Die Erdmännchen flitzen durchs Gehege, die Affen schwingen lässig von Ast zu Ast und die Hausschweine suhlen sich genüsslich im Matsch. Doch nicht nur die quicklebendigen Tiere ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Auch die Überreste vergangener Lebewesen können faszinierend sein. In einer eigens eingerichteten Knochenkammer auf dem Freiburger Mundenhof sind nun die Überbleibsel von 46 verschiedenen Tieren ausgestellt - anfassen ausdrücklich erwünscht. Der Zugang ist geführten Gruppen und Bildungsangeboten vorbehalten.
Was die Knochen zeigen: Braunbär litt an Gelenkerkrankung
Vor den hell gestrichenen Wänden wirken die gut sortierten Tier-Skelette gar nicht gruselig. Ausgestellt werden vor allem Tiere, die hier gelebt haben. Eine große Vitrine zeigt zum Beispiel das Fell eines Braunbären. Es gehörte Publikumsliebling Joschi, der hier im Mundenhof geboren wurde und vor zehn Jahren verstarb. Neben seinem Fell sind auch sein Schädel und seine Wirbelsäule zu sehen. "Hier sieht man deutlich, dass er an Arthrose litt", erklärt die Leiterin des Mundenhofes, Susanne Eckert.
Zähne zählen, Federn sortieren, Knochen berühren
Der neu geschaffene Raum soll vor allem Schülern und anderen Kindergruppen im Rahmen von Führungen offenstehen. Zum Angebot gehören mehrere Spiele: Bei einem Feder-Quiz haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, verschiedene Federn den richtigen Vogelarten zuzuordnen und dabei ihr Wissen über die heimische Vogelwelt zu erweitern. In einem Sandbecken können sie auf Schatzsuche gehen und Vogeleier von Straußen, Nandus und Enten aufspüren. Ein weiteres Quiz lädt die jungen Entdecker dazu ein, Knochen zu identifizieren, Zähne zu zählen und sich intensiv mit den unterschiedlichen Tierarten und ihren Verwandtschaftsbeziehungen auseinanderzusetzen.
Tierpfleger sollen auch von Knochenkammer profitieren
Auch den Auszubildenden im Mundenhof dient die Knochenkammer: Angehende Tierpflegerinnen und Tierpfleger lernen anhand der Knochen und Schädel viel über Abstammungslehre. Die Knochen-Sammlung soll in Zukunft noch wachsen. Am liebsten aber langsam, denn lebende Tiere sind weiterhin die eigentlichen Stars im Mundenhof.