Schrottautos, Grafitti und zerstörte Toiletten - an vielen Autobahnraststätten bleiben längst nicht mehr nur Kaffeebecher und Verpackungen zurück. Betreiber kämpfen zunehmend mit illegal entsorgtem Müll und Vandalismus. Der ADAC hat auf 96 Prozent der unbewirtschafteten Raststätten Schäden festgestellt. Auch die Via Solutions Südwest, eine private Betreibergesellschaft eines Streckenabschnitts der A5, spricht von einem wachsenden Problem.
100 Aufkleber an Toilettenwände an Raststätte geklebt
Nach Angaben der Via Solutions Südwest seien die Rastanlagen auf der A5 zwischen Malsch und Offenburg zunehmend verdreckt. In den letzten Wochen sollen dabei vor allem zwei Rastplätze im Ortenaukreis negativ aufgefallen sein: die Rastanlage Gottswald und Feldmatt. Rund 100 Sticker seien allein an die Toilettenwände geklebt worden.
Fast täglich werden die Rastanlagen entlang unserer Strecke verunreinigt.
Der private Betreiber betont, dass bei Vandalismus oder illegaler Müllentsorgung Bußgelder von bis zu 100.000 Euro drohen können.
Fast jeder zweite Rastplatz fällt durch - "Fischergrund" bekommt Note 4
Der ADAC hat im März diesen Jahres 50 unbewirtschaftete Raststätten entlang der größten Autobahnen getestet. Dabei sei fast jede zweite Anlage mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" durchgefallen. In Südbaden wurde die Raststätte Fischergrund auf der A5 bei Rheinweiler getestet. Das Ergebnis: ausreichend.
Positiv aufgefallen sei die Sauberkeit im Eingangsbereich des Toilettengebäudes, bemängelt wurde unter anderem die unzureichende Belichtung für Autos und LKW.
Zwei Millionen Euro Müllkosten - dazu Vandalismus und illegaler Abfall
Allein für die Entsorgung des Reisemülls auf Rastanlagen gibt die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro pro Jahr aus. Hinzu kommen Kosten im sechsstelligen Bereich für Graffiti, zerstörte Toiletten oder beschädigte Verkehrsschilder.
Verkehr nimmt zum Ferienbeginn deutlich zu Start der Sommerferien in BW: Auf diesen Autobahnen drohen lange Staus
Mit den Sommerferien in Baden-Württemberg steigt die Staugefahr auf den Autobahnen. Auch Bahnreisende und Flugpassagiere müssen mit Verzögerungen rechnen.
Außerdem werden jedes Jahr rund 500 Tonnen illegal entsorgten Mülls entlang der Autobahnen und auf Rastplätzen im Streckennetz Südwest eingesammelt. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Jahresmüll von rund 1.100 Menschen in Deutschland. Die Beseitigung sei nicht nur aufwendig, sondern auch gefährlich, da die Mitarbeitenden der Autobahnmeistereien den Müll häufig unter fließendem Verkehr einsammeln müssten, so eine Sprecherin der Autobahn GmbH Südwest.