Eiskunstlauf: Für viele ein Kindheitstraum, für die 19-jährige Finia aus Freiburg ist es die große Leidenschaft. Mit neun Jahren hat Finia ihre Liebe zum Eiskunstlauf entdeckt. Zehn Jahre später hat sie endlich ihr großes Ziel erreicht: Sie hat sich für die baden-württembergischen Landesmeisterschaften qualifiziert. Der Weg dahin war hart: Jede Woche fährt sie hunderte Kilometer durch den Schwarzwald, um zu trainieren. Eine Geschichte über Leidenschaft, Durchhaltevermögen und die Liebe zum Eislaufen.
Der Traum vom großen Wettkampf
Als kleines Mädchen stand Finia das erste Mal mit ihrem Vater auf dem Eis. "Ich wollte sofort mehr, als nur einen Kreis laufen", erinnert sie sich. Sie ist die einzige in der Familie und in ihrem Freundeskreis mit dieser Leidenschaft. Trotzdem bleibt sie dabei: Sie verbringt einen großen Teil ihrer Zeit auf dem Eis, macht Dehnübungen, geht joggen und ins Fitnessstudio. Alles für den Eiskunstlauf.
Ich bereue nicht, dass ich meine ganze Jugend und einen Teil meiner Kindheit dafür investiert habe. Ich glaube, dadurch bin ich extrem gewachsen.
In ihrem Schrank hängen gleich mehrere selbst entworfene Kürkleider. Sie strahlt, wenn sie davon erzählt. Auf dem Regal in ihrem Zimmer stehen Pokale von regionalen Wettbewerben. Doch ein Pokal oder eine Urkunde von einem großen Wettbewerb fehlt bislang. Es hat nie gepasst, sagt sie. Sie sei entweder zu alt oder nicht gut genug genug gewesen. Bis jetzt. Das soll sich ändern. Denn Finia hat es geschafft und sich erstmals für die anstehenden Landesmeisterschaften Ende Januar in Stuttgart qualifiziert.
Hunderte Kilometer für nur eine Stunde Eiszeit
Das zu schaffen war alles andere als einfach. Denn Trainingsmöglichkeiten sind rar. Seit einem Jahr fährt Finia deshalb zwei Mal pro Woche quer durch den Schwarzwald - von Freiburg nach Herrischried im Kreis Waldshut. Im Sommer nimmt sie die Abkürzung und ist pro Woche 250 Kilometer unterwegs. Im Winter sind es je nach Wetterlage manchmal sogar 400 Kilometer. Stundenlang sitzt sie im Auto, nur um eine Stunde trainieren zu können.
Ich freue mich natürlich aufs Training, aber es ist auch immer mit der Hoffnung verbunden, überhaupt anzukommen. Man weiß nie, wie das Wetter im Schwarzwald ist.
Die Liebe zum Eiskunstlauf verbindet
Beim Eislaufverein Herrischried hat die 19-Jährige die für sie optimalen Trainingsbedingungen gefunden. Sie mag die freundliche und familäre Atmosphäre. Hier gebe es keine Rivalität, sondern Freundschaften, die von der gemeinsamen Leidenschaft fürs Eislaufen geprägt seien, sagt Finia.
Unterstützt und begleitet wird Finia von Carina Schneider vom Eislaufverein Herrischried. Diese kennt die Stärken und Schwächen der 19-Jährigen und hilft ihr, sich zu verbessern und auf den Wettkampf vorzubereiten. Ohne Druck, ruhig und professionell gibt sie Anweisungen. Gefragt nach ihrem Schützling sagt sie, Finia habe eine unglaubliche Ausstrahlung. Pirouetten sind ihre Stärke, nur bei den Sprüngen sei sie manchmal noch "zu verkopft", sagt Trainerin Carina Schneider lachend.
Sie ist eine tolle Läuferin mit einem tollen Engagement.
Der große Moment rückt näher: die Landesmeisterschaften
Die baden-württembergischen Meisterschaften stehen vor der Tür: Sie werden am 24. und 25. Januar in Stuttgart ausgetragen. Finia wird dabei sein. Sie ist stolz, dass sie sich für diesen Wettbewerb qualifiziert hat. Darauf hat sie lange hingearbeitet.
Ich werde mein Bestes geben, den Kopf ausschalten und einfach genießen, dass ich auf dem Eis stehen darf.
Egal welchen Platz sie dort belegen wird: Sie hat ihr Ziel erreicht und sich einen Traum erfüllt. Sie wird aufs Eis gehen, sich frei fühlen und den Moment genießen. So wie immer.