Strom aus Sonnenenergie boomt. Allein im vergangenen Jahr wurden laut Bundesnetzagentur deutschlandweit mehr als 16 Gigawatt neu zugebaut. Etwa die Hälfte davon entfiel demnach auf Gebäude-Solaranlagen. Insgesamt kamen knapp 16 Prozent des eingespeisten Stroms aus Photovoltaik-Anlagen.
Auch in Baden-Württemberg werden immer mehr PV-Anlagen installiert - der Zubau hat sich zuletzt allerdings abgeschwächt. Der Überblick:
- Welche Rolle spielt Photovoltaik in Baden-Württemberg?
- Wie kommt der Ausbau in Baden-Württemberg voran?
- Für wen gilt die Photovoltaik-Pflicht in Baden-Württemberg?
- Welche Fördermöglichkeiten und Zuschüsse gibt es?
- Was ist mit der Einspeisevergütung?
- Was ist bei neuen Anlagen zu beachten?
Welche Rolle spielt Photovoltaik in Baden-Württemberg?
In Baden-Württemberg liegt die installierte Gesamtleistung durch Photovoltaik derzeit (Stand: August 2026) bei mehr als 15 Gigawatt.
Im Jahr 2025 waren laut Energieatlas Baden-Württemberg bereits rund 852.000 PV-Dachanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 11,6 Gigawatt im Land in Betrieb. Hinzu kamen knapp 5.000 Freiflächen-Anlagen mit weiteren 2,0 Gigawatt Leistung. Allein mit dem Strom der Dachanlagen lassen sich demnach rechnerisch etwa acht Millionen Einwohner im privaten Sektor versorgen - also ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung Baden-Württembergs.
Alle PV-Anlagen zusammen haben laut dem baden-württembergischen Umweltministerium im vergangenen Jahr 11,4 Terawattstunden Energie bereitgestellt - und damit mehr als 28 Prozent der Bruttostromerzeugung ausgemacht.
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Das Windkraft-Ziel für 2025 wurde deutlich verfehlt. Bei Photovoltaik hat das Land sein Ausbauziel übererfüllt. Es wurde so viel Strom durch Sonne produziert wie noch nie.
Wie kommt der Ausbau in Baden-Württemberg voran?
In den vergangenen Jahren hat der Ausbau von Photovoltaik in Deutschland insgesamt an Fahrt aufgenommen. Vor allem 2023 und 2024 erlebte das Land einen regelrechten Solarboom, der Fachleuten zufolge stark auf der Sorge vor steigenden Energiepreisen und Versorgungsengpässen durch die globalen Kriege und Krisen basierte.
Im Südwesten hat sich der Zubau an neuen PV-Anlagen zuletzt leicht abgeschwächt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg hierzulande rund 0,8 Gigawatt an Solaranlagen zugebaut. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Zubau noch bei knapp 1,09 Gigawatt.
Rund 70 Prozent von diesen neu errichteten Anlagen entfielen 2026 bisher demnach auf Gebäude-Anlagen, also Anlagen auf Dächern von Wohnhäusern oder Firmen. Auch Balkonkraftwerke zählen hier mit rein - und machten immerhin fast fünf Prozent der neu installierten Leistung aus. Sogenannte Freiflächen-Anlagen - also Solarparks - machten in diesem Zeitraum rund 30 Prozent der zugebauten Leistung aus.
Ziel der Landesregierung ist es, bis 2040 eine installierte Leistung von 47,2 GWp (Gigawatt-Spitzenleistung) zu erreichen. Gut ein Drittel davon ist mit mehr als 15 GWp mittlerweile geschafft. Laut Landesumweltministerium gilt aber auch: Rund 88 Prozent des Potenzials der Dächer Baden-Württembergs sind bisher noch ungenutzt.
Für wen gilt die Photovoltaik-Pflicht in Baden-Württemberg?
Dass der Ausbau im Südwesten nach wie vor gut voran kommt, dürfte auch daran liegen, dass in Baden-Württemberg eine Photovoltaik-Pflicht gilt. Seit 2022 müssen die Dachflächen neuer gewerblicher Gebäude, Wohngebäude und Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen mit Solarmodulen ausgestattet sein. Seit 2023 greift diese Pflicht auch für Dachsanierungen.
