Ein Stromspeicher hilft dabei, selbst erzeugten Solarstrom effizienter zu nutzen. Ohne Speicher wird ein großer Teil des Stroms direkt ins Netz eingespeist, während im Haushalt später wieder Strom zugekauft werden muss.
Ein Batteriespeicher ermöglicht es, den tagsüber erzeugten Strom zu speichern und ihn zu einem späteren Zeitpunkt – etwa abends oder nachts – zu verbrauchen. Dadurch sinkt der Bedarf an teurem Netzstrom, was die Stromkosten reduziert. Wie groß die tatsächliche Ersparnis ist, hängt jedoch von individuellen Faktoren wie dem Stromverbrauch, der Größe der Solaranlage und den Kosten des Speichers ab.
Gleichzeitig wird es perspektivisch auch spannend sein den Stromspeicher im Winter zu nutzen, um bei einem dynamischen Stromtarif günstigeren Strom aus dem Netz zu kaufen und dann zu verbrauchen, wenn der Strompreis höher ist. Übrigens ist es mittlerweile mit Großspeichern auch möglich an der Strombörse zu handeln und damit Geld zu verdienen.
Wie viel kann ich sparen?
Wie viel man mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher spart, hängt stark vom individuellen Haushalt ab. Entscheidend ist vor allem, wie viel des selbst erzeugten Stroms auch tatsächlich im eigenen Haushalt genutzt werden kann.
Ein Stromspeicher erhöht diesen Eigenverbrauch, weil er überschüssige Energie zwischenspeichert und zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar macht. Je höher der Eigenverbrauch und je teurer der Strom aus dem öffentlichen Netz ist, desto größer fällt die Ersparnis aus. Besonders lohnend ist ein Speicher daher in Haushalten mit einem höheren Stromverbrauch oder wenn viel Solarstrom anfällt, der sonst ins Netz eingespeist würde.
Studien haben ergeben, dass man mit einer Solaranlage mit Stromspeicher um rund 70% unabhängig vom Strombezug werden kann, mit einer Solaranlage ohne Stromspeicher etwas weniger als die Hälfte, wenn man am Verbrauchsverhalten nichts ändert.
Wichtige Entwicklung der Strompreise
Durch das Solarspitzengesetz und je nach Situation der Abregelung der Einspeisebegrenzung auf 60% oder dem Abschalten durch eine Steuerbox in Zeiten wenn der Börsenstrompreis negativ ist, lohnt sich ein Batteriespeicher noch ein wenig mehr. Ob sich die Investition wirtschaftlich rechnet, hängt neben dem Verbrauch auch von den Anschaffungskosten der Anlage und der Entwicklung der Strompreise ab.
Je nach Stromkostenersparnis hat man die Investition in den Speicher binnen 5 bis 10 Jahren wieder drin, aber dies hängt aber stark von der Nutzung ab.
Welche Dimensionierung ist sinnvoll?
Das Ziel des Batteriespeichers sollte sein, möglichst über die Nacht autark zu sein. Hierfür ist es nützlich den typischen Stromverbrauch in den Abend- und Nachtstunden zu kennen, insbesondere im Frühjahr und Herbst. Daraus lässt sich dann mit ca. 1-2 kWh ableiten, wie groß der Speicher sein sollte, um den Eigenverbrauch sinnvoll zu erhöhen und den Haushalt möglichst gut mit selbst erzeugtem Strom zu versorgen.
Wichtig ist aber, dass neben diesem Verbrauchsprofil immer auch die Größe der Solaranlage und die Wirtschaftlichkeit insgesamt berücksichtigt werden. Als Faustformel wird daher auch oft genannt: 1 kWh - 1,5 kWh je kW Maximal-Leistung der Solaranlage. Gleichzeitig hängt dies natürlich auch vom Preis ab, je kWh Leistung sind größere Speicher häufig günstiger als kleinere Speicher.
Welche verschiedenen Typen von Stromspeichern gibt es?
Im Heimbereich werden vor allem Batteriespeicher eingesetzt, meist auf Basis von Lithium-Ionen-Technologie. Der derzeit gängigste Speicher-Typ ist der Lithium-Eisenphosphat-Speicher, der als besonders sicher gilt. Daneben gibt es auch andere Batterietypen, die heute aber eine geringere Rolle spielen.
Was muss man beim Anschluss an die Solaranlage noch beachten?
Wechselrichter sind für den Stromspeicher erforderlich. Wer eine Solaranlage mit einem Stromspeicher kombiniert, braucht einen zweiten Wechselrichter zwischen dem Batteriespeicher und dem Verteilerkasten oder einen Hybridwechselrichter, der Solar-Wechselrichter und Speicher-Wechselrichter in einem Gerät vereint.
Mit einem Hybridwechselrichter kann der Gleichstrom aus der PV-Anlage direkt in den Speicher fließen und danach in Wechselstrom für den Haushalt und die Netzeinspeisung umgewandelt werden. Dadurch geht weniger Solarstrom verloren. In modernen Solarstromspeichern sind oft schon passende Wechselrichter integriert. Sie dienen zusätzlich dazu, die Energieflüsse im System zu überwachen und steuern.
Der Anschluss eines Stromspeichers sollte grundsätzlich von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, da er sicher in die bestehende Photovoltaikanlage und das Hausnetz integriert werden muss. Für den Hausbesitzer entstehen dadurch neben den Anschaffungskosten auch zusätzliche Kosten für Montage und Installation. Deren Höhe hängt vom individuellen Aufwand und der bestehenden Anlage ab.
