Rüstungskonzern in Oberndorf am Neckar zieht positive Bilanz

Heckler & Koch verkauft mehr Waffen

Heckler & Koch meldet volle Auftragsbücher. Der Rüstungshersteller aus Oberndorf profitiert von gestiegener Nachfrage, vor allem die Bundeswehr setze auf neue Sturmgewehre.

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Nach Jahren finanzieller Schwierigkeiten erlebt der Rüstungshersteller Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar (Kreis Rottweil) nach eigenen Angaben eine Kehrtwende. Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigten, dass die Auftragseingänge deutlich gestiegen seien. Ein wichtiger Kunde sei dabei vor allem die Bundeswehr. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres ist der Auftragseingang um 42,8 Prozent auf 282,5 Millionen Euro gestiegen, wie das Unternehmen mitteilte.

Der deutlich gestiegene Auftragseingang zeigt, dass Einsatzkräfte in Deutschland, Europa und innerhalb des transatlantischen Bündnisses auf unsere Produkte vertrauen.

Die Bundeswehr bleibe der wichtigste Abnehmer. Sie wolle in den kommenden Jahren insgesamt 120.000 neue Sturmgewehre beziehen, die das bislang genutzte G36 ablösen sollen. Die erste Lieferung der neuen Serienwaffen sei noch für dieses Jahr geplant.

Umsatz leicht gestiegen, Gewinn leicht gesunken

Der Umsatz von Heckler & Koch ist, nach Angaben des Konzerns, im ersten Halbjahr um 4,7 Prozent auf 179,5 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei jedoch leicht um 1,1 Prozent auf 29,5 Millionen Euro zurückgegangen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte das mit höheren Ausgaben für Material und größeren Lagerbeständen. So könne man nach neuen Aufträgen schneller mit der Produktion beginnen.

Deutlich gestiegene Nachfrage durch russischen Angriffskrieg

Der Markt für militärische Handfeuerwaffen hat laut Experten in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Bereits nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 zeigte sich ein zunehmendes Interesse an moderner Ausrüstung. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sei die Nachfrage weiter spürbar gestiegen.

Waffen aus dem Schwarzwald weltweit gefragt

Heckler & Koch beschäftigt rund 1.350 Mitarbeitende, die überwiegend im Stammwerk in Oberndorf arbeiten. Das Unternehmen ist der größte deutsche Hersteller von Handfeuerwaffen, darunter Pistolen, Sturmgewehre, Maschinengewehre und Granatwerfer. Trotz der guten Auftragslage bleibt der Wettbewerb groß. Zu den wichtigsten Konkurrenten von Heckler & Koch zählen unter anderem C.G. Haenel aus Suhl und das US-amerikanische Unternehmen Sig Sauer.

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