Laut Staatsministerium Baden-Württemberg war Winfried Kretschmann in seiner knapp 15-jährigen Amtszeit bereits zehn Mal auf Dienstreise in der Schweiz und neun Mal in Frankreich. Der Grünen-Politiker verbringt seit Montag nun noch einmal drei Tage im Elsass und im Schweizer Kanton Zürich. Kretschmann will mit der Reise vor allem die Bedeutung der Nachbarn hervorheben.
Grenzkontrollen "kein Dauerzustand"
Die andauernden Grenzkontrollen an der deutsch-französischen Grenze kritisierte Kretschmann scharf. Er hoffe nicht, dass diese bereits die Freundschaft der beiden Nachbarländer eingetrübt hätten, sagte der Grünen-Politiker auf seiner Delegationsreise im Elsass. Das löse schon viel Ärger und Verdruss aus, erklärte Kretschmann nach Gesprächen mit der französischen Seite. Der Witz sei ja, dass Europa seine Grenzen eigentlich in jeder Hinsicht überwunden habe, so der Regierungschef.
Sie (die Grenzkontrollen) sind natürlich ärgerlich und das kann kein Dauerzustand sein.
Kretschmann besucht Unternehmen und Forschungszentren
Am Montagnachmittag besuchte Kretschmann ein europäisches Zentrum für Quantenforschung an der Universität Straßburg. "An der Grenze muss man den europäischen Mehrwert richtig spüren", sagte er. Auf dem Programm seiner Delegationsreise stehen Besuche bei Regionalpolitikern, Unternehmen und Forschungszentren. Es geht um die Zusammenarbeit etwa in der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt und bei Künstlicher Intelligenz.
Das Schicksal Europas heißt Kooperation.
Arbeiten über der Grenze
Dass das Dreiländereck eine besondere Region ist für Arbeitnehmer, sprach Kretschmann ebenso in Straßburg an. Viele Elsässer kämen zum Arbeiten in den Südwesten Baden-Württembergs, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: "Das muss man ja alles organisieren, das muss flutschen, das muss funktionieren". Die Straßenbahn von Straßburg nach Kehl umzusetzen, das sei nur mit großem Aufwand möglich gewesen.
Gemeinsames Gedenken
Am Dienstag besucht Ministerpräsident Winfried Kretschmann auch den Hartmannswillerkopfs in den Vogesen, wo an die Opfer des ersten Weltkriegs erinnert wird. Seine wohl letzte Dienstreise führt ihn zudem in die Schweiz. Baden-Württemberg versteht sich gegenüber der EU als Brückenbauer für die Schweiz. Zu den Landtagswahlen im März 2026 tritt Kretschmann nicht mehr an.