Jobs in der Gastronomie, der Verwaltung oder in der Wasserwelt "Rulantica", der Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) ist ein ebenso großer wie preisgekrönter Arbeitgeber. Mehr als 5.000 Menschen aus rund 100 Nationen arbeiten zwischen den Achterbahnen und Hotels des Parks. Eine von ihnen ist Stefanie Dischli von der anderen Seite des Rheins. Die Elsässerin arbeitet im Eingangsbereich des Freizeitparks und das seit mittlerweile 29 Jahren.
Schon als Jugendliche hat sie im Europa-Park gearbeitet. Im Elsass werde der Park weniger kritisch gesehen als auf der deutschen Rheinseite, sagt sie. Denn in der französischen Nachbarregion ist der Freizeitpark ein wichtiger Arbeitgeber. "Einige meiner Kollegen hier sind auch aus dem Elsass", sagt Dischli. "Bei uns ist es mit 15, 16 oder 17 Jahren manchmal schwierig, einen Aushilfsjob zu finden. Deshalb sind alle glücklich, dass sie zum Arbeiten hierher kommen können." Ein Viertel der Europa-Park-Belegschaft kommt aus dem Elsass, so auch Sandra Gigax. Die Schneiderin arbeitet im Kostüm-Atelier des Parks.
Grenzüberschreitender öffentlicher Nahverkehr ausbaufähig
Schon seit einiger Zeit plant die Betreiberfamilie eine Erweiterung des Parks über die deutsche Grenze ins Elsass. Viele Leute lehnen diese Expansionspläne ab. Andere würden sie dagegen begrüßen, sagt Gigax. Denn der grenzüberschreitende öffentliche Nahverkehr sei schlecht. Ausreichend mobil zu sein sei aber gerade für die jüngere Generation wichtig. "Ich kenne ganz viele junge Leute bei uns im Elsass, die gerne im Park arbeiten würden. Aber wenn du keinen Führerschein hast, gibt es oft keine Möglichkeit", so Gigax.
Immer mehr Achterbahnen - immer weniger grüne Wiesen Europa-Park wird immer größer - das ruft vor Ort auch Kritik hervor
Rust ist ein besonderes Dorf - wegen des Europa-Parks. Auf einer Fläche von 130 Hektar hat sich der Park ausgebreitet. Viele Menschen profitieren davon. Aber es gibt auch Kritik.
Nicht nur viele der Mitarbeitenden, sondern auch zahlreiche Gäste kommen täglich über die Grenze in den Europa-Park. Da ist es hilfreich, dass es Leute wie Stefanie Dischli gibt, die sowohl deutsch als auch französisch sprechen. Viele Besucherinnen und Besucher aus Frankreich würden sich darüber freuen, wenn sie in ihrer Landessprache begrüßt werden, so Dischli. "Diejenigen, die kein Deutsch sprechen, sind glücklich, wenn sie mit uns am Eingang auf Französisch schwätzen können." Denn teilweise seien diese Leute ziemlich verloren, wenn sie den Park betreten.
50 Jahre Europapark: Monaco in den Startlöchern
Der Europa-Park ist Deutschlands größter Freizeitpark. Mehr als sechs Millionen Besucherinnen und Besucher zieht es nach Angaben des Parks jährlich nach Rust. Seit der Eröffnung im Jahr 1975 sollen rund 150 Millionen Menschen den Park besucht haben. Am 12. Juli wurde der Freizeitpark 50 Jahre alt. Im Jubiläumsjahr gibt es im luxemburgischen Themenbereich ein neues interaktives Fahrgeschäft: In der Attraktion «Grand Prix EDventure» können Besucher die Maskottchen Ed und Edda auf einer Reise durch Europa begleiten. Darüber hinaus soll zu den bislang 17 europäischen Themenbereichen im kommenden Jahr Monaco dazukommen.
Über dieses Thema berichtete die Sendung “Dreiland Aktuell” am 19.7.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.