Die Wiedereröffnung hat am Samstag viele Besucherinnen und Besucher ins Augustinermuseum gelockt. Mehr als 20 Jahre lang wurde das Gebäude in Freiburg aufwendig saniert und mit moderner Technik ausgestattet. Es ist eine der am längsten dauernden Baustellen in Freiburg. Mehr als 95 Millionen Euro haben die Arbeiten schließlich gekostet - im Voraus war man von 23 Millionen Euro ausgegangen.
Großer Andrang am Samstag
Viel Interesse schon vor der Eröffnung: Am Samstag um 10 Uhr standen die ersten zwei Dutzend Besucherinnen und Besucher schon Schlange vor der Eingangstür. Während einige Kinder sich mit Detektivfragen ausgerüstet über die politischen Proteste in Freiburg von 1970 bis heute informierten, lauschten andere fasziniert dem selbstspielenden Welte-Flügel. Der Flügel aus dem Jahr 1904 kann automatisiert Stücke spielen, die man auf einer Papierrolle einlegt.
Eindrücke von der Wiedereröffnung am Samstag:
Programm zur Wiedereröffnung am Wochenende
Zum ersten Mal seit Beginn der Sanierungsarbeiten ist nun wieder das gesamte Gebäude zu besichtigen. Bereits am Freitag wurde die Wiedereröffnung mit Festakten im Freiburger Münster und im Augustinermuseum gefeiert. Am Donnerstag konnte die Presse erstmals die neuen Bereiche besuchen.
Für die Wiedereröffnung am Wochenende gibt es ein buntes Programm für die Öffentlichkeit. Gäste können an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr Expertinnen und Experten in der Ausstellung befragen und sich die Restaurationsarbeiten zeigen lassen.
Außerdem gibt es Mitmachaktionen in der "Werkstatt Museumspädagogik". Kinder und Erwachsene können beispielsweise Buttons gestalten, Museumstaschen verzieren oder Fensterrosetten ausmalen.
Am Sonntag können Interessierte bei "Speed-Dates" mit Kuratorinnen und Kuratoren der Museen Colombischlössle, Natur und Mensch, dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus und Museum für Neue Kunst mehr über Archäologie, Ethnologie, Naturkunde, Geschichte und Neue Kunst erfahren.
Das Programm soll alle Altersgruppen ansprechen und auch Einblicke in das Gebäude und seine Bedeutung geben. Außerdem ist zur feierlichen Wiedereröffnung der Eintritt bis zum 8. März 2026 für Besucherinnen und Besucher kostenlos.
OB Horn: Sanierung war ein Kraftakt
Die Verantwortlichen zeigten sich erleichtert, dass endlich alles fertig wird. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn betonte, dass sich das Museum weiterentwickelt habe und nun weitgehend barrierearm sei. Die Sanierung sei ein Kraftakt gewesen, sagt Horn. Ein Schwamm und Pilzbefall hatten die Bauarbeiten zurückgeworfen. Vom Spatenstich bis zur fertigen Sanierung gab es drei unterschiedliche Oberbürgermeister und fünf Gemeindeparlamente in Freiburg. Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach hat das Projekt von Anfang an begleitet. Fast seine gesamte Amtszeit über war das Augustinermuseum im Umbau. "Es gab Höhen und Tiefen, insofern ist man manchmal auch fast verzweifelt", sagt Kirchbach. Aber er habe immer daran geglaubt, dass sie es schaffen, dass es fertig wird.
Das ist ein besonderer Tag, den wir uns aber deutlich früher gewünscht hätten.
Baustelle am Augustinerplatz noch bis Mai?
Für viele Freiburgerinnen und Freiburger gehört die Baustelle am Augustinerplatz schon zum Stadtbild. Noch ist sie nicht ganz verschwunden. Letzte Pinselstriche im Außenbereich und Pflasterarbeiten stehen noch an. Bis Mai soll die Baustelle dann aber endgültig abgeschlossen sein, sagt Oberbürgermeister Martin Horn auf SWR-Nachfrage. Dann soll auch der Zugang zum Spielplatz am Augustinerplatz wieder leichter werden.