Nach dem Fund eines toten Säuglings in einem Müllsack hat die Polizei das Gelände um den Fundort in Maulburg (Kreis Lörrach) großflächig abgesucht. Ermittler erhielten nach einem Zeugenaufruf auch einige Hinweise aus der Bevölkerung, wie ein Polizeisprecher berichtete. Diesen Informationen werde nun nachgegangen.
Auch am Montag durchkämmten Polizistinnen und Polizisten das Gelände um den Fundort. Der neugeborene Junge war, eingewickelt in einen Müllsack, am Freitagnachmittag unweit des Flusses Wiese entdeckt worden, in der Nähe des Waldspielplatzes am Alsbachweg.
Ob das männliche Baby lebend ausgesetzt wurde, ist weiterhin unklar. Aus ermittlungstechnischen Gründen halten sich die Beamtinnen und Beamten derzeit mit weiteren Informationen zurück. Sie bestätigen aber, mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung aktuell nachzugehen. Personen, die etwas Verdächtiges rund um den Waldspielplatz beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Polizei richtet Seite für anonyme Meldungen im Internet ein
Die Ermittler der "EG Wald" baten am Freitag, eine Woche nach dem Fund des Neugeborenen, erneut um Hinweise. Das Telefon sei nach wie vor freigeschaltet. Zusätzlich wurde online ein Meldeverfahren eingerichtet, bei dem sich mögliche Zeugen auch anonym melden können. Eine technische Ermittlung der IP-Adresse des Absender sei nicht möglich, teilte das Polizeipräsidium Freiburg mit. Die Polizei sei auf jede Information angewiesen, egal wie unbedeutend oder alltäglich die Beobachtung erscheinen möge.
Menschen vor Ort nach Fund von totem Baby in Müllsack unter Schock
Im Ort sind die Anwohnenden schockiert über die gefundene Babyleiche. Unvorstellbar sei so etwas, sagt der Maulburger Wilfried Fillinger. Er hofft, dass die Polizei schnell zu Ergebnissen kommt. An dem Fundort kommt er regelmäßig vorbei.
Auch die Kindergärtnerin Elke Schmidt ist entsetzt über die Tat. Mit den Kindergartenkindern ist sie oft auf dem Spielplatz. Von der Tat haben beide nichts mitbekommen.
Mehrere Baby-Leichen dieses Jahr in Südbaden entdeckt
Es ist bereits der vierte Fund eines Babyleichnams dieses Jahr in Südbaden. Erst im Februar hatte eine Spaziergängerin im benachbarten Steinen-Hüsingen ein totes Baby auf einer Wiese entdeckt.
Wochenlang suchte die Polizei damals nach den Eltern - auch mit Plakaten und Flugblättern. Polizisten durchkämmten das Gelände, ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Schließlich meldete sich eine Jugendliche. DNA-Tests bestätigten ihre Mutterschaft - gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet.
Im März wurden dann im Markgräflerland gleich zwei Säuglingsleichen in einem Wohnhaus gefunden. Auch dort ermittelten die Behörden gegen eine junge Frau. Bei den beiden Säuglingen gingen die Ermittler angesichts ihres Zustands davon aus, dass sie bereits vor längerer Zeit abgelegt worden waren.