Hohe Nachfrage

Nach tödlichem Unfall: Schwimmkurse für Studierende in Freiburg

Das Studierendenwerk Freiburg bietet jetzt günstige Schwimmkurse für Studierende an. Viele Teilnehmer kommen aus dem Ausland. Auslöser war ein Badeunfall im vergangenen Jahr.

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Von Autor/in Owusu Künzel, Silas Schwab

In Freiburg können Studierende jetzt einfacher Schwimmkurse besuchen. Und dieses Angebot wird stark nachgefragt. Nachdem 2025 ein ausländischer Student im Flückigersee in Freiburg ertrunken war, hat das Studierendenwerk Freiburg das neue Angebot ins Leben gerufen.

"Ich fühle mich als würde ich schweben", schwärmt Changje He. Der 24-Jährige ist heute erst zum dritten Mal in seinem Leben überhaupt im Wasser. Eine Schwimmnudel unter die Arme geklemmt, strampelt er durch das Nichtschwimmerbecken. Seine Bewegungen sind noch etwas unsicher, doch er kommt voran. Sein Traum: Richtig schwimmen können.

Viele internationale Studierende können nicht schwimmen

Wie viele, vor allem internationale Studierende, hat Changje He nie schwimmen gelernt. Sie kommen aus Ländern, in denen Schwimmunterricht keine Selbstverständlichkeit ist: Indien, Brasilien oder China. Und das ist eine große Gefahr.

Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im vergangenen Jahr 43 Menschen in Baden‑Württemberg beim Baden oder Schwimmen ums Leben gekommen – die meisten in offenen Gewässern. Einer von ihnen: ein 24‑jähriger ausländischer Student, der im Seepark in Freiburg ertrank und offenbar nicht schwimmen konnte.

Studierende gehen mit Schwimmnudeln in das Becken in der Keidel-Therme in Freiburg
Noch ist Wasser für sie ungewohntes Terrain - doch das soll sich in den Schwimmkursen ändern. Owusu Künzel

Studierendenwerk will weitere Badeunfälle verhindern

Das Studierendenwerk Freiburg hat deshalb ein eigenes Angebot gestartet: Schwimmkurse speziell für Studierende, die nie schwimmen gelernt haben – unterrichtet vom Geschäftsführer Clemens Metz persönlich. In der Freiburger Keidel-Therme wagen internationale Studierende ihre ersten Schwimmzüge. Metz und seine Kollegen hatten die Idee für die Kurse.

Wir haben gesagt: Wir wollen etwas dagegen tun (...). Damit so etwas nicht wieder passiert.

Flückingersee im Seepark Freiburg mit neuen Warnschildern und Rettungsring für Badeunfälle
Hier ertrank im vergangenen Jahr ein Student. Neue Warnschilder sollen jetzt auf die Gefahr aufmerksam machen. Owusu Künzel

Studierendenschwimmkurse in Freiburg: So läuft das Training ab

Die Kurse richten sich an echte Anfängerinnen und Anfänger. Vorkenntnisse sind nicht nötig. In kleinen Gruppen werden die Grundlagen vermittelt: sich ans Wasser gewöhnen, den Kopf untertauchen, Atmung, Schweben, erste Schwimmbewegungen. Ziel ist mindestens das "Seepferdchen", das erste deutsche Schwimmabzeichen – und vor allem mehr Sicherheit im Wasser.

Auch deutsche Studierende machen mit. Unterrichtet wird zwei Mal pro Woche in verschiedenen Bädern in und um Freiburg. Unter anderem finden Termine im Westbad, im Freibad St. Georgen und in der Keidel-Therme statt. Die Einheiten dauern jeweils rund 30 Minuten – bewusst kurz, damit niemand überfordert wird. Eine Kursreihe mit zehn Einheiten kostet 25 Euro.

Zeit und Raum für Schwimmkurse sind knapp

Organisatorisch seien die Kurse aufwendig, erklärt Clemens Metz. Das Team muss genügend ausgebildete Schwimmlehrkräfte finden und gleichzeitig freie Becken in den Bädern reservieren. Gerade abends und am Wochenende seien die Bäder ohnehin stark belegt. Wenn wir samstags Wasserflächen haben, dann opfere ich meinen freien Samstag. Das ist in Anführungszeichen selbstverständlich", sagt Clemens Metz.

Die Kurse starten jeweils zum Sommersemester und laufen über mehrere Wochen. Das Angebot soll kein einmaliges Projekt bleiben, sondern fester Bestandteil des Service für Studierende werden. Die Nachfrage sei bisher enorm, teilt das Studierendenwerk mit. Deshalb könnten sich Interessierte zunächst nur anmelden, wenn sie direkt angeschrieben wurden. Wer keinen Platz bekommt, kann sich vormerken lassen.

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