Es ist ein kultureller Meilenstein. Das Augustinermuseum in Freiburg öffnet am Wochenende wieder seine Türen für die Öffentlichkeit. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit ist das denkmalgeschützte Gebäude vollständig saniert und erneuert. Am Samstag (28. Februar) und Sonntag (1. März) wird die Wiedereröffnung groß gefeiert.
Sanierung dauerte deutlich länger als geplant
Begonnen hatten die Sanierungsarbeiten im Jahr 2004, eingeteilt in drei Bauabschnitte. Damals hieß es, die Arbeiten sollten fünf bis acht Jahre dauern. Doch die Schätzungen erwiesen sich als falsch. Das Augustinermuseum wurde zu einer der am längsten dauernden Baustellen Freiburgs. Mehr als zwei Jahrzehnte dauerten die Bauarbeiten, immer wieder gab es Rückschläge. Unter anderem Pilzbefall an verschiedenen Stellen im Gebäude machte Probleme.
Aufgrund der langen Bauarbeiten sind auch die Kosten explodiert. Anstatt der ursprünglich von der Stadtverwaltung geschätzten 23 Millionen Euro waren insgesamt 95,44 Millionen Euro fällig. Bei der Finanzierung profitierte die Stadt von Fördermitteln aus Bundes- und Landesprogrammen sowie von Spenden aus privater Hand und von Stiftungen.
Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert freigelegt
Inzwischen ist das Augustinermuseum von Grund auf saniert. Auf vier Etagen warten moderne Ausstellungsräume, ein Auditorium und ein Museumscafé auf ihre Einweihung. Neu sind unter anderem die Holzböden und Technik, die für das optimale Raumklima und den Brandschutz sorgen soll. Außerdem wurde historische Bausubstanz freigelegt und restauriert, so etwa gotische Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.
Damit stammen die Wandmalereien aus der Zeit, in der die historische Klosteranlage der Augustinermönche fertiggestellt wurde. Vor Beginn der aktuellen Sanierungsarbeiten zeigten bauarchäologische Untersuchungen außerdem bedeutende Reste der Gebäude, die zuvor an diesem Ort standen. Vor wenigen Jahren zeigte das Museum dazu eine Ausstellung.
Ein "Juwel" mit 700-jähriger Geschichte
Lange wurde das Gebäude als Kloster genutzt. Ab 1823 zog dann das Freiburger Stadttheater in die Kirche des ehemaligen Klosters ein. Noch im gleichen Jahrhundert wurde dort die erste Ausstellung gezeigt. Umbauarbeiten für das wenig später geplante Museum wurden im ersten Weltkrieg zunächst wieder eingestellt, das Gebäude verwahrloste.
Ausgerechnet in der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg gab es schließlich einen neuen, erfolgreichen Anlauf. So war zwar Improvisation gefragt und an manchen Stellen wurde bei bestehenden Schäden ein Auge zugedrückt - aber das Augustinermuseum konnte im November 1923 eröffnet werden. Angesichts dieser langen Geschichte bezeichnete Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn das Augustinermuseum als "kulturelles Juwel" der Stadt.