Welcher Standort im Haus eignet sich für einen Stromspeicher?
Um den Stromspeicher vor der Witterung und Temperaturschwankungen zu schützen, sollte er im Inneren des Hauses stehen. Damit er einwandfrei arbeitet und die Batterie lange hält, sollten Sie zudem auf die Umgebungstemperatur am Standort achten. Der Raum, in dem der Batteriespeicher steht, sollte trocken und gut belüftet sein sowie eine konstante Temperatur haben – nicht unter null Grad und nicht über 20 Grad Celsius. Üblicherweise eignet sich ein Technikraum oder ein geschützter Standort im Keller.
Was kostet ein Stromspeicher?
Die Kosten für einen Stromspeicher hängen vor allem von der Speicherkapazität, der Technik und dem Hersteller ab.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Speicher, desto höher die Anschaffungskosten, wobei größere Systeme im Verhältnis günstiger pro gespeicherter Kilowattstunde sind.
Stromspeicher mit 5 kWh kosten mit Montage rund 3.500 Euro, für Batteriespeicher mit 10 kWh zahlt man meist um die 5.000 Euro. Diese Preisangaben enthalten in der Regel noch nicht die Kosten für Installation und Anschluss.
Zusätzlich zu den reinen Gerätekosten müssen auch Installation, Anschluss und gegebenenfalls ein passender Wechselrichter berücksichtigt werden. Insgesamt sind die Preise in den letzten Jahren zwar gesunken, die Investition bleibt aber weiterhin ein relevanter Kostenfaktor bei einer Photovoltaikanlage.
Welche Förderungen gibt es?
Für die Anschaffung eines Stromspeichers gibt es derzeit keine klassischen Fördermöglichkeiten. Aber in Deutschland gibt es einen Umsatzsteuersatz von 0 % für Photovoltaikanlagen und Speicher, wodurch sich die Investitionskosten reduzieren Die KfW-Bank finanziert im Rahmen des Förderprogramms 270 unter anderem die Anschaffung und Installation von Batteriespeichern mit einem zinsvergünstigten Kredit.
Darüber hinaus gibt es je nach Bundesland oder Kommune zusätzliche Förderprogramme in Form von Investitionszuschüssen. Diese variieren regional und ändern sich regelmäßig, sodass sich eine aktuelle Prüfung immer lohnt. Außerdem erhält man gemäß § 14 a EnWG die Möglichkeit zwischen 3 Modulen zu erwählen, um für die Steuerbarkeit des Speichers entschädigt zu werden. Dies kann eine jährliche Pauschalzahlung und oder ein günstigeres Netzentgelt sein.
Welche Wartung braucht ein Stromspeicher?
Grundsätzlich ist ein Stromspeicher sehr wartungsarm und benötigt im laufenden Betrieb kaum regelmäßige Wartung durch den Nutzer. Die meisten modernen Systeme überwachen sich selbstständig und melden automatisch, wenn es Auffälligkeiten gibt. Trotzdem ist es sinnvoll, die Anlage regelmäßig im Rahmen der allgemeinen Wartung der Photovoltaikanlage durch einen Fachbetrieb überprüfen zu lassen, um Sicherheit und optimale Leistung langfristig zu gewährleisten.
Wie lange hält ein Stromspeicher?
Ein Stromspeicher hält in der Regel viele Jahre, üblicherweise wird mit 15 Jahren gerechnet. Die genaue Lebensdauer hängt von der Technologie, der Nutzung und den Betriebsbedingungen ab. Moderne Systeme sind auf eine hohe Anzahl an Ladezyklen ausgelegt und für einen langfristigen Einsatz konzipiert.
Wie kann ich ein E-Auto als Stromspeicher für meinen Haushalt nutzen?
Ein E-Auto kann mit sogenanntem bidirektionalem Laden als Stromspeicher für den Haushalt genutzt werden. Dabei wird die Batterie des Fahrzeugs nicht nur geladen, sondern kann bei Bedarf auch wieder Strom ins Hausnetz zurückgeben. Voraussetzung dafür ist eine passende Ladeinfrastruktur, also eine bidirektionale Wallbox, sowie ein kompatibles Fahrzeug und ein entsprechend ausgelegtes Energiemanagement im Haus. So kann überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und später im Haushalt genutzt werden.
Das ist grundsätzlich eine sehr interessante Idee, aber aktuell noch nur eingeschränkt sinnvoll. Technisch ist das sogenannte bidirektionale Laden möglich, in der Praxis aber noch nicht weit verbreitet, weil viele Fahrzeuge und Ladeinfrastrukturen dafür nicht ausgelegt sind.
Es gibt mittlerweile aber bereits die ersten Angebote dazu. Wenn die Technik verfügbar ist, kann ein E-Auto den Haushalt sinnvoll ergänzen, da es viel größere Speicherkapazitäten als ein klassischer Hausspeicher bietet und so helfen kann, Solarstrom besser zu nutzen. Ob sich das lohnt, hängt aber stark vom Fahrverhalten, der Verfügbarkeit des Fahrzeugs am Standort und den technischen Voraussetzungen ab.
Im Studio: Kevin Schad, Projektleiter Energieagentur Mittelbaden
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