Der Fund einer mutmaßlich gefährlichen Substanz im Keller eines Wohnhauses in Freiburg hat am Donnerstagnachmittag einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Wegen einer möglichen Explosionsgefahr wurden drei Wohnhäuser vorübergehend geräumt. Ein Teil der Fehrenbachallee wurde für den Verkehr gesperrt.
Gegen 17 Uhr wurden die gefundenen Behältnisse mit einem lauten Knall kontrolliert gesprengt. Kampfmittelbeseitiger der Bundespolizei hatten die Chemikalie dazu nach draußen gebracht. In einem ausgegrabenen Erdloch wurde die Substanz dann zur Explosion gebracht. Verletzt wurde laut Polizei niemand, auch Sachschäden seien nicht bekannt.
Gefährliche Substanz war vermutlich explosive Säure
Die Aktion verlief nach SWR-Beobachtung zügig und reibungslos. Sobald sicher gestellt war, dass keine Gefahr mehr von der Substanz ausging, sollten die Bewohnerinnen und Bewohner wieder zurück in ihre Häuser dürfen. Bei der gesprengten Substanz handelte es sich nach Polizeiangaben möglicherweise um getrocknete Pikrinsäure.
Ersten Erkenntnissen zufolge sollen die in dem Keller gefundenen Chemikalien bereits seit vielen Jahren dort gelagert worden sein. Sie stammen möglicherweise aus einer Laborauflösung, so die Polizei.
"Der ehemalige Bewohner, in dessen Kellerabteil die Substanzen gefunden wurden, gab selbst einen Hinweis an eine Person aus seinem Umfeld, die wiederum die Behörden informierte", schreibt ein Sprecher der Polizei Freiburg. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden die Chemikalien bei einer Entrümpelung entdeckt.
Getrocknete Pikrinsäure ist nach Angaben der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg ein Sprengstoff, der sehr empfindlich auf Reibung, Erwärmung und Schlag reagiert. Er wurde unter anderem im Zweiten Weltkrieg für Granaten verwendet. Warum die Substanz in dem Keller gelagert war, ist bislang nicht bekannt. Laut Polizei gebe es aber keine Hinweise dafür, dass die Substanz im Zusammenhang mit einer aktuellen Straftat oder die Vorbereitung einer Straftat gelagert wurde.