Knapp 100 Millionen Euro investiert

Mehr als 20 Jahre Baustelle: Die wechselvolle Geschichte des Augustinermuseums Freiburg

Kloster, Theater, Museum, Dauerbaustelle. Kaum ein Gebäude in Freiburg hat so viele Brüche erlebt. Mit der Wiedereröffnung endet eine Sanierung, die zur Geduldsprobe für Politik und Öffentlichkeit wurde.

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Von Autor/in Clara Gehrunger

Es ist ein kultureller Meilenstein. Das Augustinermuseum in Freiburg öffnet am Wochenende wieder seine Türen für die Öffentlichkeit. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit ist das denkmalgeschützte Gebäude vollständig saniert und erneuert. Am Samstag (28. Februar) und Sonntag (1. März) wird die Wiedereröffnung groß gefeiert.

Über 20 Jahre dauerte die Sanierung des Augustinermuseums an.
Über 20 Jahre dauerte die Sanierung des Augustinermuseums an. Bild in Detailansicht öffnen
So sah das Augustinermuseum noch vor knappen 16 Jahren von innen aus.
So sah das Augustinermuseum noch vor knappen 16 Jahren von innen aus. Bild in Detailansicht öffnen
Das Augustinermuseum mit Gerüst im Jahr 2010.
Das Augustinermuseum mit Gerüst am 19.03.2010. Bild in Detailansicht öffnen
Das Augustinermuseum im Oktober 2023.
Das Augustinermuseum im Oktober 2023. Bild in Detailansicht öffnen
Das Augustinermuseum ist eines der bedeutendsten Museen am Oberrhein.
Das Augustinermuseum ist eines der bedeutendsten Museen am Oberrhein. Bild in Detailansicht öffnen

Sanierung dauerte deutlich länger als geplant

Begonnen hatten die Sanierungsarbeiten im Jahr 2004, eingeteilt in drei Bauabschnitte. Damals hieß es, die Arbeiten sollten fünf bis acht Jahre dauern. Doch die Schätzungen erwiesen sich als falsch. Das Augustinermuseum wurde zu einer der am längsten dauernden Baustellen Freiburgs. Mehr als zwei Jahrzehnte dauerten die Bauarbeiten, immer wieder gab es Rückschläge. Unter anderem Pilzbefall an verschiedenen Stellen im Gebäude machte Probleme.

Aufgrund der langen Bauarbeiten sind auch die Kosten explodiert. Anstatt der ursprünglich von der Stadtverwaltung geschätzten 23 Millionen Euro waren insgesamt 95,44 Millionen Euro fällig. Bei der Finanzierung profitierte die Stadt von Fördermitteln aus Bundes- und Landesprogrammen sowie von Spenden aus privater Hand und von Stiftungen.

Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert freigelegt

Inzwischen ist das Augustinermuseum von Grund auf saniert. Auf vier Etagen warten moderne Ausstellungsräume, ein Auditorium und ein Museumscafé auf ihre Einweihung. Neu sind unter anderem die Holzböden und Technik, die für das optimale Raumklima und den Brandschutz sorgen soll. Außerdem wurde historische Bausubstanz freigelegt und restauriert, so etwa gotische Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.

Kupferstich von Freiburgs Altstadt.
Kupferstich von Johann Matthias Steudlin: Das Augustinereremitenkloster in der Freiburger Altstadt um 1740. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Gebäude von außen in schwarz-weiß
Das Augustinermuseum zum Zeitpunkt seiner Eröffnung im Jahr 1923. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Anschlagtafel zum Augustinermuseum
Eintritt frei: Die Anschlagtafel mit Schrifttafel von Paul H. Hübner am Eingang des Augustinermuseums nach dessen Eröffnung im Jahr 1923. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Zuschauerraum mit Bühne und Kronleuchter, historische Aufnahme
Zuschauerraum und Bühne des ehemaligen Stadttheaters in der Augustinereremitenkirche im Jahr 1910. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Gebäude von außen, historische Aufnahme.
Ehemaliges Stadttheater in der Augustinereremitenkirche um 1900. Bild in Detailansicht öffnen

Damit stammen die Wandmalereien aus der Zeit, in der die historische Klosteranlage der Augustinermönche fertiggestellt wurde. Vor Beginn der aktuellen Sanierungsarbeiten zeigten bauarchäologische Untersuchungen außerdem bedeutende Reste der Gebäude, die zuvor an diesem Ort standen. Vor wenigen Jahren zeigte das Museum dazu eine Ausstellung.

Ein "Juwel" mit 700-jähriger Geschichte

Lange wurde das Gebäude als Kloster genutzt. Ab 1823 zog dann das Freiburger Stadttheater in die Kirche des ehemaligen Klosters ein. Noch im gleichen Jahrhundert wurde dort die erste Ausstellung gezeigt. Umbauarbeiten für das wenig später geplante Museum wurden im ersten Weltkrieg zunächst wieder eingestellt, das Gebäude verwahrloste.

Ausgerechnet in der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg gab es schließlich einen neuen, erfolgreichen Anlauf. So war zwar Improvisation gefragt und an manchen Stellen wurde bei bestehenden Schäden ein Auge zugedrückt - aber das Augustinermuseum konnte im November 1923 eröffnet werden. Angesichts dieser langen Geschichte bezeichnete Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn das Augustinermuseum als "kulturelles Juwel" der Stadt.

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