Hohe Waldbrandgefahr, die gilt aktuell für die meisten Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in Südbaden. Die durch die Klimakrise zunehmende Trockenheit wird in den kommenden Jahren in der Region immer mehr zur Herausforderung werden. Wie sich Feuerwehren im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Deutschland darauf vorbereiten und wie Kommunen mit der Gefahr umgehen.
Täglich brennen Äcker und Wälder in Südbaden
Willstätt im Ortenaukreis am Sonntagnachmittag. Mehrere Hektar Ackerfläche stehen in Flammen. Eine Bundesstraße muss zeitweise gesperrt werden. Fälle wie diese gebe es aktuell täglich in der Region - auf Äckern und in Wäldern. Das berichtet Uwe Häubner, Leiter des Fachbereichs Feuerwehrwesen im Regierungspräsidium Freiburg. Bisher seien es aber nur kleine Brände, die man schnell in den Griff bekomme.
Wegen der stetig zunehmenden Trockenheit bereiten sich die Feuerwehren aber auch hier in der Region vermehrt auf größere Waldbrände vor. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stehe man noch ziemlich am Anfang, meint Häubner. In der Ausbildung spielen Waldbrände noch gar keine Rolle.
Waldbrände: Französische Feuerwehrleute sind einsatzerprobt
Besser sieht es auf der anderen Seite des Oberrheins aus. Dort haben die französischen Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr mehr Erfahrung. Denn in Frankreich gibt es immer wieder große Waldbrände. Aktuell beispielsweise im Wald von Fontainebleau nahe Paris. Bei Bränden wie diesen unterstützen auch mal die Feuerwehrleute aus dem Elsass.
Anhaltende Hitzewelle Hunderte Einsatzkräfte bekämpfen Waldbrand nahe Paris
Im Wald von Fontainebleau steht eines der bekanntesten Königsschlösser Frankreichs. Nun ist in dem Areal nahe Paris ein großes Feuer ausgebrochen. Ermittler gehen Hinweisen auf Br…
Von diesem Know-How will die Feuerwehr auf der deutschen Seite profitieren, sagt Häubner vom Regierungspräsidium Freiburg. Mit dem dreijährigen Programm "TriFire" wollen sich beide Seiten besser vernetzen. Von der EU gibt es dafür drei Millionen Euro an Fördergeldern.
Grenzüberschreitendes Programm: Gemeinsame Taktik und Technik
Das Geld soll in neue Ausrüstung, Fahrzeuge und gemeinsame Übungen der Feuerwehren fließen. Mit einer gemeinsamen Einsatz-Taktik, Sprechtrainings und abgestimmter Technik sollen Einsätze bei Waldbränden und anderen klimabedingten Gefahren wie Hochwasser schneller und effizienter werden. So wollen sich beide Seiten im Ernstfall besser und schneller unterstützen können.
Aktuell gäbe es bei solch einem Einsatz noch große Hürden, erklärt Uwe Häubner, der "TriFire" auf deutscher Seite koordiniert. Noch würden unterschiedliche Einsatztaktiken und auch unterschiedlich Technik genutzt. Vor Ort müsste man sich erst absprechen. Das koste wichtige Zeit.
Mit digitaler Karte im Einsatz gegen Waldbrände
Neben der Kooperation mit den französischen Feuerwehren, gibt es eine weitere Maßnahme, mit der sich ganz Baden-Württemberg auf die zunehmende Waldbrandgefahr vorbereitet: Das so genannte Waldbrand-Management-Informationssystem. Entwickelt hat es die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg.
Wo gibt es Wasser im Wald? Wo können große Fahrzeuge im Einsatz wenden? Wohin und wie schnell könnte sich das Feuer ausbreiten? Das System bündelt verschiedene Informationen in einer digitalen Karte. Zukünftig könnten Feuerwehren sie im Einsatz nutzen. Noch stehen aber einige Schulungen an. Auch Forstverwaltung und Bevölkerungsschutz können darauf zugreifen.
Das tun Landkreise und Kommunen, um Waldbrände in Südbaden zu verhindern
Neben Forst und Feuerwehr, werden aktuell immer wieder Kommunen aktiv, damit es gar nicht erst zu Waldbränden kommt - mit Warnungen und Verboten. Aber auch das hilft nicht immer, wie ein Vorfall bei Villingen-Schwenningen zeigt:
In einem Waldgebiet hat das städtische Forstamt eine wohl nicht vollständig gelöschte, wilde Feuerstelle entdeckt. Auch wenn kein Brand entstanden ist, ein Anlass um zu warnen: "Schon kleine Glutreste oder nicht vollständig gelöschte Feuer können innerhalb kürzester Zeit einen Waldbrand auslösen," so die Stadt. Um wilde Feuerstellen zu verhindern, habe man die ausgewiesenen Feuerstellen extra offen gehalten.
Anders handhabt es der Ortenaukreis. Dort sind seit Montag wegen der anhaltenden Trockenheit alle öffentlichen Feuer- und Grillstellen im und am Wald gesperrt. Das Verbot gilt zunächst bis Ende August. Auch in Freiburg ist das Grillen im Wald aktuell untersagt. Hier gilt seit kurzem: Ab einem Waldbrandgefahrenindex der Stufe vier von fünf ist es grundsätzlich verboten, im Wald zu grillen.
Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag – nur wenige Kommunen verzichten
In Frankreich ist am Dienstag der Nationalfeiertag. Traditionell wird er vielerorts mit einem Feuerwerk gefeiert. Die elsässische Stadt Schlettstadt hat ihr Feuerwerk wegen der Trockenheit abgesagt. Zahlreiche andere Städte im Elsass halten nach aktuellem Stand an geplanten Feuerwerken fest - darunter auch Straßburg und Colmar. Das Thema Feuerwerk bei Trockenheit beschäftigt auch Veranstalter in BW.
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In den kommenden Tagen bahnt sich beim Thema Waldbrandgefahr zwar kurz Entspannung an, aber nicht langfristig. So die Prognose des Deutschen Wetterdienstes. Wegen starker Niederschläge und sinkender Temperaturen soll das Waldbrandrisiko in den kommenden Tagen deutlich zurückgehen. Die anhaltenden Klimakrise wird in Südbaden aber mittelfristig wohl immer häufiger für Waldbrände sorgen.