Kampf um Erhalt des Kaiserstuhlbads

Promi-Hilfe für bedrohtes Schwimmbad: Jan Ullrich unterstützt Ihringer Initiative

Die drohende Schließung des Ihringer Freibads sorgt für Protest. Jetzt bekommt die Initiative prominente Unterstützung: Ex-Radprofi Jan Ullrich wirbt für den Erhalt des Bades.

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Von Autor/in Leon Löffler, Paula Gent

Das Kaiserstuhlbad in Ihringen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) könnte dem Sparzwang der Kommunen zum Opfer fallen. Doch eine Schwimmbad-Initiative wehrt sich dagegen - und bekommt jetzt prominente Unterstützung: Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich war am Donnerstag im Freibad. Er möchte seine Bekanntheit nutzen, um das Anliegen der Initiative aus seinem Nachbarort zu unterstützen, die für den Erhalt des Freibads kämpft. Ullrich lebt im benachbarten Merdingen.

Meine Tochter hat hier schwimmen gelernt. Ich war schon oft mit meinen Kindern hier und finde, dass das Bad erhalten werden muss.

Debatte über Zukunft des Kaiserstuhlbades

Das Freibad ist seit Monaten Thema in Ihringen. Die Gemeinde hatte ihre schwierige Finanzlage dargestellt und die Bürgerinnen und Bürger über die hohen Kosten für den Betrieb und die Sanierung des Kaiserstuhlbades informiert.

Für die Gemeinde allein sei das unmöglich zu stemmen. Allein der laufende Betrieb verursache jedes Jahr ein Defizit im mittleren sechsstelligen Bereich, teilte die Gemeindeverwaltung Ihringen mit. Nach einer geplanten Sanierung könne das Minus laut Gemeinde auf rund 540.000 Euro jährlich steigen.

SWR Aktuell berichtete am 4. März 2026 über die Proteste in Ihringen:

Eine Sanierung des Ihringer Schwimmbads würde Millionen kosten

Die Kosten für die Sanierung des Bades werden derzeit auf etwa 4,5 Millionen Euro geschätzt. Ein Großteil davon - rund 3,1 Millionen Euro - soll aus Fördermitteln des Bundes kommen. Der Rest müsste über Kredite finanziert werden.

Das Landratsamt hat eine Kreditaufnahme von rund 1,4 Millionen Euro inzwischen genehmigt. Ein Teilerfolg für die Gemeinde und die Bürgerinitiative. Die Förderzusage des Bundes steht jedoch noch aus. Der Bürgermeister von Ihringen, Benedikt Eckerle (parteilos), ist optimistisch. Eine mündliche Zusage vom Bund habe man bereits erhalten, sagt er.

Für die Zukunft des Bades gibt es laut Eckerle drei denkbare Ansätze: Entweder bleibt das Bad bei der Kommune, oder es wechselt in eine gemeinnützige GmbH, oder es wird ein Vereinsbad. Im nächsten Vierteljahr sollen die Geldfragen geklärt werden, dann könne eine Entscheidung getroffen werden.

Initiative in Ihringen kämpft weiter für Erhalt des Bades

Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich für den Erhalt des Freibads ein. Sie sehen darin einen wichtigen Treffpunkt für die Gemeinde - besonders für Familien und Kinder. Der Förderverein überlegt nun auch, welche Aufgaben ehrenamtlich erledigt werden könnten: zum Beispiel Kasse, Reinigung oder Pflege des Geländes.

Ich bin hier aufgewachsen und für mich ist ganz klar: Das Bad muss weiter existieren. Aufgeben ist keine Option.

Jan Ullrich hat auf Wunsch der Initiative ein Werbevideo gedreht, das sich für den Erhalt des Bades einsetzt. Mit dieser Unterstützung hoffen die Initiatoren nun auf zusätzliche Aufmerksamkeit für ihr Anliegen.

Jan Ullrich ist ins Ihringer Kaiserstuhlbad gekommen, um für dessen Erhalt zu werben.
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