Nach fast drei Wochen Zelt-Musik-Festival (ZMF) auf dem Gelände des Freiburger Mundenhof zieht die Geschäftsführung für die 41. Ausgabe eine durchmischte Bilanz: Sie zählt 18 ausverkaufte Veranstaltungen. Dazu gehörten auch die letzten beiden Auftritte von Singer-Songwriterin Amy Macdonald und Bühnenkünstler und Gitarrist Willy Astor. Sie traten noch am Sonntag in den typisch roten Zelten auf, bevor am letzten Festivaltag das Licht ausging.
Knapp 90.000 Menschen haben über die insgesamt 19 Tage das Festival-Gelände besucht. Rund 50.000 Konzerttickets wurden in diesem Jahr verkauft - das zweitbeste Ergebnis nach dem Rekordjahr 2022. Mit den Besucherzahlen ist der Veranstalter zufrieden.
ZMF-Festival bot wie gewohnt vielfältiges Programm
Insgesamt gab es auf dem diesjährigen ZMF etwa 160 Veranstaltungen und rund 100 Stunden Programm. Das sind fast vier Tage voller Konzerte, Kleinkunst und Mitmachaktionen am Stück. Um die 1.000 Künstlerinnen und Künstler sind auf dem Freiburger Kult-Festival aufgetreten.
Highlights haben wir sehr viele gehabt, sagt die Geschäftsführerin des Zelt-Musik-Festivals, Hanna Teepe, aber natürlich seien das vor allem Konzerte gewesen: "Sehr präsent ist noch der Samstag mit Kruder & Dorfmeister im großen Zelt". Da habe es auch für die anschließende Clubnight sehr viele positive Rückmeldungen gegeben.
Außerdem waren da die ausverkauften Konzerte von der Schweizer Indie-Folkband Black Sea Dahu und dem österreichischen Duo Cari Cari sowie Acts wie Beatsteaks, Gianna Nannini und Patti Smith. "Da merkt man: Das sind Ikonen der Rockmusik", sagt Teepe. Die US-Sängerin Anastacia hatte ihr Konzert in diesem Jahr nachgeholt, nachdem sie es 2024 am letzten Festivaltag krankheitsbedingt absagen musste.
Schlechtes Wetter auf dem ZMF: Stimmung durchwachsen
Wegen der vielen verregneten oder durchmischten Tage und einzelner Schauer am Abend war die Stimmung allerdings eher durchwachsen, sagt Teepe. Auf die Konzerte hatte sich das Wetter nicht ausgewirkt: Lediglich ein paar Acts mussten von der Bühne im Außenbereich in eines der Zelte verlegt werden.
Aber wenn schlechtes Wetter herrscht, dann würden die Leute erst später auf das Gelände kommen oder entsprechend früher wieder nach Hause gehen, so Teepe. Zeitweise sei es auch ziemlich kalt gewesen.
Es ist auch für uns als Team teilweise ein bisschen schade gewesen, weil die besondere Abendatmosphäre, die wir aus den letzten Jahren gewohnt waren, nicht aufkam.
Umsatzeinbrüche in der Gastronomie auf dem ZMF
So war auch der Umsatz an den Essens- und Getränkeständen wetterbedingt schlechter als in den Jahren zuvor. Beziffern könne man es derzeit noch nicht, sagt die ZMF-Geschäftsführerin. Ihr zufolge hat sich der Umsatz einfach anders verteilt, weil beispielsweise der Konzert-Ticketverkauf gut lief. Diese Einnahmen seien für die kommenden Jahre daher umso wichtiger. Nicht zu unterschätzen sei außerdem die öffentliche Förderung.
Wegen der Baustellen für den neuen Freiburger Stadtteil Dietenbach neben dem Festival-Gelände am Mundenhof musste der Veranstalter in diesem Jahr auf andere Parkplätze zurückgreifen. Im Verkehr an den Zufahrtsstraßen kam es außerdem immer wieder zu Staus, teilweise von bis zu einer halben Stunde, berichtet Teepe. "Da ist immer so ein bisschen die Frage, woher das kommt, ob das wirklich vom Parkplatz her ist", so Teepe. Aber in der Verkehrsregelung gebe es Verbesserungsbedarf, räumt sie ein.
Festival fürchtet früheren Programmschluss wegen Dietenbach
Nachdem sich der Veranstalter 2024 wegen des neuen Freiburger Stadtteils Dietenbach um die Zukunft des Festivals gesorgt hatte, sieht die Geschäftsführung aktuell keine Probleme. Schwieriger könnte es laut Teepe erst in ein paar Jahren mit dem dritten Bauabschnitt werden, der sich direkt neben dem Festivalgelände befinden wird.
"Grundsätzlich wünschen wir uns einen guten und konstruktiven Austausch mit der Stadt und allen Akteuren, sodass wir eine Zukunft haben", sagt Teepe - nicht nur auf dem Gelände, sondern auch in der Ausführung. Die Geschäftsführerin fürchtet zum Beispiel einen früheren Programmschluss um 22 Uhr, den künftige Anwohnerinnen und Anwohner fordern könnten.