Die Situation im Rathaus von Wutach (Kreis Waldshut) bleibt angespannt. Nach monatelangen Auseinandersetzungen ist Bürgermeister Alexander Pfliegensdörfer (parteilos) für mindestens sieben Monate in Elternzeit gegangen. Einen konkreten Termin für seine Rückkehr und eine geregelte Übergabe gab es laut Kommunalaufsicht nicht.
Keine Übergabe der Amtsgeschäfte
Eigentlich sollte der Bürgermeister am Montag, 24.11.2025, die Amtsgeschäfte formell übergeben, schreibt das Landratsamt Waldshut in einer Mitteilung. Doch Pfliegensdörfer sei zu dem Termin mit Gemeinderäten und Kommunalaufsicht nicht erschienen. Er habe auf mehrere Anfragen nicht reagiert und sei die Vorwoche krank gemeldet gewesen.
Seit Mittwoch, 26.11.2025, ist der Chefsessel leer. Pfliegensdörfer habe Überstunden und Urlaub genommen und sei bis mindestens Mitte Juli nächsten Jahres in Elternzeit. Das hatte er im Oktober in einem Schreiben öffentlich angekündigt, das er auf die Titelseite des Wutachter Amtsblatts gesetzt hatte.
Suche nach einer Interimslösung für Wutach
Da der Bürgermeister offen gelassen habe, wer seine Aufgaben übernehmen soll oder wie die Aufgaben verteilt werden sollen, würden nun die Kommunalaufsicht und die ehrenamtlich arbeitenden Gemeinderäte nach einer Lösung suchen, so das Landratsamt. Geprüft werde, inwieweit Landratsamt und Nachbargemeinden mithelfen können.
Zwist und unbesetzte Stellen
Das Problem ist, dass nicht nur der Chefsessel leer ist. Auch die Rechnungsamtsleitung und die Leitung des Bauamtes ist unbesetzt. Damit sind im Rathaus drei von acht Stellen derzeit unbesetzt. Zuletzt hatte es mehrfach Streit zwischen Pfliegensdörfer und dem Gemeinderat gegeben. Der Bürgermeister sieht sich als Opfer von Kritik und Verleumdungen. Der Gemeinderat widerspricht: Man habe sich wiederholt um eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit bemüht.
Bürgermeister Alexander Pfliegensdörfer wurde vom SWR angefragt und war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.