Konkret müssen 60 Prozent der geeigneten Dachfläche mit Solarpanelen belegt sein. Wird das Dach noch anderweitig genutzt, zum Beispiel für den Bau einer Dachterrasse, muss die übrige Dachfläche zu 75 Prozent mit Solarmodulen bedeckt werden.
Welche Fördermöglichkeiten und Zuschüsse gibt es?
In Baden-Württemberg gibt es derzeit kein Förderprogramm für Photovoltaikanlagen auf Länderebene. Einzelne Städte haben jedoch Förderprogramme aufgelegt.
Die Landeshauptstadt bezuschusst durch die Stuttgarter Solarinitiative Dachanlagen und Stromspeicher.
In Karlsruhe kann die Installation einer PV-Anlage mit bis zu 2.500 Euro gefördert werden.
Das Heidelberger Förderprogramm "Rationale Energieverwendung" wurde nach einer Pause im Sommer 2026 in überarbeiteter Form neu aufgelegt und bezuschusst Dachanlagen nun mit 100 Euro pro Kilowatt-Peak.
Freiburg bietet Zuschüsse für Anlagen, die über den gesetzlichen Mindestanspruch hinausgehen, sowie Hilfe für den Einbau von Batteriespeichern und kostenlose Beratungen.
Bundesweit bietet zudem die Förderbank KfW vergünstigte Kredite für die Installation von Photovoltaikanlagen an.
Was ist mit der Einspeisevergütung?
Bislang erhielten die Betreiber von privaten Solaranlagen laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine feste, auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für jede Kilowattstunde Solarstrom, die sie ins Netz einspeisten.
Für neue, private Anlagen ist die Einspeisevergütung zum 1. August 2026 turnusmäßig leicht gesunken: Wer überschüssigen Strom aus solchen privaten Anlagen ins öffentliche Netz einspeist, erhält laut Bundesnetzagentur derzeit zwischen sechs und zwölf Cent pro Kilowattstunde - je nach Größe der Anlage und je nach dem, ob Strom teilweise oder voll eingespeist wird.
Ab dem kommenden Jahr stehen weitere Änderungen an: Nach einem Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) soll die feste Einspeisevergütung für neu installierte Kleinanlagen - das bedeutet: weniger als 25 Kilowatt Leistung - schrittweise abgeschafft werden.
Das Bundeskabinett will, dass es ab Januar 2027 für neue Anlagen nur noch eine kurze Übergangsvergütung für maximal 36 Monaten gibt. Danach sollen dann auch private Betreiber ihren überschüssigen Strom über Direktvermarkter an der Strombörse verkaufen müssen. Für bestehende PV-Anlagen gilt aber ein Bestandsschutz.
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In Tamm (Kreis Ludwigsburg) hilft die Energieagentur Hausbesitzern dabei, energetisch zu sanieren. Sie bündelt Anfragen für Photovoltaikanlagen. So sinkt der Preis für die Kunden.
Was ist bei neuen Anlagen zu beachten?
Wer darüber nachdenkt, eine neue PV-Anlage zu installieren, muss einige Einschränkungen berücksichtigen. Ende Februar 2025 ist das "Solarspitzengesetz" in Kraft getreten. Ziel ist es, das Stromnetz vor Überlastung zu schützen.
Neue Anlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt-Peak müssen nun über ein intelligentes Messsystem und eine Steuerbox verfügen. Damit kann der Netzbetreiber die Solaranlage fernsteuern und herunterregeln, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Bei kleineren Neuanlagen ab zwei Kilowatt-Peak wird die Einspeisung vorübergehend auf 60 Prozent gedrosselt, solange die nötige smarte Messtechnik noch nicht verbaut ist.
Darüber hinaus gibt es zu sehr sonnigen Zeiten unter bestimmten Umständen keine Einspeisevergütung mehr. Wenn so viel Solarstrom vorhanden ist, dass der Preis an der Börse negativ wird, erhalten Besitzer neuer Solaranlagen ab 2026 bereits ab der ersten negativen Viertelstunde keine Einspeisevergütung mehr.