Federweißen liegt zwischen vier und elf Prozent.
Weinbauinstitut: "Trauben bei bester Gesundheit"
"Aktuell sind die Trauben bei bester Gesundheit", erklärt das Deutsche Weininstitut (DWI). Dank der aufgefüllten Wasserspeicher und hochsommerlichen Temperaturen reifen die Trauben derzeit schneller. In diesem Jahr blieben die Winzerinnen und Winzer etwa von Frost oder Hagel verschont und hoffen nun auf auf einen trockenen Restsommer.
Holger Klein, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, lobte den Ertrag nach der ersten Ernte: "Die Trauben als solche und die ganze Vegetation, die wir in diesem Jahrgang 2025 hatten, die lässt nichts zu wünschen übrig". Für die kommenden Wochen drückt Klein den Winzerinnen und Winzer die Daumen. Im besten Fall solle es so bleiben, wie es aktuell ist: sonnig, nicht zu heiß, nur vereinzelte Niederschläge und kühle Nächte. Dann stehe einem guten Jahrgang nichts mehr im Wege, sagt Klein.
Südbaden sei die Toskana von Deutschland
Die Badische Weinkönigin Tina Glur war ebenfalls vor Ort. Sie ist begeistert von der Traubenernte. "Wir haben super Wetter, die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Trauben sind bereit. Besser kann es nicht sein", freut sich Glur über die Ernte im Markgräflerland.
"Die Toskana Deutschlands", wie Glur die südbadische Weinregion nennt, ermögliche auch den Anbau von Traubensorten, die sonst nirgendwo in Deutschland gedeihen können. Wegen des Klimawandels beginne die Lese jedes Jahr früher, erklärt sie. Doch sobald die Trauben reif sind, müssen sie geerntet werden - wie lange das noch so möglich ist, könne derzeit niemand sagen.
Der Start in die Weinlesezeit im Markgräfler Land war jedenfalls ideal und die Aussichten sind vielversprechend: Spielt das Wetter weiter mit, könne 2025 ein guter bis sehr guter Weinjahrgang werden, sagen Klein des Weinbauinstituts und Kellermeister Löffler.