Kuriose Situation in Bad Peterstal-Griesbach (Ortenaukreis): Amtsinhaber Meinrad Baumann (parteilos) hat bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag die meisten Stimmen bekommen - dabei hatte er sich gar nicht zur Wahl gestellt. Seine Befürworter schrieben seinen Namen kurzerhand auf den Stimmzettel. Das Ergebnis: 43 Prozent der Menschen wollen, dass der 52-Jährige Bürgermeister bleibt.
Wahlkampf für Baumann mit Flyer
Baumann ist seit 16 Jahren im Amt und hatte eigentlich aufhören wollen. Doch etliche Bürgerinnen und Bürger hatten offenbar andere Pläne mit ihm. Nach der Vorstellung der vier Bewerber sei einiges über ihn hereingebrochen, erzählt Baumann über die Wochen vor der Wahl. Es sei sogar ein Flyer für ihn verteilt worden. Und dann habe er gesagt: Sollte er auf den Stimmzettel geschrieben und gewählt werden, dann werde er die Wahl auch annehmen.
Der 52-Jährige bekam schließlich 592 von 1372 gültigen Stimmen. Hinter Baumann landete Gerhard van Ackeren mit 325 Stimmen. Die beiden müssen am 29. März in die Stichwahl. Baumann nimmt es sportlich, auch wenn er womöglich seine Pause vom Bürgermeisteramt noch aufschieben muss. "Ich bin demütig und dankbar, aber auch total entspannt und aufgeräumt", sagte er am Montag. Es fasziniere ihn, was die Demokratie bewirken könne.
Kuriose Bürgermeisterwahl auch in Oberwolfach
Überraschende Wendungen wie diese gibt es bei Bürgermeisterwahlen immer wieder. Zuletzt im November in Oberwolfach (Ortenaukreis): Der einzige Kandidat hatte einen Rückzieher gemacht, nachdem er mit dem Gemeinderat über ein Papier zur Amtsführung gezankt hatte. Daraufhin brachte sich der 69 Jahre alte Ex-Bürgermeister Jürgen Nowak ins Spiel - und wurde im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Die Oberwolfacher hatten seinen Namen einfach auf den Stimmzettel geschrieben.
Bei Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg ist das unter Umständen möglich, anders als bei Landtags- oder Bundestagswahlen.