Blick hinter die Kulissen

Europa-Park: In der Unternehmerfamilie Mack "kracht's" auch mal

Der Europa-Park in Rust wird dieses Jahr 50. Unter der Leitung der Familie Mack ist er gewachsen und immer erfolgreicher geworden. Wie funktioniert so ein Familienunternehmen?

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Von Autor/in Wera Engelhardt

Wenn die Macks durch ihren Park laufen, ist ihnen Aufmerksamkeit sicher. Ihre Gesichter sind - mindestens mal den treuen Fans - so gut bekannt wie die Mäuse-Maskottchen Ed und Edda. Vor allem Gründer und Geschäftsführer Roland Mack hat nicht nur den Europa-Park zu einer Marke gemacht, sondern auch die Inhaber-Familie.

Dabei präsentieren sie sich meist als gut gelauntes, harmonisches Team. Aber sieht das nach innen auch so aus? Oder muss es nicht auch mal krachen, wenn Familie und Geschäft zusammenkommen? Roland Mack gewährt zumindest einen winzigen Blick hinter die Fassade, als er auf die Frage antwortet: "Natürlich kracht’s. Sonst wären wir ja auch keine normale Familie. Aber wir haben Wege gefunden, wie man Spannungen löst, wie man mit Auseinandersetzungen umgeht. Und noch siegt das beste Argument." Nach außen immer professionell.

Geschäftsführerin Ann-Kathrin Mack hat Respekt vor der Aufgabe

Im Jubiläumsjahr ist erstmals eine Frau in die Geschäftsführung des Europa-Parks berufen worden: Roland Macks Tochter Ann-Kathrin, 35 Jahre alt, von Beruf Architektin. Schon seit einigen Jahren arbeitet sie in führender Position in dem Unternehmen, trug Verantwortung für mehrere Bauprojekte.

Ann-Kathrin Mack steht auf dem Balkon am Eingang des Europa-Parks. Links neben ihr steht das Maskottchen Edda Euromausi.
Die Architektin Ann-Kathrin Mack wurde als erste Frau in der Geschichte der Unternehmerfamilie in die Geschäftsführung berufen.

In die Geschäftsführung zu rücken, hat für sie trotzdem nochmal eine andere Qualität. "Mit dem Namen Mack haben wir einfach schon von Geburt an eigentlich das Gen in uns und wissen um unsere Verantwortung auch den Mitarbeitern gegenüber", sagt sie. "Aber natürlich ganz offiziell ist das schon was ganz Besonderes. Und ich bin mir der Verantwortung auch bewusst.“

In Tripsdrill gibt es erstmals einen externen Geschäftsführer

Die Aufgabe ist groß. Die Macks haben den Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) in den vergangenen Jahrzehnten zum größten Freizeitpark in Deutschland gemacht. Viel kleiner, aber ebenso in Familienhand ist der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn). Die Familie Fischer führt den Park in dritter Generation, die vierte stehe in den Startlöchern, heißt es vom Park.

Doch Tripsdrill hat sich etwas geöffnet: Mit dem dritten Geschäftsführer Stefan Seipel ist erstmals einer in die Führungsebene des Parks aufgestiegen, der nicht zur Familie gehört. "Mit seinem professionellen Blick von außen soll Seipel dazu beitragen, für noch mehr Objektivität in Entscheidungsprozessen zu sorgen und familienbezogene Sichtweisen zu ergänzen", hieß es in einer Mitteilung des Parks.

Die Holzachterbahn Mammut in Tripsdrill
Die Holzachterbahn Mammut in Tripsdrill

Europa-Park muss wachsen und will familienfreundlich bleiben

Und funktioniert das so als Außenseiter in einem Betrieb mit jahrelang gewachsenen Strukturen? Seipel findet: ja. "Man geht vertrauensvoll miteinander um und kommt so zu einem guten Ergebnis zwischen frischem Wind von externen Personen, die hier mitarbeiten, und den Familienmitgliedern", sagt er.

Seipel soll mithelfen, dass Tripsdrill weiter wächst. Platz genug gibt es für neue Angebote und Attraktionen. Anders als im Europa-Park, dessen Wachstum in Rust Grenzen gesetzt sind. Dabei ist der Druck groß, dem Publikum immer wieder Neues zu bieten. Die Ansprüche sind hoch. Nachvollziehbar, denn auch der Preis hat es in sich. Je nachdem wie viel los ist, kostet ein Ticket aktuell bis zu 73 Euro - rund fünf Prozent mehr als vergangene Saison. Trotzdem will der Park familienfreundlich bleiben.

Parkgründer Roland Mack: Loslassen geht nicht

Viel zu tun also den Senior-Chef Roland Mack und seine Familie. Ans Aufhören denken, loslassen, das könne er noch nicht, sagt er. Der Europa-Park sei sein Baby. Und er ist überzeugt, dass die nächste Generation seine anhaltende Tatkraft zu schätzen weiß.

Was Tochter Ann-Kathrin dazu sagt? "Wir Jungen bringen natürlich viele neue Ideen mit ein, gehen Dinge vielleicht anders an, auch wenn wir das gleiche Ziel vor Augen haben. Da hat er manchmal ein bisschen seine Probleme. Aber letztendlich ist er auch sehr, sehr offen und neugierig für neue Ideen." Eine professionelle Antwort, wie immer.

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